Künstliche Intelligenz

Künst­liche
Intel­ligenz sinnvoll nutzen

Künstliche Intelligenz im Berufsalltag ist gekommen, um zu bleiben. Neben den Cloud-Lösungen großer Unternehmen entwickeln auch Kärntner Betriebe immer mehr Lösungen, um das Potenzial zu nützen.

25.05.2026 08:04 von Johannes Moser
Lesezeit 7 Minuten

Künst­liche Intel­ligenz ist längst keine Zukunfts­vision mehr, sondern ein Must-have im täglichen Tun. Auch in Kärnten nutzen immer mehr Unter­nehmen KI-Anwen­dungen – oft nicht spekta­kulär, sondern sehr pragma­tisch. Besonders in Bereichen wie Marketing, Kunden­service, Daten­analyse oder Organi­sation entstehen laufend neue Einsatz­mög­lich­keiten. Das Ziel dahinter ist, Mitar­beiter zu entlasten und Abläufe effizi­enter zu gestalten. „Unser KI-basiertes Dashboard hilft uns dabei, unsere Auslastung zu steuern und gibt uns Empfeh­lungen, auf welchen Kanälen wir Vertriebs­maß­nahmen setzen können“, erzählt exempla­risch Karin Leeb, Eigen­tü­merin des Hotels Hochschober auf der Turrach­erhöhe.

TDW_Martin Zandonella © WKK/Anja Koppitsch

„KI bringt nur dann etwas, wenn sie im Unter­nehmen tatsächlich ankommt – genau dabei unter­stützen wir die Betriebe.“ Zitat Ende

Martin Zando­nella

Obmann Fachgruppe UBIT


Dass neben großen Chancen auch Unsicher­heiten mitschwingen, zeigte der KI-Day der Wirtschafts­kammer Kärnten. Digita­li­sie­rungs­experte Roger Basler de Roca verwies darauf, dass gute Daten­qua­lität inzwi­schen zu einer Schlüs­sel­kom­petenz geworden sei. „Mit guten Daten erzielt KI um bis zu 50 Prozent bessere Ergeb­nisse“, erklärte er. Entscheidend sei dabei nicht das Tool, sondern dessen Anwendung. „Effek­tiver KI-Einsatz hängt immer vom Prozess ab. Bevor ich Energie und Zeit inves­tiere, muss ich mir anschauen, welche Tätig­keiten mir die KI abnehmen soll.“

Unsicherheit bei Daten­schutz


Auch Martin Zando­nella, Obmann der Fachgruppe UBIT, sieht den entschei­denden Faktor in der prakti­schen Anwendung im Betrieb. Viele Unter­nehmen würden derzeit zwar erste Erfah­rungen mit KI sammeln, gleich­zeitig gebe es aber noch große Unsicher­heiten bei Themen wie Daten­schutz, recht­lichen Rahmen­be­din­gungen oder konkreten Einsatz­mög­lich­keiten. Gerade deshalb brauche es praxisnahe Zugänge und nieder­schwellige Lösungen, damit auch kleinere Betriebe von den Möglich­keiten profi­tieren können.


Wie breit die Einsatz­be­reiche bereits geworden sind, zeigen weitere Kärntner Unter­nehmen aus ganz unter­schied­lichen Branchen. Viele Betriebe setzen dabei bewusst auf kleine, überschaubare Anwen­dungen statt auf große Gesamt­lö­sungen. Entscheidend sei, KI nicht als Selbst­zweck zu betrachten, sondern gezielt dort einzu­setzen, wo sie echten Mehrwert schafft.

© KK

„Wir nutzen KI mittler­weile in nahezu allen Bereichen unseres Marke­tings. So beant­wortet unser KI-Agent ‚Gustav‘ rund um die Uhr Kunden­an­fragen, während andere Tools Inhalte erstellen, Werbe­daten analy­sieren oder technische Prozesse automa­ti­sieren. Gleich­zeitig zeigt sich: KI funktio­niert nur mit guter Vorbe­reitung. Der Mensch bleibt dabei immer am Steuer – KI ist für uns Co-Pilot, nicht Autopilot.“

Alexander Mann
© KK

„Wir nutzen KI-Anwen­dungen in der Customer Journey und im Buchungs­prozess. Auch in Online-Kampagnen kommen KI-Tools zum Einsatz. Für interne Prozesse und Reportings über unsere Perfor­mance nutzen wir auch KI und deren Empfeh­lungen. Ich persönlich finde die Möglich­keiten, die uns KI-Tools bieten, großartig, und setze mich intensiv damit ausein­ander. Denn umso besser man mit Künst­licher Intel­ligenz umzugehen weiß, desto mehr kann man ihr auch anver­trauen.“

Karin Leeb
© KK

„Im Bereich des Energie­mo­ni­to­rings hilft uns KI dabei, große Daten­mengen automa­ti­siert auszu­werten, Inhalte zu erkennen, Infor­ma­tionen zu katego­ri­sieren und Zusam­men­fas­sungen zu erstellen. Dadurch können Prozesse deutlich schneller weiter­ver­ar­beitet werden. Die größten Herausfor­derungen lagen dabei in der Integration der Systeme sowie bei Daten­schutz und Daten­si­cherheit. Gleich­zeitig zeigt sich, wie wichtig quali­tativ hochwertige Trainings­daten und klar definierte Einsatz­be­reiche sind, damit die Ergeb­nisse nachvoll­ziehbar und verlässlich bleiben.“

Harald Haberl
© KK

„Besonders stark nachge­fragt werden derzeit KI-gestützte Chatbots, die auf Websites rund um die Uhr Fragen beant­worten – auch mehrsprachig. Zusätzlich entwi­ckeln wir Lösungen für den internen Bereich, etwa im Wissens­ma­nagement oder bei der Entlastung von Mitar­beitern durch Voicebots und automa­ti­sierte E‑Mail-Prozesse. Auch in unserem Betrieb nutzen wir KI intensiv, vor allem im Marketing, in der Organi­sation und zunehmend in der Program­mierung.“

Christian Müller
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 10/26 erschienen.
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