Wolfsberger
Kaffeehauskultur
Hotel und Konditorei Hecher gehören zu Wolfsberg wie das Amen zum Gebet. Das Haus ist weit über die Stadtgrenzen hinaus für seine Mehlspeisen bekannt.
Seit mehr als 120 Jahren ist der Familienbetrieb Hecher ein fester Bestandteil der Wolfsberger Gastlichkeit. Die Geschichte begann im Jahr 1901, als Franz Wiharnik die Gaststätte „Kärntnerhof“ kaufte und sie bis 1920 unter dem Namen „Gasthof Wiharnik“ führte. Danach wurde der Betrieb über viele Jahre verpachtet. Durch den Tod seines Onkel Fritz, ging das Haus 1961 an den Neffen Dietmar Hecher über.
Seit 2004 führt Nicol Hecher das Vier-Sterne-Hotel gemeinsam mit ihrer Familie in dritter Generation. Auch die vierte Generation hilft bereits mit: Julian Hecher agiert bereits als Stellvertreter und rechte Hand und Clemens Hecher unterstützen den Betrieb an der Rezeption.
Die Aufgaben innerhalb der Familie sind klar verteilt. Schwester Elke kümmert sich um Konditorei, Buchhaltung und Büro, Nicol Hecher verantwortet die unternehmerischen Entscheidungen. Die Schwestern sind im Betrieb aufgewachsen. „Das Wohnzimmer meiner Eltern war das Geschäft“, erzählt Nicol.
Der Übergang von der Mitarbeiterin zur Chefin sei nicht immer einfach gewesen, genauso wie das Treffen eigener Entscheidungen im Unternehmen. „Man muss lernen, auch mit Fehlentscheidungen umzugehen“, sagt sie. Besonders wichtig seien ihr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Sie sind die Stütze jedes Unternehmens.“ Viele begleiten den Betrieb bereits seit vielen Jahren.
Schritt für Schritt gewachsen
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Unternehmen laufend erweitert. Nach einem Brand des Modehauses Wiegele im Jahr 1971, bei dem auch Teile des Hecher-Gebäudes betroffen waren, wurde saniert und die Gaststätte wiedereröffnet. Später kamen weitere Gebäude und zusätzliche Zimmer hinzu. 2022 wurde der Verkaufsraum saniert und modernisiert und seit 2024 werden auch alle Zimmer renoviert und auf den neusten Stand gebracht. Für die Zukunft ist eine Erweiterung der Parkflächen geplant für Hausgäste sowie gegen Bezahlung auch für die Öffentlichkeit. „Die Parkplatzsituation in Wolfsberg ist verheerend. Große Betriebe dürfen aber aufgrund der Parkplatzsituation nicht aus der Stadt wandern, das nimmt der Stadt die Bewegung und schädigt die Betriebe“, erklärt Hecher.
Krapfen, Züge und Ausgleich
Heute ist das Café Hecher vor allem für seine hausgemachten Torten, Küchlein, Brote und das Eis bekannt. Besonders beliebt sind auch die Krapfen der Café-Konditorei. Beim Falstaff-Voting erreichte der Betrieb 2024 den Sieg für die besten Krapfen Kärntens, 2026 Platz zwei. „Unser Café ist nicht einfach nur ein Café. Es ist auch ein sozialer Treffpunkt und ein Zufluchtsort für viele.“
Im Hotel waren bereits Gäste aus ganz Europa zu Gast. Auch die Koralmbahn macht sich im Betrieb bemerkbar. „Wir merken, dass mehr Gäste aus der Steiermark kommen und mehr Bewegung in der Sadt ist“, sagt Hecher. Für die Zukunft sieht sie vor allem Verbesserungen bei der Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Kärntner Sehenswürdigkeiten als wichtiges Thema.
Ihren Ausgleich findet Hecher bei Spaziergängen mit ihrem Hund oder bei ruhigen Momenten
- 1901 erwarb Franz Wiharnik die Gaststätte „Kärntnerhof”.
- In den Kriegsjahren war die Gaststätte für etwa 20 Jahre verpachtet.
- 1961 übernahm Neffe Dietmar Hecher den Betrieb und führte ihn als Bäckerei und Konditorei.
- Seit 1971 werden wieder Zimmer vermietet.
- 1994 erfolgte der Ausbau zum Seminarhotel.
- 2004 übernimmt Nicol Hecher den Betrieb.
- 2022 wurde die Verkaufsfläche renoviert und modernisiert.
- Nach den Erweiterungen 2015 und 2020 sowie den Zimmer-sanierungen im Jahr 2024 werden aktuell auch die Bestandszimmer kernsaniert.
- Für die Zukunft ist eine Erweiterung der Parkplätze für Eigen- und Fremdnutzung geplant.