Hingabe
trifft Handwerk
Für Martin Morolz ist Kaffee mehr als nur ein einfaches Getränk. Er ist seine Leidenschaft.
Als während der Coronazeit die Kaffeehäuser schließen mussten, wurde Martin Morolz bewusst, wie wichtig ihm guter Kaffee ist. Gemeinsam mit seiner Freundin holte sich der gebürtige Griffner kurzerhand die Kaffeehausatmosphäre ins eigene Wohnzimmer. Die beiden kosteten sich – vom einfachen Filterkaffee bis zur hochwertigen Kaffeemühle und Siebträgermaschine – Schritt für Schritt durch die Welt des Kaffees. Morolz erlebte dabei seinen ganz persönlichen „Wow-Moment“. Von da an wollte er wissen, welche Geschmäcker unterschiedliche Bohnen, Sorten und Röstungen hervorbringen können. Mit Hilfe von Fachliteratur, einem Röstkurs am Goran-Huber-Kaffeeinstitut in Tirol sowie einem Praktikum in der Rehorik-Rösterei in Regensburg vertiefte er sein Wissen – und seine Leidenschaft für Kaffee wuchs stetig weiter. Der ehemalige Schlachthof seiner Großeltern wurde schließlich zur eigenen Kaffeerösterei umfunktioniert.
Nachhaltigkeit von der Bohne zur Verpackung
„Nachhaltigkeit fängt für mich bei Transparenz an“, erklärt Morolz. Jeder Kaffee, den er röstet, ist bis zum Produzenten rückverfolgbar und wird über dem Börsenpreis gehandelt. Für ihn umfasst Nachhaltigkeit den gesamten Weg der Bohne bis hin zur Verpackung. So besteht diese aus recyceltem Kraftpapier. Die Jutesäcke, in denen der Rohkaffee geliefert wird, finden in der Keramikwerkstatt von Eva Dürnegger ein zweites Leben. Die Kaffeebohnen für seinen Kaffee kommen aus Äthiopien, Indien, Brasilien, Guatemala sowie Mexiko und El Salvador.
Umschwung in Kaffeekultur
„Ich glaube, die Kaffeekultur erlebt gerade einen Umschwung“, sagt Morolz. „Die Menschen konsumieren bewusster – sie trinken lieber einen Kaffee weniger, dafür aber einen qualitativ hochwertigen.“ Pro Stunde kann der Griffner rund fünf Kilogramm Kaffee rösten und arbeitet laufend daran, seine Qualität weiter zu verfeinern.
Die Leidenschaft zur Gastronomie wurde Morolz – als klassisches „Gasthauskind” – quasi in die Wiege gelegt. Seine Ausbildung absolvierte er an der Tourismusschule in Villach und ging anschließend nach Wien. Seit seiner Rückkehr nach Kärnten arbeitet er auch im Familienbetrieb, Gasthaus Kropf, das kürzlich zwei Gault-&-Millau-Hauben erhielt.