Verwerten
statt entsorgen
Mit greenFX zeigt Peter Simon, dass Kreislaufwirtschaft am Bau kein ökologisches Feigenblatt ist, sondern Planungssicherheit und Kostenvorteile schaffe.
Will man Gebäude umbauen, ist das immer auch eine Kostenfrage. Genau an diesem Punkt steigt Peter Simon mit seinem Klagenfurter Ingenieurbüro greenFX in Projekte ein. Bevor Aufträge vergeben werden, prüft er, welche Materialien sich wiederverwenden oder wiederverwerten lassen und auf welche Schadstoffe zu achten ist.
Im Zentrum stehe dabei der schonende Umgang mit Materialien, der Schutz der Beschäftigten vor vermeidbaren Schadstoffexpositionen und die Absicherung von Kosten und Projektrisiken. Durch frühzeitige Erkundung, klarer Mengen- und Stoffinformationen sowie geplanter Verwertungs- und Entsorgungswege entstehe Kostensicherheit.
Ein Gebäude ist am Ende seiner Nutzung nicht automatisch Abfall. Es enthält wertvolle Bauteile und Rohstoffe.
Peter Simon
greenFX„Ein Gebäude ist am Ende seiner Nutzung nicht automatisch Abfall. Es enthält wertvolle Bauteile und Rohstoffe“, erklärt Simon. Deshalb stehe für ihn die Wiederverwendung immer vor dem Recycling: Ein Bauteil, das weiterverwendet werde, behalte einen Großteil der bereits investierten Rohstoffe, Energie und Arbeitsleistung.
Ökologisch und Kosten senkend
Ist eine Wiederverwendung nicht möglich, wird der selektive Rückbau entscheidend. Nur eine saubere Trennung der Materialien schaffe Stoffströme, die sich hochwertig recyceln lassen. Der Effekt sei nicht nur ökologisch: Eine frühzeitige Bewertung der Materialien kann Kosten senken, Entsorgungsmengen verringern und Ausschreibungen sowie Kalkulationen verlässlicher machen. „Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn bekannt ist, welche Materialien überhaupt wieder in den Kreislauf gelangen dürfen“, so der gebürtige Wiener, der nach der HTL Bauingenieurwesen studierte.
Nachhaltigkeit bedeutet für Simon vor allem Ressourcenschonung: „Es fängt bei den Materialien an und hört bei einem selbst auf.“ Der 46-Jährige kommt ursprünglich aus der praktischen Schadstoffsanierung. „Ich komme aus der Praxis und weiß, was, wo und wie machbar ist. Das ist ein großer Vorteil bei der Planung.“
Zu seinen Kunden zählen vor allem große Unternehmen, Energieversorger und öffentliche Auftraggeber. Eine zentrale Herausforderung sieht er darin, dass ausführende Firmen das Potenzial der Wiederverwendung erkennen müssen – als Geschäftsmodell, nicht als Klotz am Bein. Der Auftraggeber gewinnt dadurch Planungssicherheit und spart gleichzeitig Kosten.
Verantwortung beginnt vor der Baustelle
Deshalb ist es Simon wichtig, Informationen zu Schad- und Störstoffen möglichst schon vor Arbeitsbeginn vorzulegen, damit sie in Planung und Ausschreibung einfließen können. „Die Verantwortung beginnt nicht erst auf der Baustelle, sondern bereits in der Projektvorbereitung“, erklärt er.