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KI im Handel

Wie KI den Handel
effizi­enter macht

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in den Kärntner Handel – nicht als Zukunftsvision, sondern als konkretes Werkzeug im Alltag.

03.03.2026 09:12 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 3 Minuten

Sie ist längst mehr als ein Hilfs­mittel für Produkt­texte oder Bilder: Systeme analy­sieren Verkaufs­zahlen, erkennen Muster im Kunden­ver­halten, prognos­ti­zieren Nachfragen und übernehmen operative Aufgaben. Genau hier setzt der Zukunfts­trend „Agentic Commerce“ an, also KI-Systeme, die innerhalb definierter Rahmen­be­din­gungen eigen­ständig handeln und Prozesse optimieren.

Mehr Marge durch smarte Systeme

Im KI-Zeitalter geht es nicht mehr um Online oder stationär, sondern um die intel­li­gente Verbindung beider Welten. Kundinnen und Kunden infor­mieren sich digital und erwarten zugleich persön­liche Beratung im Geschäft. KI vernetzt Waren­wirt­schaft, Online-Shop und Kassen­system, gleicht Bestände automa­tisch ab und sorgt für kanal­über­grei­fende Verfüg­barkeit. Click & Collect, perso­na­li­sierte Angebote oder regionale Aktionen lassen sich so gezielt steuern.

Gerade für kleine und mittlere Betriebe eröffnet das große Chancen: Preise können dynamisch angepasst, Sorti­mente stand­ort­be­zogen optimiert und Nachbe­stel­lungen automa­ti­siert ausgelöst werden. Marke­ting­maß­nahmen erreichen gezielt jene Zielgruppen, für die sie relevant sind – das senkt Streu­ver­luste, reduziert Lager­kosten und verbessert die Marge.

Daten­qua­lität als Wettbe­werbs­vorteil

Das eigent­liche Potenzial beginne jedoch dort, „wo KI an Daten andocken kann“, erklärt Markus Miklautsch, Experte für KI und E‑Commerce. Entscheidend seien klare Infor­ma­tionen zu Sortiment, Verfüg­barkeit, Preisen und Service. „Sobald diese Infor­ma­tionen sauber digital vorliegen, wird ein Betrieb für Kundinnen und Kunden sichtbar.“ Fehlen diese Daten, werde es schwie­riger, von digitalen Such- und Assis­tenz­sys­temen vorge­schlagen zu werden.

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Der Mensch bleibt der Entscheider, gerade im Handel, wo Vertrauen, Erfahrung und Gefühl für Kunden zählen.Zitat Ende

Markus Miklautsch

Xretailer

Ein zentrales Missver­ständnis sei die Angst, KI ersetze Menschen. „In der Realität ersetzt KI vor allem Reibungs­ver­luste“, betont Miklautsch. Sie nehme Routi­ne­arbeit ab, beschleunige Vorarbeit und unter­stütze beim Analy­sieren und Struk­tu­rieren. „Der Mensch bleibt der Entscheider, gerade im Handel, wo Vertrauen, Erfahrung und Gefühl für Kunden zählen.“

Kleine Schritte mit großer Wirkung

Der Einstieg in KI-Systeme müsse nicht teuer sein. „Die wichtigste Inves­tition kostet tatsächlich kein Geld“, so Miklautsch. Es sei die Bereit­schaft, sich regel­mäßig Zeit zu nehmen und KI im Alltag zu testen. Wer Systeme verknüpft, Daten struk­tu­riert nutzt und mit klaren Anwen­dungs­fällen startet, schaffe Entschei­dungs­grund­lagen und Wettbe­werbs­fä­higkeit.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 4/26 erschienen.
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