Künstliche
Intelligenz sinnvoll nutzen
Künstliche Intelligenz im Berufsalltag ist gekommen, um zu bleiben. Neben den Cloud-Lösungen großer Unternehmen entwickeln auch Kärntner Betriebe immer mehr Lösungen, um das Potenzial zu nützen.
Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern ein Must-have im täglichen Tun. Auch in Kärnten nutzen immer mehr Unternehmen KI-Anwendungen – oft nicht spektakulär, sondern sehr pragmatisch. Besonders in Bereichen wie Marketing, Kundenservice, Datenanalyse oder Organisation entstehen laufend neue Einsatzmöglichkeiten. Das Ziel dahinter ist, Mitarbeiter zu entlasten und Abläufe effizienter zu gestalten. „Unser KI-basiertes Dashboard hilft uns dabei, unsere Auslastung zu steuern und gibt uns Empfehlungen, auf welchen Kanälen wir Vertriebsmaßnahmen setzen können“, erzählt exemplarisch Karin Leeb, Eigentümerin des Hotels Hochschober auf der Turracherhöhe.
„KI bringt nur dann etwas, wenn sie im Unternehmen tatsächlich ankommt – genau dabei unterstützen wir die Betriebe.“
Martin Zandonella
Obmann Fachgruppe UBIT
Dass neben großen Chancen auch Unsicherheiten mitschwingen, zeigte der KI-Day der Wirtschaftskammer Kärnten. Digitalisierungsexperte Roger Basler de Roca verwies darauf, dass gute Datenqualität inzwischen zu einer Schlüsselkompetenz geworden sei. „Mit guten Daten erzielt KI um bis zu 50 Prozent bessere Ergebnisse“, erklärte er. Entscheidend sei dabei nicht das Tool, sondern dessen Anwendung. „Effektiver KI-Einsatz hängt immer vom Prozess ab. Bevor ich Energie und Zeit investiere, muss ich mir anschauen, welche Tätigkeiten mir die KI abnehmen soll.“
Unsicherheit bei Datenschutz
Auch Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT, sieht den entscheidenden Faktor in der praktischen Anwendung im Betrieb. Viele Unternehmen würden derzeit zwar erste Erfahrungen mit KI sammeln, gleichzeitig gebe es aber noch große Unsicherheiten bei Themen wie Datenschutz, rechtlichen Rahmenbedingungen oder konkreten Einsatzmöglichkeiten. Gerade deshalb brauche es praxisnahe Zugänge und niederschwellige Lösungen, damit auch kleinere Betriebe von den Möglichkeiten profitieren können.
Wie breit die Einsatzbereiche bereits geworden sind, zeigen weitere Kärntner Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Viele Betriebe setzen dabei bewusst auf kleine, überschaubare Anwendungen statt auf große Gesamtlösungen. Entscheidend sei, KI nicht als Selbstzweck zu betrachten, sondern gezielt dort einzusetzen, wo sie echten Mehrwert schafft.
„Wir nutzen KI mittlerweile in nahezu allen Bereichen unseres Marketings. So beantwortet unser KI-Agent ‚Gustav‘ rund um die Uhr Kundenanfragen, während andere Tools Inhalte erstellen, Werbedaten analysieren oder technische Prozesse automatisieren. Gleichzeitig zeigt sich: KI funktioniert nur mit guter Vorbereitung. Der Mensch bleibt dabei immer am Steuer – KI ist für uns Co-Pilot, nicht Autopilot.“
„Wir nutzen KI-Anwendungen in der Customer Journey und im Buchungsprozess. Auch in Online-Kampagnen kommen KI-Tools zum Einsatz. Für interne Prozesse und Reportings über unsere Performance nutzen wir auch KI und deren Empfehlungen. Ich persönlich finde die Möglichkeiten, die uns KI-Tools bieten, großartig, und setze mich intensiv damit auseinander. Denn umso besser man mit Künstlicher Intelligenz umzugehen weiß, desto mehr kann man ihr auch anvertrauen.“
„Im Bereich des Energiemonitorings hilft uns KI dabei, große Datenmengen automatisiert auszuwerten, Inhalte zu erkennen, Informationen zu kategorisieren und Zusammenfassungen zu erstellen. Dadurch können Prozesse deutlich schneller weiterverarbeitet werden. Die größten Herausforderungen lagen dabei in der Integration der Systeme sowie bei Datenschutz und Datensicherheit. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig qualitativ hochwertige Trainingsdaten und klar definierte Einsatzbereiche sind, damit die Ergebnisse nachvollziehbar und verlässlich bleiben.“
„Besonders stark nachgefragt werden derzeit KI-gestützte Chatbots, die auf Websites rund um die Uhr Fragen beantworten – auch mehrsprachig. Zusätzlich entwickeln wir Lösungen für den internen Bereich, etwa im Wissensmanagement oder bei der Entlastung von Mitarbeitern durch Voicebots und automatisierte E‑Mail-Prozesse. Auch in unserem Betrieb nutzen wir KI intensiv, vor allem im Marketing, in der Organisation und zunehmend in der Programmierung.“
Lehrlinge