Nachhaltig_Livia Graf Bechler
Wirtschaftsjuristin Livia Graf-Bechler ist Geschäftsführerin von Graf Film. © Eszter Kondor
Graf Film

Alle auf ihre
Plätze, bitte!

Livia Graf-Bechler aus Villach beweist in der Filmproduktion einen grünen Daumen.

27.04.2026 09:08 von Claudia Blasi
Lesezeit 4 Minuten

Was haben die Fernseh­formate „Die Toten vom Bodensee“, „Der Geier“ oder „Der Zürich Krimi“ gemeinsam? Sie alle werden von Graf Film produ­ziert und sind dem Bereich „Green Filming“ zugeordnet. Die Graf Filmpro­duktion in Klagenfurt ist seit 2021 Lizenz­nehmer für dieses Öster­rei­chische Umwelt­zeichen. „Seither wird fast jeder Film nachhaltig produ­ziert“, erklärt Livia Graf-Bechler. Sie ist seit sieben Jahren in der Filmbranche tätig und führt das Unter­nehmen seit 2024 gemeinsam mit ihrem Vater Klaus Graf. Zudem zählt sie zu den ers­ten „Green Film Consul­tants“ in Öster­reich.

Vielfältige Formen der Nachhal­tigkeit


Die Möglich­keiten, Nachhal­tigkeit in der Filmpro­duktion umzusetzen, sind vielfältig: Kostüme stammen aus dem bestehenden Fundus, beim Catering wird auf regionale Produkte gesetzt und Schau­spieler reisen bevorzugt mit der Bahn an. Auch der Licht- und Energie­ver­brauch wird gezielt reduziert, Unter­künfte werden nach ökolo­gi­schen Kriterien ausge­wählt und selbst das verwendete Wasch­mittel trägt ein Umwelt­zeichen.


Ein weiterer Beitrag zur ökolo­gisch verant­wor­tungs­vollen Produktion ist Planet Placement. Dabei wird Nachhal­tigkeit auch in den Inhalt des Films integriert. „Der Kommissar fährt Rad oder ein E‑Auto, es sind Solar­an­lagen zu sehen, es kommen keine Einweg­ge­binde zum Einsatz und selbst die Dialoge drehen sich um den Umwelt­schutz“, betont Graf-Bechler. Darüber hinaus leistet die Künst­liche Intel­ligenz ihren Beitrag in der klima­freund­lichen Produktion. Aufwendige Szenen und visuelle Effekte werden mit einem Klick und ohne große Eingriffe in die Natur möglich. Graf-Bechler: „Ein Felssturz wäre vom Aufwand und den Kosten her ohne Künst­liche Intel­ligenz ebenso undenkbar wie ein Film im Winter, bei dem es ständig schneien soll.“


Ob „Green Filming“ lediglich ein Trend ist oder langfristig die Filmbranche prägen wird, bleibt offen. Klar ist: „Solange es Förde­rungen dafür gibt, werden wohl auch die Produk­tionen nachhaltig bleiben.“ Die Graf Filmpro­duktion selbst hat sich klar der Nachhal­tigkeit verschrieben und möchte genauso heuer das 25-Jahr-Jubiläum bestreiten. Über 110 Produk­tionen sind bereits „im Kasten“ und zahlreiche weitere sollen noch folgen.

Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Kärnten nachhaltig