Achtsam im
Arbeitsalltag
Haltung statt Meditationskissen: Wer im eigenen Betrieb auf Achtsamkeit setzt, baut sich damit nicht nur Widerstandskraft auf, sondern kann auch seine Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Achtsamkeit ist eine Haltung, die hilft, besser mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen, egal ob dies schwierige Kunden, Veränderungen am Markt oder Deadlines im Nacken betrifft. Das bestätigt auch Achtsamkeitsexpertin Susanne Strobach, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigt: „Achtsamkeit umfasst ein uneingeschränktes Annehmen. Es ist gut, wie es ist, egal, wie es ist.“ Akzeptanz ist ein Teil davon, genauso wie Dankbarkeit, Geduld, Vertrauen oder Großzügigkeit. Wissenschaftlich seien die positiven Wirkungen längst bestätigt: So könne Achtsamkeit nicht nur das Immunsystem und die Gesundheit stärken, sondern auch für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz, Teamfähigkeit, Effektivität, Motivation und weniger Konflikte sorgen.
Beim Familienunternehmen Rutar ist Achtsamkeit ein Teil der Führungskultur und ein Indikator für Erfolg. Auch Führungskräfte- und Team-Entwicklerin Sabine Stadlober bestätigt: Führungskräfte, die ihre Haltung, ihr Denken und ihr Handeln achtsam beobachten und Feedback erhalten, schärfen ihre Selbstwahrnehmung. Somit entwickeln sie ein Bewusstsein für ihr Wirken auf das Team. Das fördere die Führungs- und Teamarbeit positiv. Achtsamkeit ist somit eine messbare, trainierbare Ressource mit direktem Einfluss auf die Arbeitsleistung. Bereits einfache Dinge, die jeder in seinen Alltag einbauen kann, können unterstützen, fokussierter und effizienter zu arbeiten. Ein Beispiel: An Tagen mit wenig Energie lohnt es sich, bewusst zu verlangsamen, präsent zu sein und sich nicht durch Multitasking weiter zu erschöpfen.
Stimmen aus der Wirtschaft
Antje Goldgruber-Hantinger
Nachhaltige Investitionen in die Gesundheit
Achtsamkeit im Betrieb bedeutet, eine Umgebung zu kultivieren, in der sich Menschen wohlfühlen, dadurch lernen und ihr Potenzial entfalten können. Dafür braucht es ein Umfeld, in dem das Nervensystem zur Ruhe kommen kann. Die Arbeit mit dem Nervensystem und die Förderung von Achtsamkeit sind nachhaltige Investitionen in die Gesundheit.
Gregor Rutar
Persönliches Wachstum durch Reflexion
Wir schaffen Raum für persönliches Wachstum durch Reflexion, kollegiales Feedback und einen offenen, gestalterischen Dialog. Empathie wird künftig noch stärker im Mittelpunkt unserer Unternehmenskultur stehen. Wer achtsam mit sich selbst und mit anderen umgeht, schafft Vertrauen. Und das ist die Grundlage für starke Teams, langfristige Zusammenarbeit und nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Nicole Knapp
Alltag neu strukturieren
Achtsamkeit ist für mich sehr wichtig. Mit einfachen kleinen Veränderungen kann auch der Alltag neu strukturiert
werden. Das haben wir auch in unserem Betrieb umgesetzt: Heuer haben wir unser Angebot auf Frühstück umgestellt, damit wir als Familie abends mehr gemeinsame Zeit haben und den Druck aus dem Alltag nehmen.
Sabine Stadlober
Transfer der Selbsterkenntnisse
Entscheidend ist der Transfer der Selbsterkenntnisse in den Alltag. Führungskräfte sollten ihr Verhalten bedürfnisorientiert weiterentwickeln und eine achtsame Zusammenarbeit fördern. Dadurch gestalten sie positive Beziehungen mit ihren Mitarbeitenden. Und das bildet die Grundlage für eine nachhaltige Teamentwicklung und stärkt die Resilienz der Organisation.
Sigrid Stadler
Achtsamkeit beim Essen
In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Achtsamkeit beim Essen eine große Rolle. Zum einen beginnt die Vorverdauung bereits im Mund, zum anderen haben wir durch das langsame Kauen mehr vom Lebensmittel. Und es hat natürlich auch mit Wertschätzung gegenüber sich selbst, aber auch den Dingen, die wir zu uns nehmen, zu tun.