Von der Baustelle
ins Teegeschäft
Josua Osinger und Christina Fabbro bringen frischen Wind in „die Teedose“.
Grüner Fenchel, Kamille, Pfefferminze und Rose – betritt man „die Teedose“ am Neuen Platz in Klagenfurt, strömen einem diese Düfte sofort in die Nase. Seit Dezember 2024 führen Josua Osinger und seine Verlobte Christina Fabbro das traditionsreiche Geschäft.
Im Sommer 2024 entdeckten sie zufällig, dass „die Teedose“ einen neuen Besitzer suchte. Nach kurzem Überlegen wagten der gelernte Baumaschinen- und Lkw-Techniker und die Lehramtsstudentin den Sprung ins Unternehmertum. „In der Mittagspause habe ich die Anzeige in der WK-Nachfolgebörse gesehen – der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Das Konzept entsprach unserer Persönlichkeit und bot enormes Potenzial“, erinnert sich Osinger. Die beiden beschlossen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Ein Geschäft zu übernehmen, das nicht von Marktsättigung betroffen ist, schien ihnen sinnvoll. Obwohl sie für kurze Zeit in Klagenfurt gelebt hatten, kannten sie „die Teedose“ zuvor nicht.
Neuanfang zu Weihnachten
Der bisherige Betreiber Willibald Rabitsch hatte lange nach einem Nachfolger gesucht, aber niemanden gefunden – die Schließung war bereits für Dezember geplant. Mitte November kam es schließlich zu einem Notartermin. Auch bei der Wirtschaftskammer ließen sich Osinger und Fabbro beraten. Kurz darauf starteten die jungen Unternehmer direkt ins Weihnachtsgeschäft. Nach einer raschen Einarbeitungszeit und hilfreichen Tipps vom Vorbesitzer, war es Osinger wichtig, unabhängig zu arbeiten. „Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass ich von der Baustelle ins Teegeschäft wechsle, hätte ich ihn ausgelacht“, schmunzelt Osinger.
Die „Teedose“ 
Natürlich hatten die beiden anfangs Bedenken, doch die bestehende Basis beruhigte sie. Besonders freut sie, dass sie ihre Kreativität ausleben können. Auch die Stammkundschaft blieb erhalten. „Unsere Kunden sind froh, dass das Geschäft weitergeführt wird und nicht, wie so viele andere, dem Geschäftesterben zum Opfer gefallen ist“, erklärt Osinger.
Das Konzept der „Teedose“ passte
Das Unternehmertum liegt den beiden im Blut – auch ihre Eltern sind selbstständig. Ein Vorteil, wie Osinger betont, da sie wussten, welche Arbeitslast auf sie zukommen würde, und sich davon nicht abschrecken ließen. Schon lange war ihnen klar, dass sie eines Tages ihr eigenes Unternehmen führen möchten. Das bestehende Konzept der „Teedose“ passte dafür perfekt.
Modernisierung geplant
Für die kommenden Jahre planen sie eine Modernisierung, um es an die nächste Generation anzupassen. Auch der Onlineshop soll ausgebaut werden. Besonders die Digitalisierung der bisherigen analogen Buchführung stellte eine Herausforderung dar. „Es ist viel Arbeit, aber sie lohnt sich“, sagt Osinger zufrieden.
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