Großer
Gusto auf Gemüse
Mit Pflanzgefäßen für Balkon und Terrasse hat Gusta Garden begonnen, mit Erde aus Kaffeesud das Sortiment erweitert. Terracotta-Töpfe und eine App sind die nächsten Schritte.
Mit Paul Potato, einem Kartoffelpflanzturm, legte das Feldkirchner Unternehmen Gusta Garden 2017 den Grundstein für sein Business rund um Balkon- und Terrassengärten und die Selbstversorgung mit Gemüse. Mittlerweile ist das Sortiment um Pflanzgefäße für Tomaten, Gurken, Erdbeeren oder Kräuter gewachsen.
Auch wenn der für die Töpfe verwendete Kunststoff zu 100 Prozent recycelbar sei, trage man mit einer neuen Entwicklung dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit Rechnung, wie Alexander Mann, der seit Februar als Geschäftsführer tätig ist, erzählt. „Wir haben mit einem italienischen Partner eine Terracotta-Version von Paul Potato entwickelt, eine Kleinserie wird gerade produziert.“ Eine Herausforderung dabei sei allerdings die versandtaugliche Verpackung – daran tüftle man mit einer Villacher Firma.
Erde aus Kaffeesud
Getüftelt werde auch an der passenden Erde für das Balkongemüse, die die Schwesterfirma Waldaffe produziere. Diese bestehe hauptsächlich aus Holzfasern, einem Abfallprodukt aus der Holzindustrie, die pelletiert und mit Erde vermischt werden. Zudem könne alles, was organisch ist, in die Substraterde gemischt werden, ebenso unterschiedliche Dünger. Pro Jahr werden 5000 bis 6000 Tonnen Erde produziert.
Besonders stolz ist Mann auf einen Auftrag von Tchibo. „Für Tchibo haben wir Erde aus Kaffeesud hergestellt. Damit sind wir die einzige Firma in Europa, die das macht.“ Im kommenden Jahr sollen zur Kaffeeerde auch Blumentöpfe von Gusta Garden ins Tchibo-Sortiment aufgenommen werden. Insgesamt sei der Exportanteil sehr hoch – gefragt seien die Produkte in ganz Europa, aber auch in den USA oder Südafrika.
Anbau ohne Sorgen
Da mit Töpfen und Erde der Ernteerfolg aber trotzdem nicht immer gesichert ist, will Gusta Garden seine Kunden demnächst mit einer App unterstützen. „Damit wollen wir unsere Community motivieren, ihr Wissen zu teilen.“ Profitieren sollen sie unter anderem von einem Gießplan, der auf den Pflanzenstandort abgestimmt ist und aktuelle Wetterdaten einbezieht, viel Gartenwissen von KI-Mitarbeiter Gustav und einem Bonussystem.
„Unser Ziel ist, dass unsere Kunden mit Freude und ohne Sorgen ihr Gemüse anbauen können.“ Eine erste Testphase starte nun mit Influencern, ab Anfang 2027 werde sie dann inklusive Punktesammelsystem erhältlich sein. „Wer zum Beispiel sein Wissen mit anderen Nutzern teilt, erhält Punkte, die er dann gegen Prämien wie alte Samen tauschen kann.“
Saison verlängern
Ein weiteres Ziel des Unternehmens ist, die Gartensaison zu verlängern. „Wir machen 80 Prozent unseres Umsatzes in drei Monaten. Um diesen Zeitraum auszuweiten, wollen wir künftig so genannte Bundles, wie Grillpakete oder Cocktailsets als Geschenkideen anbieten.“ Auch ein Abomodell soll umgesetzt werden, um die Gusta-Gärtner zum richtigen Zeitpunkt mit Dünger, Samen oder Erde zu versorgen. Eine längere Saison soll auch am Küchenfenster möglich werden: „Für Harry Herbs wird es ein LED-Licht als Add-on geben – damit können dann nach Kräutern, Salat oder Sprossen auch Pilze angebaut werden.“