Know-how
als Exportgut
Biodiversitätsmonitoring, Schutzgebietsentwicklung, Renaturierungen und Carbon-Credit-Lösungen: Seit fast 30 Jahren arbeitet das E.C.O. Institut für Ökologie aus Klagenfurt an innovativen Lösungen, die der Natur und der Wirtschaft etwas bringen.
Frösche am Firmengelände. Drohnen zwischen den Wäldern. Mehr Grünraume in der Stadt. Zurück zur Natur geht beim E.C.O. Institut für Ökologie mit moderner Technologie und innovativen Ideen. Gegründet in den 1990er-Jahren von Michael Jungmeier, ist das Klagenfurter Forschungs- und Beratungsunternehmen heute auf die Entwicklung von Schutzgebieten und Biodiversitätsmonitoring spezialisiert. 17 Mitarbeiter sind mit großen und kleinen Projekten in rund 40 Ländern aktiv, darunter auch in Afrika und Asien. „In Österreich gibt es kein anderes Planungsbüro mit diesem Schwerpunkt und der langjährigen Erfahrung“, erklärt Geschäftsführer Hanns Kirchmeir, der von Anfang an dabei ist. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist zu einem wichtigen Exportgut für den Betrieb geworden: „Wenn Montenegro einen Biosphärenpark plant oder in Albanien der erste Wildfluss-Nationalpark entsteht, dann liefern wir den Managementplan.“
Wachstumsfelder für die Zukunft
Im nächsten Jahr feiert das Büro das 30-jährige Bestehen. Für die Zukunft hat Kirchmeir drei Wachstumsfelder im Blick: Erstens die Renaturierung. Im Raum Klagenfurt sucht das Institut aktiv nach Flächen, die aus der Nutzung genommen und wieder der Natur übergeben werden können. Hintergrund ist die EU-Wiederherstellungsverordnung. „Es geht nicht um den Verlust von Flächen, sondern vielmehr um den Gewinn für Ökosysteme, die regionale Stabilität der Wirtschaftsflächen und den Erholungswert.“
Des weiteren beschäftigen sich die Experten mit dem Kohlenstoffmarkt. Mit neuen Messmethoden wie Laserscans per Drohne kann Biomasse in Wäldern präzise erfasst und darauf aufbauend können Kohlenstoffzertifikate entwickelt und verkauft werden. Damit wird die Kohlenstoffspeicherung in Ökosystemen zu einem gefragten Produkt.
Zudem soll das internationale Biodiversitätsmonitoring weiter ausgebaut werden. Dazu wurde ein eigener „Long-term Biodiversity Index“ für Steinbrüche und Abbaubetriebe entwickelt, der jetzt auch in Spanien, Tschechien und Polen zum Einsatz kommt. Betriebe haben dadurch viele Vorteile: „Wer nachweislich die Artenvielfalt in seinem Steinbruch oder auf seinem Betriebsgelände beobachtet und fördert, hat bei Genehmigungsverfahren einen besseren Stand bei den Behörden“, weiß Kirchmeir. Er und sein Team verstehen sich als Berater für Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt. „Gerade rund um Gewerbebetriebe kann mit einfachen Dingen, ohne hohe Kosten, viel bewirkt werden.“ So wurde im Lakesidepark mit dem Auffangbecken für Regenwasser ein Lebensraum für den selten gewordenen blauen Balkan-Moorfrosch geschaffen. Jetzt im Frühling zeigt er sich.