Tierisches Business
Beruflich mit Tieren zu arbeiten ist für viele ein Traum. Viele Kärntner Betriebe haben diesen wahrgemacht und auf ihre ganz eigene Art und Weise ein tierisches Business aufgebaut.
Haustiere gehören in Österreich zu vielen Familien dazu und so manch Vierbeiner hat auch schon seinen fixen Platz im Büro. Trotz Teuerungen und wirtschaftlicher Unsicherheit steigt die Zahl der Haustierhalter in Österreich leicht an, wie eine Umfrage von Spectra Marktforschung zeigt.
Die monatlichen Ausgaben für Haustiere bleiben stabil, genauso wie der Markt. Tierarzt und Futter gehören zu den fixen Ausgaben, die im Durchschnitt 100 Euro betragen. Zusätzliche Services wie GPS-Tracker oder Versicherungen werden noch von einer Minderheit genutzt. Aber der Markt hat Potenzial. Zumindest kam das bei der Spectra-Umfrage heraus: Neben rein biologischer Tiernahrung sind Tierbesitzer sehr offen für Versicherungen, kurzfristige Betreuungen oder kostenpflichtige Tiertrainings wie Katzentraining oder Hundeschule.
Tierbesitzer selbst nehmen ihre Haustiere nicht in erster Linie als Kostenfaktor wahr. Rund 40 Prozent der Österreicher haben mindestens ein Haustier. Laut dem Zoofachhandel werden in Österreich rund fünf Millionen Heimtiere gehalten. Die Wertschöpfung des Heimtierbereichs beträgt mehrere Milliarden Euro jährlich, die von mehr als 1000 Zoofachhändlern mit den Tierbetreuern erwirtschaftet werden. Der Wirtschaftsfaktor Pferd sichert über 40.000 Arbeitsplätze in Österreich und erwirtschaftet über vier Milliarden Euro pro Jahr. Dazu kommen noch jene Wirtschaftsbereiche, die mit Tieren arbeiten. Die Palette reicht dabei vom Mietaquarium über Schimmelspürhunde bis hin zu verschiedenen Dienstleistungen. So gibt es aktuell in Kärnten rund 320 gewerbliche Tierdienstleister sowie rund 120 Tierenergetiker. Haustiere sind in Österreich damit weit mehr als Familienmitglieder: Sie sind zu einem eigenständigen Wirtschaftsfaktor geworden.
Stimmen aus der Wirtschaft
„Ich bin mit Pferden aufgewachsen und fotografiere sie, seitdem ich meine erste Kamera bekam. Heute bin ich für Fotoshootings in ganz Österreich unterwegs und fotografierte auch schon auf einer Pferderanch in Kroatien. Für Weihnachtsshootings habe ich einen speziellen Kranz gestaltet. Manchmal sitze ich aber einfach nur mit meiner Kamera am Hügel und fange den Moment ein. Das ist wie eine Art Meditation für mich, weil Pferde mir sehr viel Ruhe schenken.“
„Seit meiner Kindheit faszinieren mich Vögel und ich liebe es, sie zu beobachten. Seit 40 Jahren präpariere ich Tiere und sammle Vögel, die heute in meiner Ausstellung zu sehen sind. Viele Objekte davon habe ich vererbt bekommen oder wurden mir fürs Museum überlassen. Leider sind in der Natur selbst immer weniger Vögel zu beobachten.“
„Speziell ausgebildete Schimmelspürhunde können verdeckten Schimmel in Gebäuden zuverlässig erriechen. Das macht sie zu wertvollen Helfern, um etwa nach einer Sanierung zu überprüfen, ob alle betroffenen Stellen erfolgreich beseitigt wurden. Bei der Arbeit steht das Wohl des Tieres immer an erster Stelle. Da die Suche für die Hunde extrem anstrengend ist, dauert ein Einsatz pro Suche maximal 20 bis 30 Minuten. Die Vierbeiner sind uns Menschen dabei weit überlegen: Hunde besitzen bis zu 60-mal mehr Riechzellen als Menschen.“
„In meiner Arbeit als hauptberuflicher Hundetrainer ist mir wichtig, den Hund bewusst wahrzunehmen und individuell auf ihn im Alltag, im Sport und bei der Fitness einzugehen. Es kann nur richtig gut funktionieren, wenn auch das Verhalten des Tieres verstanden wird. “
„Tierberufe werden überwiegend von Frauen ausgeübt. Viele starten als Ein-Personen-Unternehmen mit hohem persönlichen Anspruch. Wer langfristig in diesem Beruf bleiben möchte, braucht neben der fachlichen Kompetenz auch unternehmerische Klarheit. Das hat nichts mit Gewinnmaximierung zu tun, sondern mit wirtschaftlicher Verantwortung und einer gesunden beruflichen Zukunft.“