Hecher WOlfsberg
Das Traditionskaffeehaus Hecher ist in Wolfsberg fast jedem ein Begriff. Für viele Wolfsbergerinnen und Wolfsberger ist es zugleich Treffpunkt und Zufluchtsort. © KW/Polsinger
Hotel und Konditorei Hecher

Wolfs­berger
Kaffee­haus­kultur

Hotel und Konditorei Hecher gehören zu Wolfsberg wie das Amen zum Gebet. Das Haus ist weit über die Stadtgrenzen hinaus für seine Mehlspeisen bekannt.

21.05.2026 07:25 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 10 Minuten

Seit mehr als 120 Jahren ist der Famili­en­be­trieb Hecher ein fester Bestandteil der Wolfs­berger Gastlichkeit. Die Geschichte begann im Jahr 1901, als Franz Wiharnik die Gaststätte „Kärnt­nerhof“ kaufte und sie bis 1920 unter dem Namen „Gasthof Wiharnik“ führte. Danach wurde der Betrieb über viele Jahre verpachtet. Durch den Tod seines Onkel Fritz, ging das Haus 1961 an den Neffen Dietmar Hecher über.

Seit 2004 führt Nicol Hecher das Vier-Sterne-Hotel gemeinsam mit ihrer Familie in dritter Generation. Auch die vierte Generation hilft bereits mit: Julian Hecher agiert bereits als Stell­ver­treter und rechte Hand und Clemens Hecher unter­stützen den Betrieb an der Rezeption.

Die Aufgaben innerhalb der Familie sind klar verteilt. Schwester Elke kümmert sich um Kondi­torei, Buchhaltung und Büro, Nicol Hecher verant­wortet die unter­neh­me­ri­schen Entschei­dungen. Die Schwestern sind im Betrieb aufge­wachsen. „Das Wohnzimmer meiner Eltern war das Geschäft“, erzählt Nicol.
Der Übergang von der Mitar­bei­terin zur Chefin sei nicht immer einfach gewesen, genauso wie das Treffen eigener Entschei­dungen im Unter­nehmen. „Man muss lernen, auch mit Fehlent­schei­dungen umzugehen“, sagt sie. Besonders wichtig seien ihr die Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter: „Sie sind die Stütze jedes Unter­nehmens.“ Viele begleiten den Betrieb bereits seit vielen Jahren.

© KW/Polsinger (12)

Schritt für Schritt gewachsen

Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Unter­nehmen laufend erweitert. Nach einem Brand des Modehauses Wiegele im Jahr 1971, bei dem auch Teile des Hecher-Gebäudes betroffen waren, wurde saniert und die Gaststätte wieder­eröffnet. Später kamen weitere Gebäude und zusätz­liche Zimmer hinzu. 2022 wurde der Verkaufsraum saniert und moder­ni­siert und seit 2024 werden auch alle Zimmer renoviert und auf den neusten Stand gebracht. Für die Zukunft ist eine Erwei­terung der Parkflächen geplant für Hausgäste sowie gegen Bezahlung auch für die Öffent­lichkeit. „Die Parkplatz­si­tuation in Wolfsberg ist verheerend. Große Betriebe dürfen aber aufgrund der Parkplatz­si­tuation nicht aus der Stadt wandern, das nimmt der Stadt die Bewegung und schädigt die Betriebe“, erklärt Hecher.

Krapfen, Züge und Ausgleich

Heute ist das Café Hecher vor allem für seine hausge­machten Torten, Küchlein, Brote und das Eis bekannt. Besonders beliebt sind auch die Krapfen der Café-Kondi­torei. Beim Falstaff-Voting erreichte der Betrieb 2024 den Sieg für die besten Krapfen Kärntens, 2026 Platz zwei. „Unser Café ist nicht einfach nur ein Café. Es ist auch ein sozialer Treff­punkt und ein Zufluchtsort für viele.“

Im Hotel waren bereits Gäste aus ganz Europa zu Gast. Auch die Koralmbahn macht sich im Betrieb bemerkbar. „Wir merken, dass mehr Gäste aus der Steiermark kommen und mehr Bewegung in der Sadt ist“, sagt Hecher. Für die Zukunft sieht sie vor allem Verbes­se­rungen bei der Anbindung mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln zu den Kärntner Sehens­wür­dig­keiten als wichtiges Thema.

Ihren Ausgleich findet Hecher bei Spazier­gängen mit ihrem Hund oder bei ruhigen Momenten

Aus der Chronik
  • 1901 erwarb Franz Wiharnik die Gaststätte „Kärnt­nerhof”.
  • In den Kriegs­jahren war die Gaststätte für etwa 20 Jahre verpachtet.
  • 1961 übernahm Neffe Dietmar Hecher den Betrieb und führte ihn als Bäckerei und Kondi­torei.
  • Seit 1971 werden wieder Zimmer vermietet.
  • 1994 erfolgte der Ausbau zum Seminar­hotel.
  • 2004 übernimmt Nicol Hecher den Betrieb.
  • 2022 wurde die Verkaufs­fläche renoviert und moder­ni­siert.
  • Nach den Erwei­te­rungen 2015 und 2020 sowie den Zimmer-sanie­rungen im Jahr 2024 werden aktuell auch die Bestands­zimmer kernsa­niert.
  • Für die Zukunft ist eine Erwei­terung der Parkplätze für Eigen- und Fremd­nutzung geplant.
Mehr dazu
Info-Icon
Dieser Artikel ist in Ausgabe 10/26 erschienen.
Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Erfolg aus Kärnten