Geschmack
trifft Heimat
Vier, fünf oder sechs Gänge? Eine Frage mit der man sich auseinander setzen muss, wenn man die „Bär und Schaf Wirtschaft“ besucht.
Fleisch, Gemüse, Brot, Käse – alles stammt aus der direkten Umgebung. Die „Bär und Schaf Wirtschaft“ kocht mit dem, was gerade verfügbar ist. „Im Sommer ist es einfach, da ist die Vielfalt an Lebensmitteln viel größer. Für den Winter legen wir dann Obst und Gemüse ein“, erklärt Philipp Medved, der gemeinsam mit Martin Nuart das Restaurant führt.
Gestartet als Pop-up-Restaurant
Geöffnet hat das Lokal in Völkermarkt von Juni bis September sowie im November und Dezember. Medved und Nuart zeigen, dass Sterneküche auch ausschließlich mit heimischen Produkten funktioniert – ganz ohne Zutaten aus aller Welt. Gekocht wird mit hochwertigen Produkten von rund 35 kleinen Lieferantinnen und Lieferanten, darunter die Sorgendorfer Schlossforelle, Morolz Kaffee oder Käse vom Biohof Nuart. Begonnen hat alles mit einem Pop-up-Restaurant. „Schauen wir, wie es läuft“, war damals der Gedanke der beiden Schulfreunde aus Unterkärnten. Inzwischen öffnen sie die Türen des ehemaligen Kulturgasthaus Prinz Johann bereits im vierten Jahr.
Gerichte “Bär und Schaf”
Grüner Michelin-Stern
Als eines von nur fünf Restaurants in Kärnten wurde ihnen der grüne Michelin-Stern für Nachhaltigkeit verliehen. „Im Prinzip ist es einfach: Auch mit heimischen Produkten kann man etwas Hervorragendes zaubern“, so Medved. „Uns ist wichtig, ein Bewusstsein für das zu schaffen, was da ist – und die eigene Region wertzuschätzen.“
„Jeder soll kommen, wie er sich wohlfühlt“
Die Aufgaben sind klar aufgeteilt: Nuart steht in der Küche, Medved übernimmt das Service. Das Konzept: „Jeder soll kommen, wie er sich wohlfühlt. Wir bieten Degustationsküche in gemütlicher Wirtshausatmosphäre“, erklärt Medved.
Große Nachfrage für Liebe und Leidenschaft
Die „Bär und Schaf Wirtschaft“ hat an vier Abenden pro Woche geöffnet und bewirtet jeweils 25 bis 30 Gäste. „Die Nachfrage ist groß – in guten Zeiten sind wir teilweise zwei Wochen im Voraus ausgebucht.“ Dass es nur sechs Monate pro Jahr geöffnet hat einen klaren Grund: „Damit die Liebe und Leidenschaft bleiben – und auch noch Zeit für das Privatleben übrig bleibt. Wenn das Restaurant geöffnet ist, stehen wir mindestens fünf Tage die Woche von früh bis spät im Lokal. Und auch zu Hause lässt uns die Wirtschaft nicht los. Umso wichtiger ist uns der Freiraum abseits des Betriebs“, erklärt Medved.
Vom Spitznamen zum slowenischen Bären
Wie es zu dem Namen „Bär und Schaf Wirtschaft“ gekommen ist erklärt Medved schmunzelnd: „Martin’s Familie hat einen Bauernhof mit Schafen und bereits in der Schulzeit hat er den Spitznamen ‚das Schaf‘ bekommen, und Medved – mein Nachname – bedeutet im Slowenischen der Bär. Wir wollten auch kein klassisches Restaurant sein, sondern eher Wirtshausflair vermitteln, deshalb sind wir die ‚Bär und Schaf Wirtschaft’.“