„KI-Einsatz hängt
immer vom Prozess ab“
Im Interview erzählt Eva Eggeling vom Fraunhofer Innovationszentrum KI4LIFE worauf es beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz ankommt.
„Kärntner Wirtschaft“: Wie weit ist Künstliche Intelligenz im Alltag heimischer KMU bereits angekommen?
Eva Eggeling: Auch in Kärntner KMU ist KI bereits angekommen – allerdings meist sehr punktuell und noch selten strategisch verankert. Viele Unternehmen nutzen KI etwa für Angebotslegung, Kundenkommunikation oder die Analyse von Betriebsdaten. Entscheidend ist dabei weniger die Technologie selbst, sondern die Qualität der vorhandenen Daten. Ohne strukturierte Datenbasis kann KI ihr Potenzial nicht entfalten.
Wo können KMU am schnellsten profitieren?
Der Einstieg sollte immer über den konkreten Nutzen erfolgen. Unternehmen sollten sich fragen: Wo fehlt Personal? Welche Abläufe kosten unnötig Zeit? Was verursacht täglich Aufwand? Genau dort kann KI Mitarbeiter entlasten und Prozesse effizienter machen. Dafür braucht es oft keine großen Investitionen, sondern pragmatische Lösungen und einen schrittweisen Zugang. Am besten, man identifiziert drei bis vier Anwendungsfälle im Unternehmen und sucht sich dann die Lösungen dazu. Ein Beispiel aus dem Handwerk wäre eine KI-gestützte Qualitätskontrolle. Aber auch bei Dingen wie der Angebotslegung, der Kundenkommunikation oder der Analyse von Betriebsdaten ist viel Potenzial da.
Warum tun sich viele Betriebe noch schwer mit dem Einstieg?
Viele wissen schlicht nicht, wie sie anfangen sollen. Gleichzeitig gibt es eine gewisse Spannung zwischen Begeisterung und Unsicherheit bei Mitarbeitern. Wichtig ist daher, Risiken zu verstehen und die Beschäftigten mitzunehmen. Auch aus Gründen wie Datenschutz werden vielfach lokale Lösungen innerhalb von Unternehmen notwendig sein. Die Entwicklung dieser ist jedoch für KMUs derzeit wahrscheinlich zu kostenintensiv. Studien zeigen zudem eine große Diskrepanz zwischen der Dringlichkeit, KI einsetzen zu müssen und der Umsetzungsbereitschaft in der Realität.
Wo bleibt der Mensch unersetzbar?
KI kann vieles unterstützen, aber nicht jede Entscheidung ersetzen. Gerade im Mittelstand wird es entscheidend sein, KI als Werkzeug zu verstehen und sinnvoll in bestehende Prozesse einzubinden. Der Mensch bleibt dort unersetzbar, wo Erfahrung, Kreativität und persönlicher Kontakt gefragt sind.
Lehrlinge