Drei Generationen Wolte: Simon mit Sohn Maxi und Seniorchef Heinz Wolte.
Drei Generationen Wolte: Simon mit Sohn Maxi und Seniorchef Heinz Wolte. © KW/Mori
Sewol Bienenbeuten

Seit 50 Jahren ein
Zuhause für Bienen

Vom kleinen Behauwerk zum Spezialbetrieb für Bienen­beuten: Familie Wolte fertigt mit ihrer Firma Sewol seit mittlerweile mehr als 50 Jahren Häuser für Bienen.

10.09.2026 07:50 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 7 Minuten

Ein Blitz­schlag in das Sägewerk von Sepp Wolte sorgte 1959 für einen Wende­punkt in der Firmen­ge­schichte der Firma Sewol. Nach dem Wieder­aufbau entwi­ckelte sich das ursprüng­liche Behauwerk über ein Sägewerk und eine Latten­rost­pro­duktion hin zu der Spezia­li­sierung auf Bienen­beuten. Damit auch das Restholz bei den Latten­rosten verwertet werden konnte, begann man daraus Bienen­beuten zu bauen. Seit mittler­weile mehr als 50 Jahren fertigt Familie Wolte mit der Firma Sewol nun Häuser für ­Bienen.

1991 kam Heinz Wolte in das Unter­nehmen und übernahm den Betrieb seines Vaters als zweite Generation. Nach einem Arbeits­unfall im Jahr 2016 stieg sein Sohn Simon in das Famili­en­un­ter­nehmen ein und führt es heute in der dritten Generation. Geplant war das aber ursprünglich nicht: Der heute 39-jährige gebürtige Galli­zianer hatte sein BWL-Studium gerade abgeschlossen und wollte eigentlich nach Rom. „Das Schicksal hatte aber andere Pläne für mich“, erzählt Wolte. Schon als Bub half er gemeinsam mit seinen Geschwistern im Betrieb mit. Den Rückhalt durch die Familie schätzt er bis heute: „Mein Vater steht mir immer zur Seite. Wenn ich etwas brauche, ist er da und hilft, wo er kann.“ Seine Entscheidung, nicht nach Rom gegangen zu sein, bereue er nicht.

Vier Leute beschäftigt Sewol – Wolte selbst ist ebenfalls immer mittendrin. „In einem kleinen Famili­en­be­trieb ist auch der Chef eine Arbeits­kraft“, sagt er. Drei Stunden Büro, dann Werkstatt: „Ich gehe in die Produktion und lege selbst Hand an. Das ist wie Meditation für mich.“ Sein Rezept gegen Monotonie und Unfälle: ständiger Wechsel. Jeder Mitar­beiter tauscht täglich den Arbeits­platz. „Ich möchte nicht, dass das Gefühl von Fließ­band­arbeit entsteht“, erklärt Wolte. „Wenn die Arbeits­plätze durch­ge­wechselt werden, hat das den Vorteil, dass jeder alles kann. Es passieren auch weniger Unfälle.

Expor­tiert werden die Bienen­häuser aus Gallizien in alle Teile Öster­reichs sowie nach Deutschland und Italien. Auch wenn es sich den ganzen Tag um die Gemächer von Bienen dreht, ist Wolte selbst kein Imker. „Wir haben als Kinder zwar immer der Mama beim Imkern geholfen und kennen uns gut damit aus. Ich halte mich aber bewusst zurück.“ Sein Argument: Wer imkert, entwickle zwangs­läufig Vorlieben für bestimmte Systeme. „Das möchte ich vermeiden, denn als Produzent muss ich unpar­teiisch sein.“

Regio­na­lität ist bei Sewol Praxis: Holz kommt von den Offner Werken, Platten­werk­stoffe von der Firma Tilly, verar­beitet werden zudem Funder­platten. Der Kunst­stoff stammt von einem Famili­en­be­trieb im nahen Slowenien. Strom liefert eine 70-kWp-Photo­vol­ta­ik­anlage auf dem Dach, und selbst der Hobel­abfall verpufft nicht ungenutzt – er heizt über die eigene Hackschnitzel­heizung den Betrieb.
Was Wolte an seiner Branche faszi­niert, sind vor allem die Menschen und ihre Vielfalt an Systemen und Heran­ge­hens­weisen. Sein Fazit: „Du kannst ein Leben lang imkern und wirst darüber nichts wissen.“

Auch die vierte Generation steht mit Sohn Maxi bereits in den Start­lö­chern. Bis die Fäden in seine Hände übergehen, ist er Chef der Familie und hält auch Oma und Opa gut auf Trab.

Aus der Chronik
  • 1954 errichtet Sepp Wolte ein Behauwerk in Gallizien.
  • 1959 brennt das Sägewerk durch einen Blitz ab. Familie Wolte baut es erneut auf, fertigt aber ab 1960 Bettein­sätze.
  • 1975 beginnt Sewol aus dem Restholz der Bettein­sätze Bienen­beuten zu produ­zieren.
  • 1991 übernimmt Heinz Wolte die Produktion der Bienen­beuten. Seither werden ausschließlich Bienen­beuten aus heimi­schem Fichten- und Lindenholz produ­ziert.
  • 2016 übernimmt Simon Wolte den Betrieb. Heinz Wolte steht ihm weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.
  • Sewol Bienen­beuten beschäftigt aktuell vier Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 17/26 erschienen.
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