Seit 50 Jahren ein
Zuhause für Bienen
Vom kleinen Behauwerk zum Spezialbetrieb für Bienenbeuten: Familie Wolte fertigt mit ihrer Firma Sewol seit mittlerweile mehr als 50 Jahren Häuser für Bienen.
Ein Blitzschlag in das Sägewerk von Sepp Wolte sorgte 1959 für einen Wendepunkt in der Firmengeschichte der Firma Sewol. Nach dem Wiederaufbau entwickelte sich das ursprüngliche Behauwerk über ein Sägewerk und eine Lattenrostproduktion hin zu der Spezialisierung auf Bienenbeuten. Damit auch das Restholz bei den Lattenrosten verwertet werden konnte, begann man daraus Bienenbeuten zu bauen. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren fertigt Familie Wolte mit der Firma Sewol nun Häuser für Bienen.
1991 kam Heinz Wolte in das Unternehmen und übernahm den Betrieb seines Vaters als zweite Generation. Nach einem Arbeitsunfall im Jahr 2016 stieg sein Sohn Simon in das Familienunternehmen ein und führt es heute in der dritten Generation. Geplant war das aber ursprünglich nicht: Der heute 39-jährige gebürtige Gallizianer hatte sein BWL-Studium gerade abgeschlossen und wollte eigentlich nach Rom. „Das Schicksal hatte aber andere Pläne für mich“, erzählt Wolte. Schon als Bub half er gemeinsam mit seinen Geschwistern im Betrieb mit. Den Rückhalt durch die Familie schätzt er bis heute: „Mein Vater steht mir immer zur Seite. Wenn ich etwas brauche, ist er da und hilft, wo er kann.“ Seine Entscheidung, nicht nach Rom gegangen zu sein, bereue er nicht.
Vier Leute beschäftigt Sewol – Wolte selbst ist ebenfalls immer mittendrin. „In einem kleinen Familienbetrieb ist auch der Chef eine Arbeitskraft“, sagt er. Drei Stunden Büro, dann Werkstatt: „Ich gehe in die Produktion und lege selbst Hand an. Das ist wie Meditation für mich.“ Sein Rezept gegen Monotonie und Unfälle: ständiger Wechsel. Jeder Mitarbeiter tauscht täglich den Arbeitsplatz. „Ich möchte nicht, dass das Gefühl von Fließbandarbeit entsteht“, erklärt Wolte. „Wenn die Arbeitsplätze durchgewechselt werden, hat das den Vorteil, dass jeder alles kann. Es passieren auch weniger Unfälle.
Exportiert werden die Bienenhäuser aus Gallizien in alle Teile Österreichs sowie nach Deutschland und Italien. Auch wenn es sich den ganzen Tag um die Gemächer von Bienen dreht, ist Wolte selbst kein Imker. „Wir haben als Kinder zwar immer der Mama beim Imkern geholfen und kennen uns gut damit aus. Ich halte mich aber bewusst zurück.“ Sein Argument: Wer imkert, entwickle zwangsläufig Vorlieben für bestimmte Systeme. „Das möchte ich vermeiden, denn als Produzent muss ich unparteiisch sein.“
Regionalität ist bei Sewol Praxis: Holz kommt von den Offner Werken, Plattenwerkstoffe von der Firma Tilly, verarbeitet werden zudem Funderplatten. Der Kunststoff stammt von einem Familienbetrieb im nahen Slowenien. Strom liefert eine 70-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach, und selbst der Hobelabfall verpufft nicht ungenutzt – er heizt über die eigene Hackschnitzelheizung den Betrieb.
Was Wolte an seiner Branche fasziniert, sind vor allem die Menschen und ihre Vielfalt an Systemen und Herangehensweisen. Sein Fazit: „Du kannst ein Leben lang imkern und wirst darüber nichts wissen.“
Auch die vierte Generation steht mit Sohn Maxi bereits in den Startlöchern. Bis die Fäden in seine Hände übergehen, ist er Chef der Familie und hält auch Oma und Opa gut auf Trab.
- 1954 errichtet Sepp Wolte ein Behauwerk in Gallizien.
- 1959 brennt das Sägewerk durch einen Blitz ab. Familie Wolte baut es erneut auf, fertigt aber ab 1960 Betteinsätze.
- 1975 beginnt Sewol aus dem Restholz der Betteinsätze Bienenbeuten zu produzieren.
- 1991 übernimmt Heinz Wolte die Produktion der Bienenbeuten. Seither werden ausschließlich Bienenbeuten aus heimischem Fichten- und Lindenholz produziert.
- 2016 übernimmt Simon Wolte den Betrieb. Heinz Wolte steht ihm weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.
- Sewol Bienenbeuten beschäftigt aktuell vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.