Veronika Zorn-Jäger und ­Angelika Zorn-Hagauer führen den ­Marienhof in Annenheim. Die Senior­chefin und ihre Schwiegertochter begrüßen hier Gäste, die die Nähe zu See und Berg schätzen.
Veronika Zorn-Jäger und ­Angelika Zorn-Hagauer führen den ­Marienhof in Annenheim. Die Senior­chefin und ihre Schwiegertochter begrüßen hier Gäste, die die Nähe zu See und Berg schätzen. © WKK/Just
Veronika Zorn-Jäger und ­Angelika Zorn-Hagauer

„Leistung muss
wieder anerkannt werden“

Zur Sommerfrische wurden im Marienhof in Annenheim am Ossiacher See vor 130 Jahren die ­ersten Gäste begrüßt. Diese touristische Tradition führt Familie Zorn bereits in der vierten Generation weiter.

12.08.2026 07:07 von Ines Tebenszky
Lesezeit 7 Minuten

„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolg­reich gelebtes Unter­neh­mertum aus?

Veronika Zorn-Jäger: Freude am selbst­stän­digen Tun, Mut und Ausdauer, Leiden­schaft, Verant­wortung für den Betrieb und die Mitar­beiter und daraus resul­tie­render wirtschaft­licher Erfolg.

Für welche Werte hat ein gestan­denes ­Unter­nehmen zu stehen?

Angelika Zorn-Hagauer: Bestän­digkeit, Qualität, Verant­wortung, Verläss­lichkeit und Vertrauen.

Warum sind Unter­neh­mer­per­sön­lich­keiten wichtig für das Land?

Zorn-Jäger: Sie ermög­lichen mit visio­närem Denken und Tun den wirtschaft­lichen Erfolg ­eines ­Landes und tragen so zum Wohlstand der breiten Bevöl­kerung bei.

Wie bringen Sie sich in der Region ein?

Zorn-Jäger: Seit 15 Jahren als Vorsit­zende des TVB Gerlitzen Alpe – Ossiacher See.

Wird die Bedeutung des Unter­neh­mertums in der Öffent­lichkeit wahrge­nommen?

Wir glauben, dass die Bedeutung durchaus wahrge­nommen wird, die Heraus­for­de­rungen und die Verant­wortung, die damit verbunden sind, aber nicht immer ausrei­chend gesehen werden.

© WKK/Just (6)

Was sind die größten ­Gefahren für das ­Unter­neh­mertum?

Dass durch Bürokratie und Regle­men­tierung, wie auch wirtschaft­liche Unsicherheit der Mut zum Unter­neh­mertum verloren geht. Ebenso der Fachkräfte- und Mitar­bei­ter­mangel.

Ihr Wunsch an die Politik?

Weniger Regulie­rungen und Bürokratie, rasche und faire Geneh­mi­gungs­ver­fahren und dass Leis­tung und Erfolg wieder positiv gesehen und anerkannt werden.

Im nächsten Unter­neh­mer­leben würde ich …

Zorn-Hagauer: … hier zitiere ich meine sieben­jährige ­Tochter, die auf die Frage nach ihrem ­Berufs­wunsch immer antwortet: „Marienhof-Chefin“.

Aus der Chronik
  • 1896 erbaute Josef Raimund das Marienheim. ­Benannt hat er das Haus nach seiner Frau Maria.
  • Im Ersten Weltkrieg erkrankte er an Tuber­kulose und verstarb früh. Das jüngste seiner fünf Kinder, Reinhilde, erbte den ­Marienhof. Sie war die Schwie­ger­mutter der ­heutigen Senior­chefin.
  • Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Marienhof Mieter­schutz­woh­nungen errichtet. Erst Ende der 1970er-Jahre waren alle Mieter wieder ausge­zogen und der Tourismus konnte wieder aufleben.
  • Heute hat der Marienhof nahezu ganzjährig geöffnet und beschäftigt vier Mit­arbeiter.
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 15/26 erschienen.
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