Kreativitätsbranche im KI-Umbruch
Text, Foto, Film, Audio, Grafik: In vielen Bereichen übernimmt KI bereits Aufgaben aus dem Marketing. Wie schaffen Kreative ein Angebot, das nicht austauschbar ist? Mario Pricken ist Innovation Director für internationale Unternehmen, Agenturen, Designfirmen und Fernsehstationen. Drei Fragen an den Experten:
„Kärntner Wirtschaft“: Warum sollte KI als Innovator ins Boot geholt werden?
Mario Pricken: Kreativität bedeutet, Probleme zu lösen, indem man neue Wege geht. Die meisten von uns versuchen jedoch, Probleme zu lösen, indem sie auf ihren Erfahrungsschatz zurückgreifen und ihn auf die gleiche Weise einsetzen, wie sie es immer getan haben. Das Ergebnis sind mehr oder weniger ähnliche Lösungen. Eine emotionslose Maschine ist um ein Vielfaches besser darin, disruptive Ideen zu entdecken. Sie geht neue Wege, stellt unlogische Verbindungen her oder zeigt Muster auf, die für uns bisher unsichtbar waren.
Wird KI Kreativität ablösen?
Künstliche Intelligenz wird die durchschnittliche Kreativität der meisten Menschen bald übertreffen. Was bleibt, sind die Talente, die mit ihren herausragenden Werken die Richtung weisen werden. Als Trost sollten wir jedoch bedenken, dass es egal ist, wie genial das Werk einer KI ist; letztendlich ist es der Mensch, der entscheidet, ob für ihn etwas Sinn, Wert und Bedeutung hat. Der Mensch bewertet und wählt aus.
Welche Fähigkeiten sollten Kreative entwickeln, um relevant zu bleiben?
Die Zukunft der Kreativbranche gehört den Mutigen, die unerschrocken an ihrer eigenen Einzigartigkeit feilen. Abseits des Mainstreams zu agieren und noch unbesetzte Nischen zu erkunden, scheint ein Schlüssel zu sein, um angemessene Honorare zu erzielen. Die Botschaft lautet: Diese Ideen bekommst du ausschließlich bei mir, es sind Originale jenseits austauschbarer Massenprodukte. Und natürlich sollten sie die Klaviatur der KI perfekt beherrschen.
KI im Handel