Mobilität nach Maß
Familie Stranig baut in Feldkirchen Fahrzeuge für Menschen mit Beeinträchtigungen um und ermöglicht damit ein Stück Selbstständigkeit.
Seit mehr als 50 Jahren beschäftigt sich Karosserie Stranig in der Tiebelstadt mit Karosserie- und Lackierarbeiten sowie Reparaturen nach Unfällen. Den Grundstein legte 1973 Gerhard Stranig. Heute führen Andreas junior und Andreas Stranig senior den Betrieb mit zehn Mitarbeitern in zweiter und dritter Generation.
Neben dem klassischen Werkstattgeschäft hat sich über die Jahre ein Bereich entwickelt, der für viele Menschen weit mehr bedeutet als Mobilität: der individuelle Umbau von Fahrzeugen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. „Jeder will mobil sein“, bringt es Geschäftsführer Andreas Stranig senior auf den Punkt und setzt nach: „Und Mobilität ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität.“ Ein Verkehrsunfall, das zunehmende Alter oder eine angeborene körperliche Beeinträchtigung: Die Gründe, ein Fahrzeug für Menschen mit speziellen Bedürfnissen umzubauen, sind genau so vielfältig wie die Umbauten selbst. Sie reichen von Handsteuerungen für Gas und Bremse über individuelle Fahrhilfen bis hin zu Fahrzeugen für den Rollstuhltransport. Jede Lösung wird exakt auf die jeweilige Person abgestimmt. „Es gibt keine Standardlösung. Wir führen lange Gespräche und entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen das passende Fahrzeug.“
Individuelle Umsetzung
Ulrike Stranig, die im Unternehmen für die Buchhaltung zuständig ist, erzählt: „Die Nachfrage steigt kontinuierlich und immer mehr Menschen möchten sich trotz ihrer Beeinträchtigung angemessen fortbewegen.“ Andreas Stranig junior ergänzt: „Genau darin liegt auch der nachhaltige Gedanke hinter dem Angebot. Statt Menschen aufgrund körperlicher Einschränkungen auszuschließen, werden Lösungen geschaffen, die ihnen ein möglichst eigenständiges Leben ermöglichen.“ Gleichzeitig werden die Herausforderungen größer. „Die Fahrzeuge werden technisch immer komplexer. Als Umbauer ist man den Entwicklungen der Hersteller oft einen Schritt hinterher“, erklärt Andreas Stranig senior. Hinzu kommt, dass die Umbauten oft hohe Investitionen erfordern. Nicht selten erreicht der Preis eines Umbaus die Größenordnung eines Kleinwagens.
Rund zehn bis 15 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen mittlerweile mit Fahrzeug-umbauten. Dass das Familienunternehmen dabei langfristig denkt, zeigt die Zusammenarbeit der Generationen. Senior- und Juniorchef sind täglich im Betrieb präsent. „Bei uns werden Kunden mit voller Leidenschaft persönlich betreut“, ist man sich einig. „Gerade bei sensiblen Projekten ist Vertrauen entscheidend. Wir arbeiten mit Gutachtern zusammen und garantieren, dass die Einbauten typisiert und zugelassen werden können, damit für die Kunden so wenig bürokratischer Aufwand wie möglich entsteht.“