Heidi Hernler und Willibald Sittlinger.
Führen das Strandbad mit Schmäh und Herz in dritter Generation: Heidi Hernler und Willibald Sittlinger. © Fotos: PSP Media
Willibald Sittlinger

100 Sommer am
Millstätter See

Was 1926 als kleines Strandbad begann, zählt heute zu den traditionsreichsten Freizeitbetrieben Kärntens. Familie Sittlinger verbindet seit drei Generationen Gastronomie, Wassersport und Gastfreundschaft.

23.07.2026 08:24 - Update am: 23.07.2026 08:29 von Johannes Moser
Lesezeit 7 Minuten

Flacher Kiesstrand, Palmen und der Blick aufs Goldeck und die Millstätter Alm: Ein frühmor­gend­licher Besuch in der Ostbucht des Millstätter Sees mutet schon ziemlich paradie­sisch an. „Wir haben schon ein schönes Fleckchen“, zeigt sich Willibald Sittlinger, der das Famili­en­un­ter­nehmen seit 1994 führt, begeistert von der magischen Stimmung eines Sommer­morgens an Kärntens zweit­größtem stehenden Gewässer.

Gebadet wird hier schon länger, reicht die Geschichte des Unter­nehmens doch bis 1926 zurück. Damals eröff­neten die Brüder Willibald und Sepp Sittlinger in Döbriach ein Strandbad, damals noch auf gepach­tetem Grund. Jahrzehn­telang war das heute rund 15.000 Quadrat­meter große Areal gepachtet, ehe der Vater des heutigen Eigen­tümers Strandbad und Parkflächen 1971 kaufte. Damit begann eine Entwicklung, die bis heute von konti­nu­ier­lichen Inves­ti­tionen geprägt ist. „Wir haben eigentlich immer inves­tiert“, sagt Sittlinger. Die größte Verän­derung erfolgte Ende der 1990er-Jahre mit dem Ausbau der Anlage. Heute verbindet der Famili­en­be­trieb Strandbad, Restaurant, Boots­verleih, Wasser­ski­schule und Freizeit­an­gebot zu einem touris­ti­schen Gesamt­paket.

Wasser­sport als zentrales Element

Der Wasser­sport hat dabei eine lange Tradition. Bereits 1956 wurde das erste Motorboot angeschafft und wenig später die Konzession für Wasserski beantragt. Heute gehört die Wasser­ski­schule ebenso selbst­ver­ständlich zum Betrieb wie das Restaurant, das vor allem in der Vor- und Nachsaison eine tragende Rolle spielt. „Bereits im Mai und Juni ist die Gastro­nomie ein Garant für gute Frequenz“, sagt Sittlinger. Während im Hochsommer das gesamte Areal bestens ausge­lastet ist, sorgen Restaurant und Terrasse schon früh im Jahr für zahlreiche Gäste. „Egal ob Taufe, Erstkom­munion oder Familien-essen: Im Frühjahr zieht es die Leute an den See.“ Ein weiteres kulina­ri­sches Aushän­ge­schild ist das hausge­machte Eis. Die Rezepte gehen noch auf den Großvater zurück und werden bis heute gepflegt.

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Ebenso wichtig wie das Angebot sind für den 56-jährigen Sittlinger die Menschen dahinter. Aus ursprünglich acht bis zehn Mit­arbeitern ist ein Team mit rund 45 Beschäf­tigten geworden. Viele Saison­kräfte kehren Jahr für Jahr zurück. „Die Mitar­beiter sind das Nonplus­ultra. Wenn man gut mit ihnen umgeht, bleiben sie dem Betrieb auch über Jahre hinweg erhalten.

Teamwork als große Stärke

Unter­stützt wird Sittlinger von seiner Partnerin Heidi Hernler, die während der Saison „mehr als seine rechte Hand“ ist, sowie von seinem Neffen Jan, der bereits Verant­wortung in der Wasser­ski­schule und Gastro­nomie übernimmt. „Auch auf meine Ge­schwis­ter und die Kinder meiner Partnerin kann ich mich jederzeit verlassen, wenn ich Hilfe im Betrieb brauche. Wir sind ein starkes Team.“
Im Mai 2026 beging das Unter­nehmen sein 100-Jahr-Jubiläum mit einem großen Fest und der Taufe eines neu angeschafften Bootes.
Das Erfolgs­rezept für die nächs­ten 100 Jahre? Willi Sittlinger: „Zusam­men­helfen, aufein­ander schauen und die hohe Qualität aufrecht erhalten!

Aus der Chronik
  • 1926 eröff­neten Willibald und Sepp Sittlinger in Döbriach das Strandbad Sittlinger.
  • 1956 wurde das erste Motorboot angeschafft. Kurz darauf folgte die Konzession für den Wasser­ski­be­trieb.
  • 1971 kaufte Josef Sittlinger das bis dahin gepachtete Strandbad-Areal.
  • 1994 übernahm Willibald Sittlinger den Betrieb im Alter von 24 Jahren.
  • Ende der 1990er-Jahre wurde die Anlage umfassend moder­ni­siert und konti­nu­ierlich erweitert.
  • Heute beschäftigt der Famili­en­be­trieb rund 45 Mitar­beiter.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 14/26 erschienen.
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