­Mario Pricken
Innovationsexperte und ­Autor ­Mario Pricken. © KK/Pricken
Mario Pricken

Kreati­vi­täts­branche im KI-Umbruch

Text, Foto, Film, Audio, Grafik: In vielen Bereichen übernimmt KI bereits Aufgaben aus dem Marketing. Wie schaffen Kreative ein Angebot, das nicht austauschbar ist? Mario Pricken ist Innovation Director für internationale Unternehmen, Agenturen, Design­firmen und Fernsehstationen. Drei Fragen an den Experten:

10.03.2026 13:27 - Update am: 12.03.2026 13:28 von Anita Arneitz
Lesezeit 2 Minuten

„Kärntner Wirtschaft“: ­Warum sollte KI als Innovator ins Boot geholt werden?

Mario Pricken: Kreati­vität bedeutet, Probleme zu lösen, indem man neue Wege geht. Die meisten von uns versuchen jedoch, Probleme zu lösen, indem sie auf ihren Erfah­rungs­schatz zurück­greifen und ­­ihn auf die gleiche Weise einsetzen, wie sie es immer getan haben. Das Ergebnis sind mehr oder weniger ähnliche Lösungen. Eine emoti­onslose Maschine ist um ein Vielfaches besser darin, disruptive Ideen zu entde­cken. Sie geht neue Wege, stellt unlogische Verbin­dungen her oder zeigt Mus­ter auf, die für uns bisher unsichtbar waren.

Wird KI Kreati­vität ablösen?

Künst­liche Intel­ligenz wird die durch­schnitt­liche Kreati­vität der meisten Menschen bald übertreffen. Was bleibt, sind die Talente, die mit ihren heraus­ra­genden Werken die Richtung weisen werden. Als Trost sollten wir jedoch bedenken, dass es egal ist, wie genial das Werk einer KI ist; letzt­endlich ist es der Mensch, der entscheidet, ob für ihn etwas Sinn, Wert und Bedeutung hat. Der Mensch bewertet und wählt aus.

Welche Fähig­keiten sollten Kreative entwi­ckeln, um ­relevant zu bleiben?

Die Zukunft der Kreativ­branche gehört den Mutigen, die unerschrocken an ihrer eigenen Einzig­ar­tigkeit feilen. Abseits des Mainstreams zu agieren und noch unbesetzte Nischen zu erkunden, scheint ein Schlüssel zu sein, um angemessene Honorare zu erzielen. Die Botschaft lautet: Diese Ideen bekommst du ausschließlich bei mir, es sind Originale jenseits austausch­barer Massen­pro­dukte. Und natürlich sollten sie die Klaviatur der KI perfekt beherr­schen.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 5/26 erschienen.
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