Stadtentwicklung ohne Wirtschaft nicht möglich
Die Wirtschaftskammer Kärnten und der Wirtschaftsreferent der Stadt Klagenfurt haben die aus wirtschaftlicher Sicht zentralen Anforderungen an das neue Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Innenstadt sowie die Nutzung der Chancen durch Koralmbahn und Area Süd.
Stadtentwicklung ist nicht nur eine Frage von Raumplanung, Wohnen oder Mobilität. Stadtentwicklung ist immer auch Wirtschaftspolitik. Denn dort, wo Unternehmen investieren können, wo Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, wo Erreichbarkeit, Flächenangebot, Frequenz und Aufenthaltsqualität stimmen, dort entstehen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand. Und genau deshalb ist ein tragfähiges und vorausschauendes Stadtentwicklungskonzept für Klagenfurt so wesentlich. „Aus Sicht der Wirtschaft ist daher entscheidend, dass wirtschaftliche Themen darin nicht am Rand vorkommen, sondern ein zentraler Bestandteil sind“, betont WK-Bezirksstellenobmann Franz Ahm. Denn Fehlentscheidungen in der Stadtentwicklung haben unmittelbare wirtschaftliche Folgen: für bestehende Betriebe, für Investitionen, für die Innenstadt, für Tourismus, für Beschäftigung und für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts insgesamt.
Starke Ausgangsposition
Klagenfurt hat dafür eigentlich eine starke Ausgangsposition. Sie ist Portalstadt für Kärnten, für den Wirtschafts- und Innovationsraum Area Süd und für den Alpen-Adria-Raum. Mit der Anbindung an den Baltisch-Adriatischen Korridor und die Koralmbahn verbessern sich die überregionalen Erreichbarkeiten massiv. Das ist eine historische Chance. Diese Chance wird derzeit noch nicht in jenem Ausmaß genutzt, wie es möglich und notwendig wäre. Die Wachstumsimpulse und Ausstrahlungseffekte bleiben bislang hinter den Möglichkeiten zurück. Klagenfurt muss künftig noch stärker als wirtschaftlicher Motor für Kärnten wirken.
Damit aus dieser Chance tatsächlich Wachstum und Wertschöpfung entstehen, braucht es klare wirtschaftspolitische Leitlinien im Stadtentwicklungskonzept. Diese hat Ahm gemeinsam mit dem Wirtschaftsreferenten der Stadt Julian Geier ausgearbeitet (siehe Box unten). Aus dieser Zusammenarbeit heraus konnten wirtschaftsrelevante Themen gesammelt und in die Diskussion eingebracht werden. Am Ende geht es um eine einfache Frage: Will Klagenfurt seine Chancen aktiv nutzen oder weiter hinter seinen Möglichkeiten bleiben?
- Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Freizeit und Kultur müssen in der Innenstadt zusammenspielen
- Ein konsequenter Stopp weiterer EKZ-Widmungen
- Keine weiteren großflächigen Handelsflächen außerhalb der Innenstadt
- Stopp der Entwicklung hin zu Multi-Use-Formaten in bestehenden Einkaufs- und Fachmarktzentren außerhalb der Innenstadt
- Rückbau- und Entsiegelungsmaßnahmen bei Einkaufszentren und Fachmarktzentren ermöglichen
- Ortskerne entwickeln und Fokus auf eine qualitätsvolle und professionelle Quartiersentwicklung in den Stadtteilen legen
- Frequenz, Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität verbessern – mindestens zwei große, fußläufig erreichbare Parkhäuser im Bereich des Rings sind notwendig
- Vorausschauende Widmungspolitik, die rasches Handeln ermöglicht und eine Reform der Stellplatzverordnung
- Klare Perspektiven für die Weiterentwicklung als Tourismus‑, Messe- und Kongressstandort
- Faire Wettbewerbsbedingungen für die Wirtschaft schaffen etwa durch die Abschaffung der „Luftsteuer“