Führen das Unternehmen in dritter Generation: Andreas junior, Ulrike und Andreas Stranig senior (von links).
Führen das Unternehmen in dritter Generation: Andreas junior, Ulrike und Andreas Stranig senior (von links). © KW/JM
Karosserie Stranig

Mobilität nach Maß

Familie Stranig baut in Feldkirchen Fahrzeuge für Menschen mit Beeinträchtigungen um und ermöglicht damit ein Stück Selbstständigkeit.

17.07.2026 07:39 von Johannes Moser
Lesezeit 4 Minuten

Seit mehr als 50 Jahren beschäftigt sich Karos­serie Stranig in der Tiebel­stadt mit Karos­serie- und Lackier­ar­beiten sowie Repara­turen nach Unfällen. Den Grund­stein legte 1973 Gerhard Stranig. Heute führen Andreas junior und Andreas Stranig senior den Betrieb mit zehn Mitar­beitern in zweiter und dritter Generation.

Neben dem klassi­schen Werkstatt­ge­schäft hat sich über die Jahre ein Bereich entwi­ckelt, der für viele Menschen weit mehr bedeutet als Mobilität: der indivi­duelle Umbau von Fahrzeugen für Menschen mit körper­lichen Beein­träch­ti­gungen. „Jeder will mobil sein“, bringt es Geschäfts­führer Andreas Stranig senior auf den Punkt und setzt nach: „Und Mobilität ist ein wichtiger Faktor für die Lebens­qua­lität.“ Ein Verkehrs­unfall, das zuneh­mende Alter oder eine angeborene körper­liche Beein­träch­tigung: Die Gründe, ein Fahrzeug für Menschen mit spezi­ellen Bedürf­nissen umzubauen, sind genau so vielfältig wie die Umbauten selbst. Sie reichen von Handsteue­rungen für Gas und Bremse über indivi­duelle Fahrhilfen bis hin zu Fahrzeugen für den Rollstuhl­transport. Jede Lösung wird exakt auf die jeweilige Person abgestimmt. „Es gibt keine Standard­lösung. Wir führen lange Gespräche und entwi­ckeln gemeinsam mit den Betrof­fenen das passende Fahrzeug.“

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Indivi­duelle Umsetzung

Ulrike Stranig, die im Unter­nehmen für die Buchhaltung zuständig ist, erzählt: „Die Nachfrage steigt konti­nu­ierlich und immer mehr Menschen möchten sich trotz ihrer Beein­träch­tigung angemessen fortbe­wegen.“ Andreas Stranig junior ergänzt: „Genau darin liegt auch der nachhaltige Gedanke hinter dem Angebot. Statt Menschen aufgrund körper­licher Einschrän­kungen auszu­schließen, werden Lösungen geschaffen, die ihnen ein möglichst eigen­stän­diges Leben ermög­lichen.“ Gleich­zeitig werden die Heraus­for­de­rungen größer. „Die Fahrzeuge werden technisch immer komplexer. Als Umbauer ist man den Entwick­lungen der Hersteller oft einen Schritt hinterher“, erklärt Andreas Stranig senior. Hinzu kommt, dass die Umbauten oft hohe Inves­ti­tionen erfordern. Nicht selten erreicht der Preis eines Umbaus die Größen­ordnung eines Klein­wagens.

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Rund zehn bis 15 Prozent des Umsatzes erzielt das Unter­nehmen mittler­weile mit Fahrzeug-umbauten. Dass das Famili­en­un­ter­nehmen dabei langfristig denkt, zeigt die Zusam­men­arbeit der Genera­tionen. Senior- und Juniorchef sind täglich im Betrieb präsent. „Bei uns werden Kunden mit voller Leiden­schaft persönlich betreut“, ist man sich einig. „Gerade bei sensiblen Projekten ist Vertrauen entscheidend. Wir arbeiten mit Gutachtern zusammen und garan­tieren, dass die Einbauten typisiert und zugelassen werden können, damit für die Kunden so wenig bürokra­ti­scher Aufwand wie möglich entsteht.“

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 13/26 erschienen.
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