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Hanns Kirchmeir ist Geschäfts­führer des E.C.O. Instituts für Ökologie in Klagenfurt. © KK/Helge Bauer
Hanns Kirchmeir

Know-how
als Exportgut

Biodiversitätsmonitoring, Schutzgebietsentwicklung, Renaturierungen und Carbon-Credit-Lösungen: Seit fast 30 Jahren arbeitet das E.C.O. Institut für Ökologie aus Klagenfurt an innovativen Lösungen, die der Natur und der Wirtschaft etwas bringen.

31.03.2026 13:53 - Update am: 31.03.2026 13:53 von Anita Arneitz
Lesezeit 3 Minuten

Frösche am Firmen­ge­lände. Drohnen zwischen den Wäldern. Mehr Grünraume in der Stadt. Zurück zur Natur geht beim E.C.O. Institut für Ökologie mit moderner Techno­logie und innova­tiven Ideen. Gegründet in den 1990er-Jahren von Michael Jungmeier, ist das Klagen­furter Forschungs- und Beratungs­un­ter­nehmen heute auf die Entwicklung von Schutz­ge­bieten und Biodi­ver­si­täts­mo­ni­toring spezia­li­siert. 17 Mitar­beiter sind mit großen und kleinen Projekten in rund 40 Ländern aktiv, darunter auch in Afrika und Asien. „In Öster­reich gibt es kein anderes Planungsbüro mit diesem Schwer­punkt und der langjäh­rigen Erfahrung“, erklärt Geschäfts­führer Hanns Kirchmeir, der von Anfang an dabei ist. Dieses Allein­stel­lungs­merkmal ist zu einem wichtigen Exportgut für den Betrieb geworden: „Wenn Monte­negro einen Biosphä­renpark plant oder in Albanien der erste Wildfluss-Natio­nalpark entsteht, dann liefern wir den Manage­mentplan.“

Wachs­tums­felder für die Zukunft


Im nächsten Jahr feiert das Büro das 30-jährige Bestehen. Für die Zukunft hat Kirchmeir drei Wachs­tums­felder im Blick: Erstens die Renatu­rierung. Im Raum Klagenfurt sucht das Institut aktiv nach Flächen, die aus der Nutzung genommen und wieder der Natur übergeben werden können. Hinter­grund ist die EU-Wieder­her­stel­lungs­ver­ordnung. „Es geht nicht um den Verlust von Flächen, sondern vielmehr um den Gewinn für Ökosysteme, die regionale Stabi­lität der Wirtschafts­flächen und den Erholungswert.“


Des weiteren beschäf­tigen sich die Experten mit dem Kohlen­stoff­markt. Mit neuen Messme­thoden wie Laser­scans per Drohne kann Biomasse in Wäldern präzise erfasst und darauf aufbauend können Kohlen­stoff­zer­ti­fikate entwi­ckelt und verkauft werden. Damit wird die Kohlen­stoff­spei­cherung in Ökosys­temen zu einem gefragten Produkt.


Zudem soll das inter­na­tionale Biodi­ver­si­täts­mo­ni­toring weiter ausgebaut werden. Dazu wurde ein eigener „Long-term Biodi­versity Index“ für Stein­brüche und Abbau­be­triebe entwi­ckelt, der jetzt auch in Spanien, Tsche­chien und Polen zum Einsatz kommt. Betriebe haben dadurch viele Vorteile: „Wer nachweislich die Arten­vielfalt in seinem Stein­bruch oder auf seinem Betriebs­ge­lände beobachtet und fördert, hat bei Geneh­mi­gungs­ver­fahren einen besseren Stand bei den Behörden“, weiß Kirchmeir. Er und sein Team verstehen sich als Berater für Maßnahmen zur Steigerung der Arten­vielfalt. „Gerade rund um Ge­werbebetriebe kann mit einfachen Dingen, ohne hohe Kosten, viel bewirkt werden.“ So wurde im Lakesi­depark mit dem Auffang­becken für Regen­wasser ein Lebensraum für den selten gewor­denen blauen Balkan-Moorfrosch geschaffen. Jetzt im Frühling zeigt er sich.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 6/26 erschienen.
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