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Wirtschaftsanalyse Unterkärnten

Ortskerne
sind unter Druck

Wie entwickeln sich Handel, Kaufkraft und Orts­zentren in den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg? Eine aktuelle Wirtschaftsstrukturanalyse liefert einen umfassenden Blick auf die wirtschaftliche Situation in Unterkärnten.

22.06.2026 14:26 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 5 Minuten

Die aktuelle Wirtschafts­struk­tur­analyse der LEADER-Region Unter­kärnten liefert ein umfas­sendes Bild über die Entwicklung des Handels, das Konsum­ver­halten sowie die wirtschaft­lichen Rahmen­be­din­gungen in den Bezirken Völker­markt und Wolfsberg. Die Ergeb­nisse zeigen deutlich: Die Region verfügt über eine solide wirtschaft­liche Basis, steht jedoch vor großen Heraus­for­de­rungen durch demogra­fische Verän­de­rungen, Kaufkraft­ab­flüsse und den Struk­tur­wandel im Handel. Die Studie belegt, dass sich die Bevöl­ke­rungs­ent­wicklung in den beiden Bezirken bereits heute negativ auf die Handels­entwicklung auswirkt. Trotz dieser Entwicklung verfügt Unter­kärnten aber weiterhin über eine beacht­liche Kaufkraft.

Der Kaufkraft­index liegt bei rund 90 Prozent des öster­rei­chi­schen Durch­schnitts. Die einzel­han­dels­re­le­vante Kaufkraft beträgt rund 24.400 Euro pro Einwohner in den beiden Bezirken und liegt damit deutlich über dem Kärntner Durch­schnitt von 23.650 Euro. Gleich­zeitig zeigt die Analyse, dass die Kaufkraft außerhalb der Region ausge­geben wird. Neben dem Online-Handel zählen die Ballungs­räume Klagenfurt und Graz zu den stärksten Konkur­renten des regio­nalen Einzel­handels.

© WKK/Varh

Das touris­tische Potenzial muss in Wertschöpfung für Ortszentren umgewandelt werden.Zitat Ende

Rudolf Bredschneider

WK-Obmann Völker­markt

Der Tourismus stellt die wichtigste externe Kaufkraft­quelle dar. In Unter­kärnten stiegen die Nächti­gungen seit 2025 um rund 15 Prozent, die touris­tische Inten­sität liegt bei 16,1 Nächti­gungen pro Einwohner. Besonders stark entwi­ckelt sich der Bezirk Völker­markt mit rund 1,1 Millionen Nächti­gungen im Jahr 2025, was einem Plus von 18,3 Prozent seit 2015 entspricht. Allein auf St. Kanzian am Klopeiner See entfallen rund 833.900 Nächti­gungen, also etwa drei Viertel aller Nächti­gungen des Bezirks.

Handlungs­bedarf groß

Die Wettbe­werbs­fä­higkeit des Handels stehe jedoch unter Druck. Nur ein Drittel der Betriebe gelte als hoch wettbe­werbs­fähig. Zudem sehen 50 Prozent der Unter­nehmen die Entwicklung der regio­nalen Kaufkraft als verschlechtert. Ebenso beurteile jede zweite befragte Person die Entwicklung der Mietpreise kritisch.

Auch die Digita­li­sierung sei ausbau­fähig: 35 Prozent der Handels­be­triebe nutzen keine digitalen Instru­mente und lediglich 24 Prozent verfügen über einen eigenen Online-Shop. Gleich­zeitig sehen 45 Prozent der Unter­nehmen ihre Wettbe­werbs­si­tuation durch den Online-Handel verschlechtert.

Neue Konzepte gefragt

Im Bezirk Wolfsberg zeigt sich eine starke Bindung der Kaufkraft. Insgesamt bleiben 77 Prozent im Bezirk, im Bereich der Nahver­sorgung sogar 90 Prozent. Der jährliche Einzel­han­dels­umsatz beträgt rund 347 Millionen Euro. Zusätzlich bringt der Tourismus etwa 38,9 Millionen Euro an externer Kaufkraft in die Region.

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Wir müssen Kaufkraft­abflüsse verringern und die Wettbe­werbs­fä­higkeit der Betriebe stärken.Zitat Ende

Gerhard Oswald

WK-Obmann Wolfsberg

Die Mehrzahl der Bezirks­ge­meinden in Unter­kärnten verfüge zwar überwiegend über gute infra­struk­tu­relle und bauliche Voraus­set­zungen, dennoch seien viele Leerstände nur einge­schränkt markt­fähig. Es brauche neue Konzepte in der Stand­ort­po­litik, für das Leerstands­ma­nagement und Ortsmar­keting sowie die stärkere Vernetzung von Handel, Tourismus und Gemeinden.

Quelle: Wirtschafts­struk­tur­analyse der LEADER-Region Unter­kärnten, 2617 befragte Konsu­menten, 484 analy­sierte Handels­be­triebe,
106 einge­bundene Unter­nehmen.

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