Wie KI den Handel
effizienter macht
Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in den Kärntner Handel – nicht als Zukunftsvision, sondern als konkretes Werkzeug im Alltag.
Sie ist längst mehr als ein Hilfsmittel für Produkttexte oder Bilder: Systeme analysieren Verkaufszahlen, erkennen Muster im Kundenverhalten, prognostizieren Nachfragen und übernehmen operative Aufgaben. Genau hier setzt der Zukunftstrend „Agentic Commerce“ an, also KI-Systeme, die innerhalb definierter Rahmenbedingungen eigenständig handeln und Prozesse optimieren.
Mehr Marge durch smarte Systeme
Im KI-Zeitalter geht es nicht mehr um Online oder stationär, sondern um die intelligente Verbindung beider Welten. Kundinnen und Kunden informieren sich digital und erwarten zugleich persönliche Beratung im Geschäft. KI vernetzt Warenwirtschaft, Online-Shop und Kassensystem, gleicht Bestände automatisch ab und sorgt für kanalübergreifende Verfügbarkeit. Click & Collect, personalisierte Angebote oder regionale Aktionen lassen sich so gezielt steuern.
Gerade für kleine und mittlere Betriebe eröffnet das große Chancen: Preise können dynamisch angepasst, Sortimente standortbezogen optimiert und Nachbestellungen automatisiert ausgelöst werden. Marketingmaßnahmen erreichen gezielt jene Zielgruppen, für die sie relevant sind – das senkt Streuverluste, reduziert Lagerkosten und verbessert die Marge.
Datenqualität als Wettbewerbsvorteil
Das eigentliche Potenzial beginne jedoch dort, „wo KI an Daten andocken kann“, erklärt Markus Miklautsch, Experte für KI und E‑Commerce. Entscheidend seien klare Informationen zu Sortiment, Verfügbarkeit, Preisen und Service. „Sobald diese Informationen sauber digital vorliegen, wird ein Betrieb für Kundinnen und Kunden sichtbar.“ Fehlen diese Daten, werde es schwieriger, von digitalen Such- und Assistenzsystemen vorgeschlagen zu werden.
Der Mensch bleibt der Entscheider, gerade im Handel, wo Vertrauen, Erfahrung und Gefühl für Kunden zählen.
Markus Miklautsch
XretailerEin zentrales Missverständnis sei die Angst, KI ersetze Menschen. „In der Realität ersetzt KI vor allem Reibungsverluste“, betont Miklautsch. Sie nehme Routinearbeit ab, beschleunige Vorarbeit und unterstütze beim Analysieren und Strukturieren. „Der Mensch bleibt der Entscheider, gerade im Handel, wo Vertrauen, Erfahrung und Gefühl für Kunden zählen.“
Kleine Schritte mit großer Wirkung
Der Einstieg in KI-Systeme müsse nicht teuer sein. „Die wichtigste Investition kostet tatsächlich kein Geld“, so Miklautsch. Es sei die Bereitschaft, sich regelmäßig Zeit zu nehmen und KI im Alltag zu testen. Wer Systeme verknüpft, Daten strukturiert nutzt und mit klaren Anwendungsfällen startet, schaffe Entscheidungsgrundlagen und Wettbewerbsfähigkeit.
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