Kärntner
Unternehmen auf Mission in Zürich
Wie wird künftig gebaut, wenn Effizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung den Takt vorgeben? Antworten darauf suchte eine Delegation Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Wirtschaftsmission „Zukunft Bau“ in Zürich.
Drei Tage lang standen neue Bauprozesse im Mittelpunkt. Digitale Planung, robotergestützte Fertigung und industrielle Vorproduktion prägen die Entwicklung der Branche. Beim Auftakt in der österreichischen Wirtschaftsdelegation diskutierten Expertinnen und Experten aktuelle Ansätze im Holzbau und in der Automatisierung.
Am ETH-Campus und in Forschungszentren wie der Empa zeigte sich, wie weit diese Entwicklungen bereits reichen. Roboter fertigen Bauteile, Software steuert Abläufe, Materialien werden gezielt weiterentwickelt. Forschung und Wirtschaft arbeiten eng zusammen, viele Lösungen sind bereits im Einsatz.
Der Holzbau entwickelt sich dabei besonders dynamisch. Unternehmen wie ERNE setzen auf automatisierte Fertigung und digitale Prozessketten. Projekte wie das DFAB House zeigen, wie sich Planung und Bau erstmals vollständig digital verbinden lassen.
„Unsere Betriebe stehen im internationalen Wettbewerb. Wer vorne bleiben will, muss Entwicklungen früh erkennen und nutzen. Genau dafür schaffen wir mit solchen Missionen den direkten Zugang“, sagt WK-Präsident Jürgen Mandl.
Schweiz unter den Top-zehn-Exportländern Kärntens
Die Bedeutung solcher Initiativen zeigt sich auch in den aktuellen Außenhandelszahlen. Kärntens Exporte erreichten im ersten Halbjahr 2025 rund 4,83 Milliarden Euro, der Handelsüberschuss lag bei 862 Millionen Euro. Die Schweiz bleibt ein wichtiger Absatzmarkt und liegt mit 141 Millionen Euro unter den Top-zehn-Exportländern Kärntens.
„Entscheidend ist, was bei den Betrieben ankommt. Wir wollen konkrete Ansätze mitgeben, die sich direkt in den Arbeitsalltag integrieren lassen“, sagt Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Außenwirtschaft und EU der Wirtschaftskammer Kärnten.
Die Unternehmerinnen und Unternehmer nehmen vor allem eines mit: neue Ansätze und Ideen für die Praxis.
„Über den Tellerrand zu blicken, ist entscheidend. Gerade im Holzbau kann man von der Schweiz viel lernen.“
„Solche Einblicke sind wichtig. Der Holzbau entwickelt sich klar in Richtung Lösungen aus einer Hand.“
Maximilian Liesnig: „Ich nehme viele Eindrücke und vor allem Motivation mit, neue Ansätze im eigenen
Betrieb weiterzudenken.“
Karl Liesnig: „Überrascht hat mich, wie praxisnah hier gearbeitet wird. Forschung und Unternehmen greifen direkt ineinander.“
- Die Schweiz zählt zu den innovationsstärksten Volkswirtschaften weltweit und belegt regelmäßig Spitzenplätze im Global Innovation Index.
- Die Wirtschaft gilt als stabil und wettbewerbsfähig, geprägt von hoher Produktivität und internationaler Vernetzung.
- Forschungseinrichtungen wie die ETH Zürich und die Empa zählen zu den führenden Institutionen im Bau- und Materialbereich.
- Die Bauwirtschaft setzt verstärkt auf digitale Planung, Automatisierung und neue Fertigungstechnologien.
- Holz gewinnt als nachhaltiger Baustoff zunehmend an Bedeutung.