Mit Herz
und Hammer
Von Hamburg an den Ossiacher See: Sandra Dobos nutzte den Umzug nach Kärnten für einen Neustart in die Selbstständigkeit: Als „Raumwandlerin“ verwandelt sie alte Häuser in ein zeitgemäßes Zuhause und übernimmt auf Wunsch die komplette Projektabwicklung.
Die Harley Bike Week entfachte bei Sandra Dobos die Liebe zu Kärnten. „Ich sagte immer, wenn sich in Hamburg einmal beruflich etwas ändert, fange ich hier noch einmal neu an.“ Und das tat sie 2024. Sie machte sich als „Raumwandlerin“ und Homestagerin mit einer Wohnmanufaktur selbstständig. Dabei lebt sie ihre Leidenschaft aus: Das Renovieren von alten Häusern und das Upcycling von Möbeln. Übung hat sie darin.Schließlich ist sie selbst mindestens 18-mal gesiedelt und hat sich ein neues Zuhause eingerichtet.
„Heute gestalte ich für meine Kunden auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Wohnkonzepte und wandle am liebsten Häuser aus den 1960er- bis 1990er-Jahren um, denn Wohnen hat sich verändert“, erzählt Dobos. Dabei übernimmt sie auch die komplette Projektabwicklung – von der Auswahl und Koordination von Handwerkern und Möbelstücken. Sichtachsen, Lichtverhältnisse, Größenrelation – oft sind es nur Kleinigkeiten, die einem Raum ein neues Wohngefühl geben.
Der Einstieg in die Selbstständigkeit war für sie nicht schwer: „Ich habe bereits in Deutschland 18 Jahre lang im Projektmanagement auf selbstständiger Basis gearbeitet.“ Als gelernte Industriekauffrau arbeitete sie lange im Anlagenbau und wickelte Projekte für große Raffinerien ab. „Dadurch kann ich mit Gewerken umgehen, Pläne lesen und bin erprobt in der Organisation mit sehr engen Terminzeiträumen.“ Für sie ist das eine ideale Ergänzung zum kreativen Gestalten.
Hilfsangebote nutzen
Was in Kärnten anders ist? „In Österreich hat mir beim Start die Wirtschaftskammer sehr geholfen. Die Unterstützung für Gründer und Einpersonenunternehmen ist in Österreich viel größer als in Deutschland“, sagt Dobos. „Es gibt wirklich viele Hilfsangebote, aber man muss sie als Selbstständige auch abholen.“ Was ebenfalls wichtig sei: gezielte Fragen stellen, um konkrete Antworten zu bekommen. Kärnten selbst erlebt sie als Do-it-yourself-affin und bedachter in Entscheidungen. „Die Dinge brauchen hier mehr Zeit. Es wird nicht sofort auf Trends aufgesprungen. Deshalb biete ich einen Beratungsservice an, um sich einfach mal Ideen zu holen oder gemeinsam zu schauen, was mit dem vorhandenen Budget alles möglich ist.“ Künftig möchte sie auch Handwerker- und DIY-Workshops für Frauen anbieten.