Corinna und Michael Knaller führen seit 2006 den Gralhof.
Corinna und Michael Knaller führen seit 2006 den Gralhof. © Gralhof
Gralhof

Bio als
Lebens­ein­stellung

Seit 550 Jahren prägt der Gralhof das Bild am Weißensee. Was als landwirtschaftlicher Betrieb begann, hat sich zu einem modernen Bio-Hotel entwickelt.

18.05.2026 08:08 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 3 Minuten

550 Jahre – so alt ist der Gralhof am Weißensee bereits. Das Konzept dahinter, aber moderner denn je. Bereits im Jahr 1910 begann man am Gralhof mit der Zimmer­ver­mietung – in Form einfacher Frühstücks­zimmer. Ein entschei­dender Schritt folgte 1992, als Gretl und Chrischtl Knaller, die Eltern von Michael Knaller, die Landwirt­schaft auf biolo­gische Bewirt­schaftung umstellten. „Damals wurde unser Konzept natürlich noch kritisch beäugt. Wie man heute sieht, hat sich dieser Weg aber ausge­zahlt“, erinnert sich Michael Knaller.

2006 übernahmen Michael und Corinna Knaller den Hof und entwi­ckelten daraus ein Bio-Hotel. Ursprünglich war die Hofüber­nahme gar nicht geplant, erzählt die Familie. Auch heute noch bildet die Landwirt­schaft einen zentralen Bestandteil des Hotel­kon­zepts. Am Hof werden weiterhin Schweine und Kühe gehalten, deren Fleisch auch in der Hotel­küche serviert wird. Zusätzlich sorgt Michael Knaller als Jäger dafür, dass auch eigenes Wild auf den Teller kommt. Regio­na­lität und Kreis­lauf­wirt­schaft werden hier aktiv gelebt. „2006 war es noch deutlich schwie­riger, ein Bio-Hotel zu führen. Die Möglich­keiten waren damals längst nicht so vielfältig wie heute“, sagt Knaller. Umso wichtiger sei es der Familie, Gästen zu zeigen, dass nachhal­tiges Wirtschaften möglich ist – nicht nur im Hotel­be­trieb, sondern auch im Alltag jedes Einzelnen.

Mühen, die sich lohnen

Bio sei am Gralhof weit mehr als nur ein Gütesiegel. Es sei eine Lebens­ein­stellung. Deshalb stammen im Bio-Hotel nicht nur Lebens­mittel und Getränke aus biolo­gi­scher Produktion, sondern auch Reini­gungs­mittel und viele weitere Produkte des täglichen Hotel­be­triebs.

© Gralhof

Dass sich dieses konse­quente Engagement auszahlt, zeigen zahlreiche Auszeich­nungen. Der Gralhof wurde unter anderem mit zwei Gault-&-Millau-Hauben ausge­zeichnet und erhielt zudem eine Falstaff-Auszeichnung für Innovation und Nachhal­tigkeit. Bereits 2015 war der Betrieb für den öster­rei­chi­schen Klima­schutz­preis im Bereich Nachhal­tigkeit nominiert.

Auch energe­tisch setzt der Gralhof auf Eigen­stän­digkeit: Mithilfe einer Photo­vol­ta­ik­anlage wird eigener Strom produ­ziert. Geheizt wird mit einer Hackschnitzel­anlage, deren Material aus dem hofei­genen Holz gewonnen wird.

Der Gralhof verfügt über 16 Zimmer und bietet Platz für bis zu 32 Gäste. Zwischen neun und zwölf Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter kümmern sich in den Haupt­sai­sonen um den Betrieb. Um die Saisonen zu verlängern, setzt der Gralhof zusätzlich auf Workshops, Yoga-Retreats und

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