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Eva Eggeling vom Fraunhofer Innovationszentrum KI4LIFE sieht Künstliche Intelligenz als Werkzeug. © KK/Daniel Prugger
KI-Einsatz in Unternehmen

„KI-Einsatz hängt
immer vom Prozess ab“

Im Interview erzählt Eva Eggeling vom Fraunhofer Innovationszentrum KI4LIFE worauf es beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz ankommt.

01.06.2026 09:14 von Johannes Moser
Lesezeit 2 Minuten

„Kärntner Wirtschaft“: Wie weit ist Künst­liche Intel­ligenz im Alltag heimi­scher KMU bereits angekommen?


Eva Eggeling: Auch in Kärntner KMU ist KI bereits angekommen – aller­dings meist sehr punktuell und noch selten strate­gisch verankert. Viele Unter­nehmen nutzen KI etwa für Angebots­legung, Kunden­kom­mu­ni­kation oder die Analyse von Betriebs­daten. Entscheidend ist dabei weniger die Techno­logie selbst, sondern die Qualität der vorhan­denen Daten. Ohne struk­tu­rierte Daten­basis kann KI ihr Potenzial nicht entfalten.

Wo können KMU am schnellsten profi­tieren?


Der Einstieg sollte immer über den konkreten Nutzen erfolgen. Unter­nehmen sollten sich fragen: Wo fehlt Personal? Welche Abläufe kosten unnötig Zeit? Was verur­sacht täglich Aufwand? Genau dort kann KI Mitar­beiter entlasten und Prozesse effizi­enter machen. Dafür braucht es oft keine großen Inves­ti­tionen, sondern pragma­tische Lösungen und einen schritt­weisen Zugang. Am besten, man identi­fi­ziert drei bis vier Anwen­dungs­fälle im Unter­nehmen und sucht sich dann die Lösungen dazu. Ein Beispiel aus dem Handwerk wäre eine KI-gestützte Quali­täts­kon­trolle. Aber auch bei Dingen wie der Angebots­legung, der Kunden­kom­mu­ni­kation oder der Analyse von Betriebs­daten ist viel Potenzial da.

Warum tun sich viele Betriebe noch schwer mit dem Einstieg?


Viele wissen schlicht nicht, wie sie anfangen sollen. Gleich­zeitig gibt es eine gewisse Spannung zwischen Begeis­terung und Unsicherheit bei Mitar­beitern. Wichtig ist daher, Risiken zu verstehen und die Beschäf­tigten mitzu­nehmen. Auch aus Gründen wie Daten­schutz werden vielfach lokale Lösungen innerhalb von Unter­nehmen notwendig sein. Die Entwicklung dieser ist jedoch für KMUs derzeit wahrscheinlich zu kosten­in­tensiv. Studien zeigen zudem eine große Diskrepanz zwischen der Dring­lichkeit, KI einsetzen zu müssen und der Umset­zungs­be­reit­schaft in der Realität.

Wo bleibt der Mensch unersetzbar?


KI kann vieles unter­stützen, aber nicht jede Entscheidung ersetzen. Gerade im Mittel­stand wird es entscheidend sein, KI als Werkzeug zu verstehen und sinnvoll in bestehende Prozesse einzu­binden. Der Mensch bleibt dort unersetzbar, wo Erfahrung, Kreati­vität und persön­licher Kontakt gefragt sind.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 10/26 erschienen.
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