Martin Morolz röstet seinen Kaffee im ehemaligen Schlachthof der Großeltern in Griffen.
Martin Morolz röstet seinen Kaffee im ehemaligen Schlachthof der Großeltern in Griffen. © KK/Morolz
Martin Morolz

Hingabe
trifft Handwerk

Für Martin Morolz ist Kaffee mehr als nur ein einfaches Getränk. Er ist seine Leidenschaft.

04.12.2025 08:12 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 4 Minuten

Als während der Coronazeit die Kaffee­häuser schließen mussten, wurde Martin Morolz bewusst, wie wichtig ihm guter Kaffee ist. Gemeinsam mit seiner Freundin holte sich der gebürtige Griffner kurzerhand die Kaffee­haus­at­mo­sphäre ins eigene Wohnzimmer. Die beiden kosteten sich – vom einfachen Filter­kaffee bis zur hochwer­tigen Kaffee­mühle und Siebträ­ger­ma­schine – Schritt für Schritt durch die Welt des Kaffees. Morolz erlebte dabei seinen ganz persön­lichen „Wow-Moment“. Von da an wollte er wissen, welche Geschmäcker unter­schied­liche Bohnen, Sorten und Röstungen hervor­bringen können. Mit Hilfe von Fachli­te­ratur, einem Röstkurs am Goran-Huber-Kaffee­in­stitut in Tirol sowie einem Praktikum in der Rehorik-Rösterei in Regensburg vertiefte er sein Wissen – und seine Leiden­schaft für Kaffee wuchs stetig weiter. Der ehemalige Schlachthof seiner Großeltern wurde schließlich zur eigenen Kaffee­rösterei umfunk­tio­niert.

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Nachhal­tigkeit von der Bohne zur Verpa­ckung

„Nachhal­tigkeit fängt für mich bei Trans­parenz an“, erklärt Morolz. Jeder Kaffee, den er röstet, ist bis zum Produ­zenten rückver­folgbar und wird über dem Börsen­preis gehandelt. Für ihn umfasst Nachhal­tigkeit den gesamten Weg der Bohne bis hin zur Verpa­ckung. So besteht diese aus recyceltem Kraft­papier. Die Jutesäcke, in denen der Rohkaffee geliefert wird, finden in der Keramik­werk­statt von Eva Dürnegger ein zweites Leben. Die Kaffee­bohnen für seinen Kaffee kommen aus Äthiopien, Indien, Brasilien, Guatemala sowie Mexiko und El Salvador.

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Umschwung in Kaffee­kultur

„Ich glaube, die Kaffee­kultur erlebt gerade einen Umschwung“, sagt Morolz. „Die Menschen konsu­mieren bewusster – sie trinken lieber einen Kaffee weniger, dafür aber einen quali­tativ hochwer­tigen.“ Pro Stunde kann der Griffner rund fünf Kilogramm Kaffee rös­ten und arbeitet laufend daran, seine Qualität weiter zu verfeinern.

Die Leiden­schaft zur Gastro­nomie wurde Morolz – als klassi­sches „Gasthauskind” – quasi in die Wiege gelegt. Seine Ausbildung absol­vierte er an der Touris­mus­schule in Villach und ging anschließend nach Wien. Seit seiner Rückkehr nach Kärnten arbeitet er auch im Famili­en­be­trieb, Gasthaus Kropf, das kürzlich zwei Gault-&-Millau-Hauben erhielt.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 23/25 erschienen.
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