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Die vierte Generation hat das Ruder in der Hand: Andreas Morolz (rechts) mit Lebensgefährtin Michaela Aichwalder. Bruder Martin Morolz liefert mit seiner Rös­terei den haus­eigenen Kaffee. © Florian Mori
Gasthof Kropf

Tradi­tionen
bewahren und Zukunft gestalten

Das 70-Jahr-Jubiläum feiert der Gasthof Kropf in Lind bei Griffen. Was im landwirtschaftlichen Nebenerwerb begann, hat sich zu einer kulinarischen Adresse mit zwei Gault&Millau-Hauben für hohe Kochkunst, Kreativität und handwerkliches Können entwickelt.

25.06.2026 10:37 - Update am: 25.06.2026 10:37 von Claudia Blasi
Lesezeit 5 Minuten

Unter der Woche und wochenends gute, boden­ständige Menüs und À‑la-carte-Gerichte und am Freitag dann ganz großes Kino – so lautet das Credo von Andreas ­Morolz. Seit 2019 führt er den Gasthof Kropf und wird dabei von der gesamten Familie unter­stützt. Von der Oma und der Mutter hat er das Kochen gelernt und schnell erkannt, dass er den Gerichten gerne seine eigene Handschrift verleihen möchte. „Genau deshalb ist freitags unser Gourmet-Abend entstanden, um zu experi­men­tieren und Grenzen auszu­loten“, erzählt Morolz. Selbst bei den Stammgäs­ten kommen die kreativen Teller sehr gut an und auch die Geschmacks­nerven der Tester von Gault&Millau wurden getroffen: „Zwei Hauben sind eine schöne Auszeichnung für den Mut, etwas Neues zu wagen.“

Vom Service in die Küche


Seinen beruf­lichen Weg begann der leiden­schaft­liche Koch nicht am Herd, sondern im Service. Als Kellner arbeitete er sich bis zum Restaurant- und Somme­lier­leiter im Schloss­hotel Velden und Hotel Schloss Seefels in Pörtschach hoch. Der Wunsch nach Selbst­stän­digkeit führte ihn zurück in den elter­lichen Betrieb. „Von der gehobenen Hotel­lerie zurück in den ländlichen Gasthof war eine Umstellung, aber diese beiden Welten zu verbinden, war genau die He­rausforderung, die ich wollte.“


Sowohl in der Küche als auch im Betrieb setzt Morolz auf die Verbindung von Tradition und Innovation. Deshalb wird auch am 150 Jahre alten Kasnu­del­rezept von der Oma nichts geändert, höchs­tens verfeinert. Grund­sätzlich gehe es ihm beim Kochen darum, den Eigen­ge­schmack und den Charakter eines Gerichts zu bewahren. Die Basis sei dabei ein gutes, ehrliches Produkt, möglichst aus der Region.

Am Puls der Zeit


Gleich­zeitig beobachtet der Famili­en­be­trieb mit acht Mitar­beitern und Aushilfen am Wochenende aktuelle Entwick­lungen in der Gastro­nomie genau. „Wir haben zum Beispiel geschmack­volle vegane Gerichte entwi­ckelt und nicht nur Beilagen aufge­tischt.“ Auch beim Thema Teuerung verfolgt der Gasthof eine klare Strategie: „Man kann nicht die gesamten Mehrkosten dem Gast überlassen. Vielfach sind die Preise in der Gastro­nomie überzogen. Ein gesundes Maß dafür, was ein Teller kosten darf, sollte gewahrt bleiben.“
Die nächsten eigenen Inves­ti­tionen fließen in abseh­barer Zeit in eine neue Terrasse sowie die Moder­ni­sierung der Küche. Damit schafft der Betrieb die Voraus­set­zungen für die Zukunft – und vielleicht schon für die fünfte Generation, die derzeit noch in den Kinder­schuhen steckt.

Aus der Chronik
  • 1948 führt Josef Morolz eine Landwirt­schaft mit einem kleinen Gasthaus in Lind.
  • 1956 wird das Gastge­werbe angemeldet, später die Landwirt­schaft aufge­geben.
  • Mittler­weile leitet Andreas Morolz in vierter Generation den Gasthof, die ganze Familie arbeitet im Betrieb mit.
  • Im Laufe der Jahre wurde die Gaststube erweitert, ein Saal, Gäste­zimmer und eine Kaffee­rösterei kamen hinzu.
  • Das Lokal wurde 2019 mit zwei Hauben ausge­zeichnet.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 12/26 erschienen.
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