Was als Zufallsfund in der WK-Nachfolgebörse begann, entwickelte sich zu einer beruflichen Leidenschaft. Josua Osinger und Christina Fabbro bringen frischen Wind in „die Teedose“.
Was als Zufallsfund in der WK-Nachfolgebörse begann, entwickelte sich zu einer beruflichen Leidenschaft. Josua Osinger und Christina Fabbro bringen frischen Wind in „die Teedose“. © KK
Betriebsnachfolge

Von der Baustelle
ins Teege­schäft

Josua Osinger und Christina Fabbro bringen frischen Wind in „die Teedose“.

22.03.2025 08:50 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 6 Minuten

Grüner Fenchel, Kamille, Pfeffer­minze und Rose – betritt man „die Teedose“ am Neuen Platz in Klagenfurt, strömen einem diese Düfte sofort in die Nase. Seit Dezember 2024 führen Josua Osinger und seine Verlobte Christina Fabbro das tradi­ti­ons­reiche Geschäft.

Im Sommer 2024 entdeckten sie zufällig, dass „die Teedose“ einen neuen Besitzer suchte. Nach kurzem Überlegen wagten der gelernte Bauma­schinen- und Lkw-Techniker und die Lehramts­stu­dentin den Sprung ins Unter­neh­mertum. „In der Mittags­pause habe ich die Anzeige in der WK-Nachfol­ge­börse gesehen – der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Das Konzept entsprach unserer Persön­lichkeit und bot enormes Potenzial“, erinnert sich Osinger. Die beiden beschlossen, den Schritt in die Selbst­stän­digkeit zu wagen. Ein Geschäft zu übernehmen, das nicht von Markt­sät­tigung betroffen ist, schien ihnen sinnvoll. Obwohl sie für kurze Zeit in Klagenfurt gelebt hatten, kannten sie „die Teedose“ zuvor nicht.

Neuanfang zu Weihnachten

Der bisherige Betreiber Willibald Rabitsch hatte lange nach einem Nachfolger gesucht, aber niemanden gefunden – die Schließung war bereits für Dezember geplant. Mitte November kam es schließlich zu einem Notar­termin. Auch bei der Wirtschafts­kammer ließen sich Osinger und Fabbro beraten. Kurz darauf starteten die jungen Unter­nehmer direkt ins Weihnachts­ge­schäft. Nach einer raschen Einar­bei­tungszeit und hilfreichen Tipps vom Vorbe­sitzer, war es Osinger wichtig, unabhängig zu arbeiten. „Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass ich von der Baustelle ins Teege­schäft wechsle, hätte ich ihn ausge­lacht“, schmunzelt Osinger.

Die „Teedose“ Button Down

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Natürlich hatten die beiden anfangs Bedenken, doch die bestehende Basis beruhigte sie. Besonders freut sie, dass sie ihre Kreati­vität ausleben können. Auch die Stamm­kund­schaft blieb erhalten. „Unsere Kunden sind froh, dass das Geschäft weiter­ge­führt wird und nicht, wie so viele andere, dem Geschäf­testerben zum Opfer gefallen ist“, erklärt Osinger.

Das Konzept der „Teedose“ passte

Das Unter­neh­mertum liegt den beiden im Blut – auch ihre Eltern sind selbst­ständig. Ein Vorteil, wie Osinger betont, da sie wussten, welche Arbeitslast auf sie zukommen würde, und sich davon nicht abschrecken ließen. Schon lange war ihnen klar, dass sie eines Tages ihr eigenes Unter­nehmen führen möchten. Das bestehende Konzept der „Teedose“ passte dafür perfekt.

Moder­ni­sierung geplant

Für die kommenden Jahre planen sie eine Moder­ni­sierung, um es an die nächste Generation anzupassen. Auch der Onlineshop soll ausgebaut werden. Besonders die Digita­li­sierung der bishe­rigen analogen Buchführung stellte eine Heraus­for­derung dar. „Es ist viel Arbeit, aber sie lohnt sich“, sagt Osinger zufrieden.

Infor­ma­tionen Zur Website der Teedose
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 6/25 erschienen.
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