„Leistung muss
wieder anerkannt werden“
Zur Sommerfrische wurden im Marienhof in Annenheim am Ossiacher See vor 130 Jahren die ersten Gäste begrüßt. Diese touristische Tradition führt Familie Zorn bereits in der vierten Generation weiter.
„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?
Veronika Zorn-Jäger: Freude am selbstständigen Tun, Mut und Ausdauer, Leidenschaft, Verantwortung für den Betrieb und die Mitarbeiter und daraus resultierender wirtschaftlicher Erfolg.
Für welche Werte hat ein gestandenes Unternehmen zu stehen?
Angelika Zorn-Hagauer: Beständigkeit, Qualität, Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen.
Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für das Land?
Zorn-Jäger: Sie ermöglichen mit visionärem Denken und Tun den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes und tragen so zum Wohlstand der breiten Bevölkerung bei.
Wie bringen Sie sich in der Region ein?
Zorn-Jäger: Seit 15 Jahren als Vorsitzende des TVB Gerlitzen Alpe – Ossiacher See.
Wird die Bedeutung des Unternehmertums in der Öffentlichkeit wahrgenommen?
Wir glauben, dass die Bedeutung durchaus wahrgenommen wird, die Herausforderungen und die Verantwortung, die damit verbunden sind, aber nicht immer ausreichend gesehen werden.
Was sind die größten Gefahren für das Unternehmertum?
Dass durch Bürokratie und Reglementierung, wie auch wirtschaftliche Unsicherheit der Mut zum Unternehmertum verloren geht. Ebenso der Fachkräfte- und Mitarbeitermangel.
Ihr Wunsch an die Politik?
Weniger Regulierungen und Bürokratie, rasche und faire Genehmigungsverfahren und dass Leistung und Erfolg wieder positiv gesehen und anerkannt werden.
Im nächsten Unternehmerleben würde ich …
Zorn-Hagauer: … hier zitiere ich meine siebenjährige Tochter, die auf die Frage nach ihrem Berufswunsch immer antwortet: „Marienhof-Chefin“.
- 1896 erbaute Josef Raimund das Marienheim. Benannt hat er das Haus nach seiner Frau Maria.
- Im Ersten Weltkrieg erkrankte er an Tuberkulose und verstarb früh. Das jüngste seiner fünf Kinder, Reinhilde, erbte den Marienhof. Sie war die Schwiegermutter der heutigen Seniorchefin.
- Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Marienhof Mieterschutzwohnungen errichtet. Erst Ende der 1970er-Jahre waren alle Mieter wieder ausgezogen und der Tourismus konnte wieder aufleben.
- Heute hat der Marienhof nahezu ganzjährig geöffnet und beschäftigt vier Mitarbeiter.