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Klagenfurt

Stadt­ent­wicklung ohne Wirtschaft nicht möglich

Die Wirtschaftskammer Kärnten und der Wirtschafts­referent der Stadt Klagenfurt haben die aus wirtschaftlicher Sicht zentralen Anforderungen an das neue Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Innenstadt sowie die Nutzung der Chancen durch Koralmbahn und Area Süd.

10.04.2026 07:29 von Claudia Blasi
Lesezeit 3 Minuten

Stadt­ent­wicklung ist nicht nur eine Frage von Raumplanung, Wohnen oder Mobilität. Stadt­ent­wicklung ist immer auch Wirtschafts­po­litik. Denn dort, wo Unter­nehmen inves­tieren können, wo Betriebe verläss­liche Rahmen­be­din­gungen vorfinden, wo Erreich­barkeit, Flächen­an­gebot, Frequenz und Aufent­halts­qua­lität stimmen, dort entstehen Arbeits­plätze, Wertschöpfung und Wohlstand. Und genau deshalb ist ein tragfä­higes und voraus­schau­endes Stadt­ent­wick­lungs­konzept für Klagenfurt so wesentlich. „Aus Sicht der Wirtschaft ist daher entscheidend, dass wirtschaft­liche Themen darin nicht am Rand vorkommen, sondern ein zentraler Bestandteil sind“, betont WK-Bezirks­stel­len­obmann Franz Ahm. Denn Fehlent­schei­dungen in der Stadt­ent­wicklung haben unmit­telbare wirtschaft­liche Folgen: für bestehende Betriebe, für Inves­titionen, für die Innen­stadt, für Tourismus, für Beschäf­tigung und für die Wettbe­werbs­fä­higkeit des Standorts insgesamt.

Starke Ausgangs­po­sition


Klagenfurt hat dafür eigentlich eine starke Ausgangs­po­sition. Sie ist Portal­stadt für Kärnten, für den Wirtschafts- und Innova­ti­onsraum Area Süd und für den Alpen-Adria-Raum. Mit der Anbindung an den Baltisch-Adria­ti­schen Korridor und die Koralmbahn verbessern sich die überre­gio­nalen Erreich­bar­keiten massiv. Das ist eine histo­rische Chance. Diese Chance wird derzeit noch nicht in jenem Ausmaß genutzt, wie es möglich und notwendig wäre. Die Wachs­tums­im­pulse und Ausstrah­lungs­ef­fekte bleiben bislang hinter den Möglich­keiten zurück. Klagenfurt muss künftig noch stärker als wirtschaft­licher Motor für Kärnten wirken.


Damit aus dieser Chance tatsächlich Wachstum und Wertschöpfung entstehen, braucht es klare wirtschafts­po­li­tische Leit­linien im Stadt­ent­wick­lungs­konzept. Diese hat Ahm gemeinsam mit dem Wirtschafts­re­fe­renten der Stadt Julian Geier ausge­ar­beitet (siehe Box unten). Aus dieser Zusam­men­arbeit heraus konnten wirtschafts­re­le­vante Themen gesammelt und in die Diskussion einge­bracht werden. Am Ende geht es um eine einfache Frage: Will Klagenfurt seine Chancen aktiv nutzen oder weiter hinter seinen Möglich­keiten bleiben?

Forde­rungen
  • Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Freizeit und Kultur müssen in der Innen­stadt zusam­men­spielen
  • Ein konse­quenter Stopp weiterer EKZ-Widmungen
  • Keine weiteren großflä­chigen Handels­flächen außerhalb der Innen­stadt
  • Stopp der Entwicklung hin zu Multi-Use-Formaten in bestehenden Einkaufs- und Fachmarkt­zentren außerhalb der Innen­stadt
  • Rückbau- und Entsie­ge­lungs­maß­nahmen bei Einkaufs­zentren und Fachmarkt­zentren ermög­lichen
  • Ortskerne entwi­ckeln und Fokus auf eine quali­täts­volle und profes­sio­nelle Quartiers­entwicklung in den Stadt­teilen legen
  • Frequenz, Erreich­barkeit und Aufent­halts­qua­lität verbessern – mindes­tens zwei große, fußläufig erreichbare Parkhäuser im Bereich des Rings sind notwendig
  • Voraus­schauende Widmungs­po­litik, die rasches Handeln ermög­licht und eine Reform der Stell­platz­ver­ordnung
  • Klare Perspek­tiven für die Weiter­ent­wicklung als Tourismus‑, Messe- und Kongress­standort
  • Faire Wettbe­werbs­be­din­gungen für die Wirtschaft schaffen etwa durch die Abschaffung der „Luftsteuer“
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