Stadtentwicklung ohne Wirtschaft nicht möglich
Die Wirtschaftskammer Kärnten und der Wirtschaftsreferent der Stadt Klagenfurt haben die aus wirtschaftlicher Sicht zentralen Anforderungen an das neue Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Wir haben Unternehmer aus Klagenfurt befragt, was Sie sich für das Stadtkonzept wünschen.
Michael Velmeden, cms electronics
„Luftsteuer“ abschaffen
„Die Landeshauptstadt Klagenfurt hebt derzeit als einzige Gemeinde in Kärnten eine sogenannte Benützungsabgabe ein – häufig als ‚Luftsteuer‘ bezeichnet. Diese kommunale Abgabe wird für den Gebrauch von öffentli- chem Gemeindegrund sowie des darüber befindlichen Luftraumes vorgeschrieben. Wir fordern, die ‚Luftsteuer‘ abzuschaffen, um Betriebe zu entlasten, den Wirtschaftsstandort zu stärken und faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen. Darüber hinaus sollen sämtliche Abgaben, Gebühren und Belastungen, die in der kommunalen Verantwortung liegen, einer umfassenden Evaluierung unterzogen werden.“
Paul Perkonig, Realitäten Perkonig
Wohnraum in der Innenstadt
„Um die Innenstadt zu beleben und die Frequenz zu erhöhen, wird es Wohnraum in der Innenstadt benötigen. Dabei geht es darum, Wohnraum zu verdichten und nicht weitere Flächen zu versiegeln. Leerstände, vor allem im Erdgeschoß, sollten alternativ genutzt werden, etwa von Dienstleistern. Der fehlende Wohnraum für Studenten könnte auch in der Innenstadt angesiedelt werden. Studenten nutzen öffentliche Verkehrsmittel, erhöhen nicht den Individualverkehr und beleben das Stadtbild. Die Nachfrage für Mietobjekte in der Innenstadt ist jedenfalls hoch.“
Elisabeth Rothmüller-Jannach, Fahrschule Alpenland
Durchdachtes Verkehrskonzept
„Die Stadt braucht ein durchdachtes Verkehrskonzept, bei dem die Finanzierung behirnt werden muss. Die Innenstadt sollte ein attraktiver Lebens‑, Wohn- und Wirtschaftsraum sein. Mit dem Auto bis vor das Geschäft fahren ist vorbei, vor allem in der jungen Generation. Es braucht Parkmöglichkeiten vor der Stadt und mehr Grünflächen auf unseren Plätzen. Wichtig sind auch Betriebsansiedelungen – sie sind durch Mitarbeiter und Abgaben ein Gewinn. Mit persönlichen und politischen Befindlichkeiten muss endlich Schluss sein.“
Gregor Grüner, Modehaus Grüner
Wirtschaft in den Mittelpunkt
„Von der Politik erwarten wir uns deutlich mehr. Es ist zu wenig spürbar, dass mit voller Konsequenz für die Stadt gearbeitet wird. Ganz dringend muss das Wohnen in der Innenstadt gefördert werden. Gleichzeitig muss die Stadt in der Verwaltung konsequent sparen. Wir haben kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Mit Steuergeld muss verantwortungsvoller umgegangen werden. Ohne Wirtschaft gibt es keine Arbeitsplätze und keine Steuereinnahmen. Es wird Zeit, den Fokus wieder klar auf die Wirtschaft zu legen.“