Martin Nuart (links) und Philipp Medved führen gemeinsam die "Bär und Schaf Wirtschaft"
Martin Nuart (links) und Philipp Medved führen gemeinsam die "Bär und Schaf Wirtschaft" © Martin Hofmann
Bär und Schaf Wirtschaft

Geschmack
trifft Hei­mat

Vier, fünf oder sechs Gänge? Eine Frage mit der man sich auseinander setzen muss, wenn man die „Bär und Schaf Wirtschaft“ besucht.

06.06.2025 07:19 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 8 Minuten

Fleisch, Gemü­se, Brot, Käse – alles stammt aus der direk­ten Umge­bung. Die „Bär und Schaf Wirt­schaft“ kocht mit dem, was gera­de ver­füg­bar ist. „Im Som­mer ist es ein­fach, da ist die Viel­falt an Lebens­mit­teln viel grö­ßer. Für den Win­ter legen wir dann Obst und Gemü­se ein“, erklärt Phil­ipp Med­ved, der gemein­sam mit Mar­tin Nuart das Restau­rant führt.

© Mar­tin Hof­mann

Gestar­tet als Pop-up-Restau­rant

Geöff­net hat das Lokal in Völ­ker­markt von Juni bis Sep­tem­ber sowie im Novem­ber und Dezem­ber. Med­ved und Nuart zei­gen, dass Ster­ne­kü­che auch aus­schließ­lich mit hei­mi­schen Pro­duk­ten funk­tio­niert – ganz ohne Zuta­ten aus aller Welt. Gekocht wird mit hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten von rund 35 klei­nen Lie­fe­ran­tin­nen und Lie­fe­ran­ten, dar­un­ter die Sor­gen­dor­fer Schloss­fo­rel­le, Morolz Kaf­fee oder Käse vom Bio­hof Nuart. Begon­nen hat alles mit einem Pop-up-Restau­rant. „Schau­en wir, wie es läuft“, war damals der Gedan­ke der bei­den Schul­freun­de aus Unter­kärn­ten. Inzwi­schen öff­nen sie die Türen des ehe­ma­li­gen Kul­tur­gast­haus Prinz Johann bereits im vier­ten Jahr.

Gerich­te “Bär und Schaf”Button Down

© Mar­tin Hof­mann (5)

Grü­ner Miche­lin-Stern

Als eines von nur fünf Restau­rants in Kärn­ten wur­de ihnen der grü­ne Miche­lin-Stern für Nach­hal­tig­keit ver­lie­hen. „Im Prin­zip ist es ein­fach: Auch mit hei­mi­schen Pro­duk­ten kann man etwas Her­vor­ra­gen­des zau­bern“, so Med­ved. „Uns ist wich­tig, ein Bewusst­sein für das zu schaf­fen, was da ist – und die eige­ne Regi­on wert­zu­schät­zen.“

„Jeder soll kom­men, wie er sich wohl­fühlt“

Die Auf­ga­ben sind klar auf­ge­teilt: Nuart steht in der Küche, Med­ved über­nimmt das Ser­vice. Das Kon­zept: „Jeder soll kom­men, wie er sich wohl­fühlt. Wir bie­ten Degustations­küche in gemüt­li­cher Wirts­haus­at­mo­sphä­re“, erklärt Med­ved.

Primär
Sekundär
© Mar­tin Hof­mann / © Mar­tin Hof­mann

Gro­ße Nach­fra­ge für Lie­be und Lei­den­schaft

Die „Bär und Schaf Wirt­schaft“ hat an vier Aben­den pro Woche geöff­net und bewir­tet jeweils 25 bis 30 Gäs­te. „Die Nach­fra­ge ist groß – in guten Zei­ten sind wir teil­wei­se zwei Wochen im Vor­aus aus­ge­bucht.“ Dass es nur sechs Mona­te pro Jahr geöff­net hat einen kla­ren Grund: „Damit die Lie­be und Lei­den­schaft blei­ben – und auch noch Zeit für das Pri­vat­le­ben übrig bleibt. Wenn das Restau­rant geöff­net ist, ste­hen wir min­des­tens fünf Tage die Woche von früh bis spät im Lokal. Und auch zu Hau­se lässt uns die Wirt­schaft nicht los. Umso wich­ti­ger ist uns der Frei­raum abseits des Betriebs“, erklärt Med­ved.

Vom Spitz­na­men zum slo­we­ni­schen Bären

Wie es zu dem Namen „Bär und Schaf Wirt­schaft“ gekom­men ist erklärt Med­ved schmun­zelnd: „Martin’s Fami­lie hat einen Bau­ern­hof mit Scha­fen und bereits in der Schul­zeit hat er den Spitz­na­men ‚das Schaf‘ bekom­men, und Med­ved – mein Nach­na­me – bedeu­tet im Slo­we­ni­schen der Bär. Wir woll­ten auch kein klas­si­sches Restau­rant sein, son­dern eher Wirts­haus­flair ver­mit­teln, des­halb sind wir die ‚Bär und Schaf Wirt­schaft’.“

Info-Icon
Die­ser Arti­kel ist in Aus­ga­be 11/25 erschie­nen.
Info-Icon
Ähn­li­che Arti­kel fin­den Sie in der Kate­go­rie: Kärn­ten Nach­hal­tig