Matcha,
Mut und Moa
Katja Platzner bringt mit ihren Matcha-to-go-Lokalen in Klagenfurt und Velden Großstadtflair nach Kärnten. Was als Handynotiz begann, entwickelte sich zu einem Unternehmen mit zwei Standorten.
Die 29-jährige Katja Platzner zog nach der Matura zunächst nach Kanada und machte sich dann in Hamburg als Immobilienmaklerin selbstständig. An den Wochenenden kehrte sie regelmäßig zurück in ihre Heimat. Auf ihre Gewohnheiten wollte sie hier aber nicht verzichten – Pilates und guter Matcha. Als sie feststellte, das es kein entsprechendes Angebot gab kam ihr der Gedanke selbst eines zu schaffen. Zuerst nur als Idee, die sie in ihren Handynotizen für sich behielt. Der Gedanke ließ sie aber nicht mehr los. Sie entschloss sich ein Matcha-Lokal zu eröffnen.
Dass ihre Idee so viel Zuspruch bekam, überraschte selbst sie. Schon am Eröffnungstag war der Andrang so groß, dass sie das Lokal früher schließen musste, um Nachschub einzukaufen. „Ich wusste nicht, was mich erwartet. Eigentlich dachte ich, ich hätte genug für die nächsten Wochen eingekauft. Da es in Klagenfurt noch kein Matcha-Lokal gab, konnte ich überhaupt nicht einschätzen, wie groß die Nachfrage sein würde“, erzählt Platzner.
Vom Matcha zum Moa
„Aus einer kleinen Notiz auf meinem Handy ist etwas wirklich Großes entstanden – deshalb passt der Name so gut“, sagt sie. Ursprünglich sollte das Lokal „Matcha Mood“ heißen. Schließlich entschied sie sich für „Matcha Moa“. Der Moa, ein ausgestorbener Riesenvogel, steht für Größe und Wachstum – Eigenschaften, die sie mit ihrer Unternehmensentwicklung verbindet.
Weil sie ihre Zeit gern in Velden verbringt, kam ihr die Idee, dort einen Pop-up-Store zu eröffnen. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort ergab sich jedoch eine bessere Möglichkeit: Statt eines saisonalen Geschäfts eröffnete sie ein zweites Ganzjahreslokal.
Mittlerweile beschäftigt die Jungunternehmerin sechs Mitarbeitende, darunter eine Vollzeitkraft. Auch sie selbst steht regelmäßig hinter der Theke und pendelt zwischen ihren Standorten in der St.Veiter Straße in Klagenfurt und Velden. Unterstützung erhielt sie vor allem von ihrem Vater. „Er hat mir nicht nur beim Einrichten des Lokals geholfen, sondern mich auch bei vielen Amtswegen begleitet“, erzählt sie. Auch die Wirtschaftskammer habe ihr den Start erleichtert: „Eine Unternehmensgründung läuft in Österreich anders ab als in Deutschland. Die Wirtschaftskammer stand mir zur Seite und hat mich unterstützt.“
Für die Zukunft wünscht sich Platzner, dass Klagenfurt offener für neue Trends wird. „Klagenfurt muss jungen Menschen mehr bieten“, sagt sie. Wer selbst mit dem Gedanken spielt, ein Unternehmen zu gründen, dem gibt sie einen klaren Rat mit auf den Weg: „Man muss auf seine innere Stimme hören und die Stimmen von außen ausblenden. Wenn man an seine Idee glaubt und davon überzeugt ist, sollte man sie verfolgen.“