Klagenfurter Innenstadt
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Klagenfurt

Stadt­ent­wicklung ohne Wirtschaft nicht möglich

Die Wirtschaftskammer Kärnten und der Wirtschafts­referent der Stadt Klagenfurt haben die aus wirtschaftlicher Sicht zentralen Anforderungen an das neue Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Wir haben Unternehmer aus Klagenfurt befragt, was Sie sich für das Stadtkonzept wünschen.

10.04.2026 09:06 von Claudia Blasi
Lesezeit 5 Minuten

Michael Velmeden, cms electronics

© Rene Knabl

„Luftsteuer“ abschaffen

„Die Landes­haupt­stadt Klagenfurt hebt derzeit als einzige Gemeinde in Kärnten eine sogenannte Benüt­zungs­abgabe ein – häufig als ‚Luftsteuer‘ bezeichnet. Diese kommunale Abgabe wird für den Gebrauch von öffentli- chem Gemein­de­grund sowie des darüber befind­lichen Luftraumes vorge­schrieben. Wir fordern, die ‚Luftsteuer‘ abzuschaffen, um Betriebe zu entlasten, den Wirtschafts­standort zu stärken und faire Wettbe­werbs­be­din­gungen sicher­zu­stellen. Darüber hinaus sollen sämtliche Abgaben, Gebühren und Belas­tungen, die in der kommu­nalen Verant­wortung liegen, einer umfas­senden Evalu­ierung unter­zogen werden.“

Michael Velmeden

Paul Perkonig, Reali­täten Perkonig

© Johannes Puch

Wohnraum in der Innen­stadt

„Um die Innen­stadt zu beleben und die Frequenz zu erhöhen, wird es Wohnraum in der Innen­stadt benötigen. Dabei geht es darum, Wohnraum zu verdichten und nicht weitere Flächen zu versiegeln. Leerstände, vor allem im Erdge­schoß, sollten alter­nativ genutzt werden, etwa von Dienst­leistern. Der fehlende Wohnraum für Studenten könnte auch in der Innen­stadt angesiedelt werden. Studenten nutzen öffent­liche Verkehrs­mittel, erhöhen nicht den Indivi­du­al­verkehr und beleben das Stadtbild. Die Nachfrage für Mietob­jekte in der Innen­stadt ist jeden­falls hoch.“

Paul Perkonig

Elisabeth Rothmüller-Jannach, Fahrschule Alpenland

© Wolfgang Jannach

Durch­dachtes Verkehrs­konzept

„Die Stadt braucht ein durch­dachtes Verkehrs­konzept, bei dem die Finan­zierung behirnt werden muss. Die Innen­stadt sollte ein attrak­tiver Lebens‑, Wohn- und Wirtschaftsraum sein. Mit dem Auto bis vor das Geschäft fahren ist vorbei, vor allem in der jungen Generation. Es braucht Parkmög­lich­keiten vor der Stadt und mehr Grünflächen auf unseren Plätzen. Wichtig sind auch Betriebs­an­sie­de­lungen – sie sind durch Mitar­beiter und Abgaben ein Gewinn. Mit persön­lichen und politi­schen Befind­lich­keiten muss endlich Schluss sein.“

Elisabeth Rothmüller-Jannach

Gregor Grüner, Modehaus Grüner

© WKK

Wirtschaft in den Mittel­punkt

„Von der Politik erwarten wir uns deutlich mehr. Es ist zu wenig spürbar, dass mit voller Konse­quenz für die Stadt gearbeitet wird. Ganz dringend muss das Wohnen in der Innen­stadt gefördert werden. Gleich­zeitig muss die Stadt in der Verwaltung konse­quent sparen. Wir haben kein Einnah­men­problem, sondern ein Ausga­ben­problem. Mit Steuergeld muss verant­wor­tungs­voller umgegangen werden. Ohne Wirtschaft gibt es keine Arbeits­plätze und keine Steuer­ein­nahmen. Es wird Zeit, den Fokus wieder klar auf die Wirtschaft zu legen.“

Gregor Grüner
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 7/26 erschienen.
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