Bio als
Lebenseinstellung
Seit 550 Jahren prägt der Gralhof das Bild am Weißensee. Was als landwirtschaftlicher Betrieb begann, hat sich zu einem modernen Bio-Hotel entwickelt.
550 Jahre – so alt ist der Gralhof am Weißensee bereits. Das Konzept dahinter, aber moderner denn je. Bereits im Jahr 1910 begann man am Gralhof mit der Zimmervermietung – in Form einfacher Frühstückszimmer. Ein entscheidender Schritt folgte 1992, als Gretl und Chrischtl Knaller, die Eltern von Michael Knaller, die Landwirtschaft auf biologische Bewirtschaftung umstellten. „Damals wurde unser Konzept natürlich noch kritisch beäugt. Wie man heute sieht, hat sich dieser Weg aber ausgezahlt“, erinnert sich Michael Knaller.
2006 übernahmen Michael und Corinna Knaller den Hof und entwickelten daraus ein Bio-Hotel. Ursprünglich war die Hofübernahme gar nicht geplant, erzählt die Familie. Auch heute noch bildet die Landwirtschaft einen zentralen Bestandteil des Hotelkonzepts. Am Hof werden weiterhin Schweine und Kühe gehalten, deren Fleisch auch in der Hotelküche serviert wird. Zusätzlich sorgt Michael Knaller als Jäger dafür, dass auch eigenes Wild auf den Teller kommt. Regionalität und Kreislaufwirtschaft werden hier aktiv gelebt. „2006 war es noch deutlich schwieriger, ein Bio-Hotel zu führen. Die Möglichkeiten waren damals längst nicht so vielfältig wie heute“, sagt Knaller. Umso wichtiger sei es der Familie, Gästen zu zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften möglich ist – nicht nur im Hotelbetrieb, sondern auch im Alltag jedes Einzelnen.
Mühen, die sich lohnen
Bio sei am Gralhof weit mehr als nur ein Gütesiegel. Es sei eine Lebenseinstellung. Deshalb stammen im Bio-Hotel nicht nur Lebensmittel und Getränke aus biologischer Produktion, sondern auch Reinigungsmittel und viele weitere Produkte des täglichen Hotelbetriebs.
Dass sich dieses konsequente Engagement auszahlt, zeigen zahlreiche Auszeichnungen. Der Gralhof wurde unter anderem mit zwei Gault-&-Millau-Hauben ausgezeichnet und erhielt zudem eine Falstaff-Auszeichnung für Innovation und Nachhaltigkeit. Bereits 2015 war der Betrieb für den österreichischen Klimaschutzpreis im Bereich Nachhaltigkeit nominiert.
Auch energetisch setzt der Gralhof auf Eigenständigkeit: Mithilfe einer Photovoltaikanlage wird eigener Strom produziert. Geheizt wird mit einer Hackschnitzelanlage, deren Material aus dem hofeigenen Holz gewonnen wird.
Der Gralhof verfügt über 16 Zimmer und bietet Platz für bis zu 32 Gäste. Zwischen neun und zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in den Hauptsaisonen um den Betrieb. Um die Saisonen zu verlängern, setzt der Gralhof zusätzlich auf Workshops, Yoga-Retreats und