EAK Astron Martin Möderndorfer Christian Hochenwarter
Leiten die Geschicke von Astron: Kundenbetreuer Martin Möderndorfer und Geschäftsführer Christian Hochenwarter. © WKK/PSB
Astron

Mit winzigen
Serien zum riesigen Erfolg

1997 gründeten elf Elektronikspezialisten in Villach die Firma Astron. Heute beliefert das Unternehmen aus Feistritz an der Gail internationale Kunden und setzt dabei auf Spezialisierung, Eigenständigkeit und hohe Expertise innerhalb des Teams.

27.08.2026 12:35 - Update am: 27.08.2026 13:34 von Johannes Moser
Lesezeit 9 Minuten

Der Raum Villach ist nicht erst seit gestern bekannt für seinen Hightech-Cluster. Bereits in den 1990er-Jahren waren Player wie Siemens als Vorgänger von Infineon sowie SEZ am Standort von Lam Research aktiv. Als die Elektronik­fer­tigung von SEZ ausge­lagert wurde, entschlossen sich sieben Mitar­beiter gemeinsam mit vier Freunden zur Unter­neh­mens­gründung. „Die Idee war eigentlich, den eigenen Job zu erhalten“, erinnert sich Geschäfts­führer Christian Hochen­warter. Von Anfang an sollten die Mitar­beiter auch am Unter­nehmen und dessen Erfolg beteiligt sein. „Bei uns soll es in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein, Leistung zu bringen.“

1998 startete die Produktion auf gerade einmal 150 Quadrat­metern in Villach. Sieben Jahre später folgte der Umzug an den eigenen Standort nach Feistritz an der Gail. „Der damalige Vizebür­ger­meister von Feistritz war ein Fußball­kollege von mir“, erklärt der gebürtige Herma­gorer den Standort im Gailtal, den er nicht als Nachteil sieht: „Wir sind in 40 Minuten in Klagenfurt. Außerdem gefällt uns die Idee, ein Arbeit­geber für das Gailtal zu sein.“ Aus den sieben Beschäf­tigten der Anfangs­jahre ist mittler­weile ein rund 25-köpfiges Team geworden. Geblieben ist die Idee, Entschei­dungen selbst treffen zu können. „Es ist unser Weg und es sind unsere Entschei­dungen“, sagt Hochen­warter. Finan­zielle Unabhän­gigkeit spielt dabei bis heute eine wichtige Rolle. Inves­tiert wird aus eigener Kraft, zuletzt wurde der Maschi­nenpark umfassend erneuert.

© WKK/PSB (8)

Klein, schnell und spezia­li­siert


Astron konzen­triert sich auf Proto­typen sowie kleine und kleinste Serien elektro­ni­scher Baugruppen. Produkte, die Konsu­menten unmit­telbar mit dem Namen Astron verbinden, sucht man daher im Alltag meistens vergeblich. „Ein Beispiel im Alltag sind die Elektronik­bau­teile der Gotschlich-Drehsperren aus Straßburg, erklärt Hochen­warter. Die im Gailtal gefer­tigte Technik steckt aber vor allem in Maschinen oder medizi­ni­schen Anwen­dungen. Zu den Kunden zählen Unter­nehmen wie Infineon, ams-OSRAM oder Lam Research, die Export­quote liegt bei über 50 Prozent. Gerade bei der Entwicklung neuer Produkte zählt Geschwin­digkeit. Während eine Verla­gerung in eine asiatische Großse­ri­en­fer­tigung Monate beansprucht, kann Astron unter den richtigen Voraus­set­zungen innerhalb weniger Tage einen Prototyp liefern. Dieser entspricht hinsichtlich Qualität und Dokumen­tation bereits weitgehend einer späteren Serie. „Wir sind im Zeitalter von hohen Automa­ti­sie­rungs­graden im Prinzip eine kleine, feine Manufaktur für Winzig­serien“, beschreibt Hochen­warter das Prinzip.

„Die Dokumen­tation ist in der Produktion enorm wichtig, damit aus Einzel­stücken Serien­pro­dukte werden können“, erklärt Martin Mödern­dorfer. Der 28-jährige gebürtige Gitsch­taler ist derzeit für die Kunden­be­treuung zuständig und arbeitet perspek­ti­visch in der Geschäfts­führung mit. Entscheidend dafür sind hochqua­li­fi­zierte Mitar­beiter. Sie müssen auch mit einfachen Kunden­do­ku­men­ta­tionen umgehen und Lösungen eigen­ständig entwi­ckeln können.


Dass man sich bei Astron auf Augenhöhe begegnet, zeigt sich auch räumlich. So steht der Schreib­tisch des Geschäfts­führers mitten in der Produktion. Neben Gewinn­be­tei­li­gungen und jährlichen Prämien gibt es weitere Benefits wie Unter­stüt­zungen für Mittag­essen, Sehbe­helfe, Physio­the­rapie oder Aboplätze für den EC VSV.

Der Mensch bleibt entscheidend


Automa­ti­sierung und Künst­liche Intel­ligenz verändern mittler­weile den Arbeits­alltag. KI kommt etwa in der Adminis­tration, bei Recherchen oder bei der Prüfung der Verfüg­barkeit von Kompo­nenten zum Einsatz. Die hochspe­zia­li­sierten Klein­serien lassen sich jedoch nicht vollständig automa­ti­sieren. „Den ‚Human in the Loop‘ wird es immer brauchen“, ist Hochen­warter überzeugt. Schließlich müsse jemand Neues einbringen und Entschei­dungen treffen. Auch beim Thema Nachhal­tigkeit sieht sich das Unter­nehmen in der Pflicht: Photo­voltaik, eigenes Brunnen­wasser zur Klima­ti­sierung und eine Pelletsheizung gehören bereits seit Jahren zum Standort, eine Bienen­wiese säumt das Betriebs­ge­bäude. Noch deutlicher wird der Ansatz beim Produkt selbst: Baugruppen, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind, werden bei Bedarf weiterhin als Ersatz­teile gefertigt: „Wir sorgen dafür, dass auch Maschinen aus den 1980er-Jahren heute noch funkti­ons­tüchtig bleiben.“


Auf die Frage, wo die Reise hingeht, hat Hochen­warter eine klare Antwort: „Ich sage immer, wir sind Glücks­kinder in einer tollen Branche und dadurch sehr gut aufge­stellt.“

Aus der Chronik
  • 1997 gründen sieben Mitar­beiter gemeinsam mit vier Partnern die Astron Electronic GmbH in Villach.
  • 1998 startet die Produktion auf rund 150 Quadrat­metern in der Villacher Tratten­gasse.
  • 2005 übersiedelt das Unter­nehmen an den eigenen Standort nach Feistritz an der Gail.
  • Astron spezia­li­siert sich auf Proto­typen sowie kleine und kleinste Serien elektro­ni­scher Baugruppen.
  • Heute beschäftigt das Unter­nehmen rund 25 Mitar­beiter und erzielt eine Export­quote von mehr als 50 Prozent.
  • Astron wurde bereits mehrfach bei den Austria’s Leading Companies ausge­zeichnet.
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 16/26 erschienen.
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