Georg Sostaric
Georg Sostaric © companylifting
Arbeiten mit Tieren

Tieri­sches Business

Beruflich mit Tieren zu arbeiten ist für viele ein Traum. Viele Kärntner Betriebe haben diesen wahrgemacht und auf ihre ganz eigene Art und Weise ein tierisches Business aufgebaut.

14.09.2026 07:39 von Anita Arneitz
Lesezeit 7 Minuten

Haustiere gehören in Öster­reich zu vielen Familien dazu und so manch Vierbeiner hat auch schon seinen fixen Platz im Büro. Trotz Teuerungen und wirtschaft­licher Unsicherheit steigt die Zahl der Haustier­halter in Öster­reich leicht an, wie eine Umfrage von Spectra Markt­for­schung zeigt.

Die monat­lichen Ausgaben für Haustiere bleiben stabil, genauso wie der Markt. Tierarzt und Futter gehören zu den fixen Ausgaben, die im Durch­schnitt 100 Euro betragen. Zusätz­liche Services wie GPS-Tracker oder Versi­che­rungen werden noch von einer Minderheit genutzt. Aber der Markt hat Potenzial. Zumindest kam das bei der Spectra-Umfrage heraus: Neben rein biolo­gi­scher Tiernahrung sind Tierbe­sitzer sehr offen für Versi­che­rungen, kurzfristige Betreu­ungen oder kosten­pflichtige Tiertrai­nings wie Katzen­training oder Hunde­schule.

Tierbe­sitzer selbst nehmen ihre Haustiere nicht in erster Linie als Kosten­faktor wahr. Rund 40 Prozent der Öster­reicher haben mindestens ein Haustier. Laut dem Zoofach­handel werden in Öster­reich rund fünf Millionen Heimtiere gehalten. Die Wertschöpfung des Heimtier­be­reichs beträgt mehrere Milli­arden Euro jährlich, die von mehr als 1000 Zoofach­händlern mit den Tierbe­treuern erwirt­schaftet werden. Der Wirtschafts­faktor Pferd sichert über 40.000 Arbeits­plätze in Öster­reich und erwirt­schaftet über vier Milli­arden Euro pro Jahr. Dazu kommen noch jene Wirtschafts­be­reiche, die mit Tieren arbeiten. Die Palette reicht dabei vom Mieta­quarium über Schim­mel­spür­hunde bis hin zu verschie­denen Dienst­leis­tungen. So gibt es aktuell in Kärnten rund 320 gewerb­liche Tierdienst­leister sowie rund 120 Tieren­erge­tiker. Haustiere sind in Öster­reich damit weit mehr als Famili­en­mit­glieder: Sie sind zu einem eigen­stän­digen Wirtschafts­faktor geworden.

Stimmen aus der Wirtschaft

© Carina Nonnis

„Ich bin mit Pferden aufge­wachsen und fotogra­fiere sie, seitdem ich meine erste Kamera bekam. Heute bin ich für Fotoshoo­tings in ganz Öster­reich unterwegs und fotogra­fierte auch schon auf einer Pferde­ranch in Kroatien. Für Weihnachts­shoo­tings habe ich einen spezi­ellen Kranz gestaltet. Manchmal sitze ich aber einfach nur mit meiner Kamera am Hügel und fange den Moment ein. Das ist wie eine Art Meditation für mich, weil Pferde mir sehr viel Ruhe schenken.“

Maren Rössler
© Bianchi

„Seit meiner Kindheit faszi­nieren mich Vögel und ich liebe es, sie zu beobachten. Seit 40 Jahren präpa­riere ich Tiere und sammle Vögel, die heute in meiner Ausstellung zu sehen sind. Viele Objekte davon habe ich vererbt bekommen oder wurden mir fürs Museum überlassen. Leider sind in der Natur selbst immer weniger Vögel zu beobachten.“

Vanni Bianchi
© Schmacher,

„Speziell ausge­bildete Schim­mel­spür­hunde können verdeckten Schimmel in Gebäuden zuver­lässig erriechen. Das macht sie zu wertvollen Helfern, um etwa nach einer Sanierung zu überprüfen, ob alle betrof­fenen Stellen erfolg­reich beseitigt wurden. Bei der Arbeit steht das Wohl des Tieres immer an erster Stelle. Da die Suche für die Hunde extrem anstrengend ist, dauert ein Einsatz pro Suche maximal 20 bis 30 Minuten. Die Vierbeiner sind uns Menschen dabei weit überlegen: Hunde besitzen bis zu 60-mal mehr Riech­zellen als Menschen.“

Benjamin Schmacher,
© compa­ny­lifting

„In meiner Arbeit als haupt­be­ruf­licher Hunde­trainer ist mir wichtig, den Hund bewusst wahrzu­nehmen und indivi­duell auf ihn im Alltag, im Sport und bei der Fitness einzu­gehen. Es kann nur richtig gut funktio­nieren, wenn auch das Verhalten des Tieres verstanden wird. “

Georg Sostaric
© Felli Fotografie

„Tierberufe werden überwiegend von Frauen ausgeübt. Viele starten als Ein-Personen-Unter­nehmen mit hohem persön­lichen Anspruch. Wer langfristig in diesem Beruf bleiben möchte, braucht neben der fachlichen Kompetenz auch unter­neh­me­rische Klarheit. Das hat nichts mit Gewinn­ma­xi­mierung zu tun, sondern mit wirtschaft­licher Verant­wortung und einer gesunden beruf­lichen Zukunft.“

Karin Ebner
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 17/26 erschienen.
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