Josef Habich, Wimitz Bräu, Kraig
Josef Habich, Wimitz Bräu, Kraig © Lumen & Letter
Bierkultur in Kärnten

Bierbrauen
als Leiden­schaft

Hopfen, Gerste, Malz, handwerkliches Können und Leidenschaft: All das braucht es, um Bier zu brauen.

07.07.2025 10:01 von Johannes Moser
Lesezeit 6 Minuten

Wenn die Hitze zunimmt, greifen die Kärntner zu eiskaltem Bier. Einem Getränk mit Tradition und Charakter. Das südlichste Bundesland Öster­reichs blickt auf eine tradi­ti­ons­reiche Brauge­schichte zurück und zählt heute 23 Braue­reien – von kleinen Gasthaus­braue­reien bis hin zu größeren Produk­ti­ons­stätten.

Kärntens Bierbrauer berichten

Vier Kärntner Brauer erzählen, welche Bedeutung Bier für sie hat.

„Soziales Binde­mittel und ehrliches Handwerk“

„Bier ist für mich mehr als ein Getränk – es ist soziales Binde­mittel und ehrliches Handwerk. Ich braue selbst nach dem deutschen Reinheits­gebot mit regio­nalen Rohstoffen, weil Qualität bei mir an erster Stelle steht. In unserer Gelterei verkaufen wir nicht nur unsere Bierkrea­tionen, die auch saisonal wechseln, sondern vor allem hochwertige Lebens­mittel aus der Region sowie ein umfas­sendes Sortiment an Kärntner Weinen. Wir möchten den Menschen ehrlichen Genuss aus der Heimat näher­bringen und diese auch mit jedem Schluck Bier erlebbar machen.“

Christian Gelter
© Stefan Melcher, Turmbräu, Villach

„Bier als Buchungs­grund“

„Bei uns im Turmbräu in Maria Gail, Villachs erster Hausbrauerei, braue ich seit 2008 Bier, 2018 wurde die Anlage erneuert und erweitert. In erster Linie setzen wir auf zwei Stamm­sorten, ein Helles und ein bernstein­far­benes Urmärzen. Das Thema Bier ist sicherlich mit ein Buchungs­grund für unsere Gäste in der Pension, aber auch viele Durch­rei­sende kommen genau wegen deswegen bei uns vorbei. Neben dem Ab-Hof-Verkauf ist unser Bier auch in unserem eigenen Geschäft, Melchers Speis in Villach, erhältlich und im Sommer sind wir auf Märkten, wie beispiels­weise in Schiefling, vertreten.“

Stefan Melcher

„Konse­quent in Richtung Regio­na­li­sierung“

„In unserer Bierma­nu­faktur verfolgen wir konse­quent den Weg in Richtung Regio­na­li­sierung. So haben wir mit der „Gailta­lerin“, einem klassi­schen Hellen in der bauchigen Euro-Flasche und ihrem alkohol­freien Pendant, dem „Gailtaler“ heuer zwei neue Produkte auf den Markt gebracht, die besonders auf den Kärntner Markt abzielen. Der zweite große Fokus liegt auf der Herstellung von erstklas­sigen alkohol­freien Bieren, um dem allge­meinen Trend zu weniger Alkohol gerecht zu werden. Unsere Philo­sophie liegt dabei voll auf höchster Qualität und einer entspre­chend langen Reifung des Bieres, damit das Produkt selbst sein bester Werbe­träger ist.“

Alois Planner

„Ein ehrliches Natur­produkt für die Region“

„Beim Bierbrauen geht es uns in erster Linie darum, dass wir aus den Schätzen unseres heimi­schen Bodens ein ehrliches Natur­produkt für die Region machen und dabei auf sämtliche künst­liche Manipu­la­tionen verzichten. Daher bauen wir auch Gerste und Hopfen selbst biolo­gisch an und sorgen so dafür, dass unsere Kultur­land­schaft noch weiteren Genera­tionen erhalten bleibt. Zusätzlich haben wir erst kürzlich rund zwei Millionen Euro in eine neue Abfüll­anlage inves­tiert und setzen damit zu 100 Prozent auf Mehrweg­ge­binde für unser breites Sortiment, das vom klassi­schen Märzen bis hin zum fruchtig-hopfigen Summer Ale ein breites Genuss­spektrum abdeckt.“

Josef Habich
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 13/25 erschienen.
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