100 Sommer am
Millstätter See
Was 1926 als kleines Strandbad begann, zählt heute zu den traditionsreichsten Freizeitbetrieben Kärntens. Familie Sittlinger verbindet seit drei Generationen Gastronomie, Wassersport und Gastfreundschaft.
Flacher Kiesstrand, Palmen und der Blick aufs Goldeck und die Millstätter Alm: Ein frühmorgendlicher Besuch in der Ostbucht des Millstätter Sees mutet schon ziemlich paradiesisch an. „Wir haben schon ein schönes Fleckchen“, zeigt sich Willibald Sittlinger, der das Familienunternehmen seit 1994 führt, begeistert von der magischen Stimmung eines Sommermorgens an Kärntens zweitgrößtem stehenden Gewässer.
Gebadet wird hier schon länger, reicht die Geschichte des Unternehmens doch bis 1926 zurück. Damals eröffneten die Brüder Willibald und Sepp Sittlinger in Döbriach ein Strandbad, damals noch auf gepachtetem Grund. Jahrzehntelang war das heute rund 15.000 Quadratmeter große Areal gepachtet, ehe der Vater des heutigen Eigentümers Strandbad und Parkflächen 1971 kaufte. Damit begann eine Entwicklung, die bis heute von kontinuierlichen Investitionen geprägt ist. „Wir haben eigentlich immer investiert“, sagt Sittlinger. Die größte Veränderung erfolgte Ende der 1990er-Jahre mit dem Ausbau der Anlage. Heute verbindet der Familienbetrieb Strandbad, Restaurant, Bootsverleih, Wasserskischule und Freizeitangebot zu einem touristischen Gesamtpaket.
Wassersport als zentrales Element
Der Wassersport hat dabei eine lange Tradition. Bereits 1956 wurde das erste Motorboot angeschafft und wenig später die Konzession für Wasserski beantragt. Heute gehört die Wasserskischule ebenso selbstverständlich zum Betrieb wie das Restaurant, das vor allem in der Vor- und Nachsaison eine tragende Rolle spielt. „Bereits im Mai und Juni ist die Gastronomie ein Garant für gute Frequenz“, sagt Sittlinger. Während im Hochsommer das gesamte Areal bestens ausgelastet ist, sorgen Restaurant und Terrasse schon früh im Jahr für zahlreiche Gäste. „Egal ob Taufe, Erstkommunion oder Familien-essen: Im Frühjahr zieht es die Leute an den See.“ Ein weiteres kulinarisches Aushängeschild ist das hausgemachte Eis. Die Rezepte gehen noch auf den Großvater zurück und werden bis heute gepflegt.
Ebenso wichtig wie das Angebot sind für den 56-jährigen Sittlinger die Menschen dahinter. Aus ursprünglich acht bis zehn Mitarbeitern ist ein Team mit rund 45 Beschäftigten geworden. Viele Saisonkräfte kehren Jahr für Jahr zurück. „Die Mitarbeiter sind das Nonplusultra. Wenn man gut mit ihnen umgeht, bleiben sie dem Betrieb auch über Jahre hinweg erhalten.
Teamwork als große Stärke
Unterstützt wird Sittlinger von seiner Partnerin Heidi Hernler, die während der Saison „mehr als seine rechte Hand“ ist, sowie von seinem Neffen Jan, der bereits Verantwortung in der Wasserskischule und Gastronomie übernimmt. „Auch auf meine Geschwister und die Kinder meiner Partnerin kann ich mich jederzeit verlassen, wenn ich Hilfe im Betrieb brauche. Wir sind ein starkes Team.“
Im Mai 2026 beging das Unternehmen sein 100-Jahr-Jubiläum mit einem großen Fest und der Taufe eines neu angeschafften Bootes.
Das Erfolgsrezept für die nächsten 100 Jahre? Willi Sittlinger: „Zusammenhelfen, aufeinander schauen und die hohe Qualität aufrecht erhalten!
- 1926 eröffneten Willibald und Sepp Sittlinger in Döbriach das Strandbad Sittlinger.
- 1956 wurde das erste Motorboot angeschafft. Kurz darauf folgte die Konzession für den Wasserskibetrieb.
- 1971 kaufte Josef Sittlinger das bis dahin gepachtete Strandbad-Areal.
- 1994 übernahm Willibald Sittlinger den Betrieb im Alter von 24 Jahren.
- Ende der 1990er-Jahre wurde die Anlage umfassend modernisiert und kontinuierlich erweitert.
- Heute beschäftigt der Familienbetrieb rund 45 Mitarbeiter.