ktn.-nachh.-gusta-garden-balkon
Kurzer Weg von der Ernte auf den Teller: Mit seinen Pflanzgefäßen, Erde und Zubehör macht das Feldkirchner Unternehmen Gusta Garden Lust auf das Gärtnern auf Balkon und ­Terrasse. Demnächst soll sie auch eine App unterstützen. © Gusta Garden
Gusta Garden

Großer
Gusto auf Gemüse

Mit Pflanzgefäßen für Balkon und Terrasse hat Gusta Garden begonnen, mit Erde aus Kaffeesud das Sortiment erweitert. Terracotta-Töpfe und eine App sind die nächsten Schritte.

16.06.2026 09:03 - Update am: 16.06.2026 09:03 von Ines Tebenszky
Lesezeit 7 Minuten

Mit Paul Potato, einem Kartof­fel­pflanzturm, legte das Feldkirchner Unter­nehmen Gusta Garden 2017 den Grund­stein für sein Business rund um Balkon- und Terras­sen­gärten und die Selbst­ver­sorgung mit Gemüse. Mittler­weile ist das Sortiment um Pflanz­gefäße für Tomaten, Gurken, Erdbeeren oder Kräuter gewachsen.

Auch wenn der für die Töpfe verwendete Kunst­stoff zu 100 Prozent recycelbar sei, trage man mit einer neuen Entwicklung dem Wunsch nach mehr Nachhal­tigkeit Rechnung, wie Alexander Mann, der seit Februar als Geschäfts­führer tätig ist, erzählt. „Wir haben mit einem italie­ni­schen Partner eine Terra­cotta-Version von Paul Potato entwi­ckelt, eine Klein­serie wird gerade produ­ziert.“ Eine Heraus­for­derung dabei sei aller­dings die versand­taug­liche Verpa­ckung – daran tüftle man mit einer Villacher Firma.

Erde aus Kaffeesud

Getüftelt werde auch an der passenden Erde für das Balkon­gemüse, die die Schwes­ter­firma Waldaffe produ­ziere. Diese bestehe haupt­sächlich aus Holzfasern, einem Abfall­produkt aus der Holzin­dustrie, die pelle­tiert und mit Erde vermischt werden. Zudem könne alles, was organisch ist, in die Substraterde gemischt werden, ebenso unter­schied­liche Dünger. Pro Jahr werden 5000 bis 6000 Tonnen Erde produ­ziert.

Besonders stolz ist Mann auf einen Auftrag von Tchibo. „Für Tchibo haben wir Erde aus Kaffeesud herge­stellt. Damit sind wir die einzige Firma in Europa, die das macht.“ Im kommenden Jahr sollen zur Kaffeeerde auch Blumen­töpfe von Gusta Garden ins Tchibo-Sortiment aufge­nommen werden. Insgesamt sei der Export­anteil sehr hoch – gefragt seien die Produkte in ganz Europa, aber auch in den USA oder Südafrika.

© Gusta Garden (5)

Anbau ohne Sorgen

Da mit Töpfen und Erde der Ernte­erfolg aber trotzdem nicht immer gesichert ist, will Gusta Garden seine Kunden demnächst mit einer App unter­stützen. „Damit wollen wir unsere Community motivieren, ihr Wissen zu teilen.“ Profi­tieren sollen sie unter anderem von einem Gießplan, der auf den Pflan­zen­standort abgestimmt ist und aktuelle Wetter­daten einbe­zieht, viel Garten­wissen von KI-Mitar­beiter Gustav und einem Bonus­system.

„Unser Ziel ist, dass unsere Kunden mit Freude und ohne Sorgen ihr Gemüse anbauen können.“ Eine erste Testphase starte nun mit Influencern, ab Anfang 2027 werde sie dann inklusive Punkte­sam­mel­system erhältlich sein. „Wer zum Beispiel sein Wissen mit anderen Nutzern teilt, erhält Punkte, die er dann gegen Prämien wie alte Samen tauschen kann.“

Saison verlängern

Ein weiteres Ziel des Unter­nehmens ist, die Garten­saison zu verlängern. „Wir machen 80 Prozent unseres Umsatzes in drei Monaten. Um diesen Zeitraum auszu­weiten, wollen wir künftig so genannte Bundles, wie Grill­pakete oder Cocktailsets als Geschenk­ideen anbieten.“ Auch ein Abomodell soll umgesetzt werden, um die Gusta-Gärtner zum richtigen Zeitpunkt mit Dünger, Samen oder Erde zu versorgen. Eine längere Saison soll auch am Küchen­fenster möglich werden: „Für Harry Herbs wird es ein LED-Licht als Add-on geben – damit können dann nach Kräutern, Salat oder Sprossen auch Pilze angebaut werden.“

Info-Icon
Dieser Artikel ist in Ausgabe 11/26 erschienen.
Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Kärnten nachhaltig