Flexibles
Energiesystem
Die Firma Ngen hat sich zum Ziel gesetzt, das Energiesystem in Europa zu modernisieren. Auch am Standort in Klagenfurt werden dafür die Weichen gestellt.
Ngen steht für Next Generation und genau dieser nachhaltige Gedanke spiegelt sich in der Firmenphilosophie des Energieunternehmens wieder: „Unser Anspruch geht weit über den klassischen Energiehandel hinaus: Wir entwickeln und betreiben die Infrastruktur für das Energiesystem der Zukunft“, erzählt Matija Dolinar. Seit 2021 führt er die Geschäfte der Ngen Austria mit dem DACH-Hauptsitz in Klagenfurt. Sie ist Teil der internationalen Ngen Group aus Slowenien. Aktuell ist man in 14 EU-Ländern aktiv.
Das Unternehmen hat sich zur Aufgabe gemacht, ein resilientes Energienetz in Europa sicherzustellen. Dabei kommen Batteriespeicheranlagen zum Einsatz, die überschüssige Energie speichern und genau dann wieder einspeisen, wenn sie gebraucht wird. Damit werde die Netzstabilität angesichts des steigenden Anteils an erneuerbaren Energien wie Wind oder Solar langfristig gesichert. Eine Künstliche Intelligenz (KI) analysiert die Energieströme in Echtzeit und sorgt so für bestmögliche Effizienz. Zentrale Softwarelösungen und Systemkomponenten werden innerhalb der Gruppe entwickelt und integriert. Bei den Batterien setze man vor allem bei Großprojekten auf die Marke Tesla.
In Wagenham in Oberösterreich realisiert Ngen Austria aktuell eine der größten Batteriespeicheranlagen Europas.
Full-Service-Angebot
Was Ngen Austria von der Konkurrenz abhebt? „Wir sind ein One-Stop-Shop. Bei uns bekommen die Kunden alles aus einer Hand: Projektentwicklung, EPC/Systemintegration, Betrieb, Trading/Vermarktung, KI und Service.“ Dabei legt der angehende Jurist Wert auf einen neuen und offenen Marktzugang. Von Haushalten, die unabhängiger von Strompreisen werden möchten, bis hin zu Großprojekten in der Hochspannung werden unterschiedlichste Anlagen umgesetzt. Jüngstes Beispiel ist ein geplantes Batteriespeichersystem in Oberösterreich. Mit 85 Megawatt Leistung und 170 Megawattstunden Kapazität entsteht eine der größten E‑Speicheranlagen Europas.
Ziel: Energiewende
„Für ein digitales und dezentralisiertes Energiesystem in Europa braucht es aber mutigere Schritte aus Wirtschaft und Politik“, so Dolinar, „in Österreich ist der Zug schon fast abgefahren“. Neben einer neuen Gesetzeslage seien öknomische Förderungen für Endverbraucher wünschenswert, um die Wende zu forcieren.
Wie sich der Energiemarkt entwickeln wird und ob uns bald ein Blackout droht, sei aber alles Spekulation. Fest steht hingegen: Der Standort in Klagenfurt wird weiter wachsen: Aus den aktuell 60 Mitarbeitern sollen langfristig 250 werden. Dafür wird auch nach einem neuen Firmenstandort gesucht. Ziel sei es, die zentrale Rolle in der Energiewirtschaft weiter auszubauen und den Haushalts-bereich zu steigern.