Geheimrezept:
Regionalität
Zwölf Filialen, 100 Mitarbeitende und ein Sauerteig, der fast so alt ist wie das Unternehmen: die Bäckerei Weissensteiner lebt Tradition mit Zukunft.
1926 eröffnete Johann Weissensteiner im Keller eines ehemaligen Kaufhauses in Bad Kleinkirchheim eine kleine Bäckerei. Was
als überschaubarer Handwerksbetrieb begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren stetig weiter. 1928 erwarb er in Patergassen eine kleine Landwirtschaft, 1931 übersiedelte die Familie samt Bäckerei dorthin.
Johannes Weissensteiner ist aktueller Geschäftsführer in dritter Generation. 1986 übernahm er den Betrieb von seinem Vater. „Damit begann auch die Filialisierung – heute betreiben wir insgesamt zwölf Filialen in Kärnten“. Mittlerweile führt der 63-Jährige rund 100 Mitarbeitende und feiert im heurigen Jahr zwei Jubiläen: das 100-jährige Bestehen des Unternehmens sowie sein 40-jähriges Wirken als Inhaber. In all den Jahren habe sich einiges verändert – geblieben sei aber die Liebe zum Handwerk und zur Region. Weissensteiner arbeite ausschließlich mit Weizen- und Roggenmehl aus Kärnten. Insgesamt werden etwa 95 Prozent der Waren bei österreichischen Produzenten und Lieferanten gekauft. Viele Teige werden auch nach wie vor von Hand geknetet und geformt. Der verwendete Sauerteig stamme noch aus der Zeit des Großvaters und werde seit knapp 100 Jahren stets weitergeführt.
Entschieden für Nachhaltigkeit
Auch Nachhaltigkeit spielt für Weissensteiner eine wichtige Rolle. Semmeln und Weißbrot werden etwa zu Semmelwürfeln oder ‑bröseln verarbeitet. Reste mit tierischen Bestandteilen gelangen in eine Biogasanlage. Seit 2017 befindet sich eine 50-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach der Bäckerei, die im Durchschnitt rund 24 Prozent des benötigten Stroms produziert. Der Fuhrpark umfasst unter anderem vier Elektroautos.
Vom Gebäck über den Gin zum Kaffee
Neben klassischem Gebäck und Frühstücksangebot gehören zum Sortiment auch natürliche Brotbackmischungen, Marmeladen, Granola sowie das „Holla“-Getränk, das aus Äpfeln und Holunderblütenextrakt in Kooperation mit der Firma Apo entwickelt wurde. Aus Altbrot entsteht in Zusammenarbeit mit der Liquet Destillerie der hauseigene „Nock Gin“. In seinen Filialen überzeuge Weissensteiner aber nicht nur mit Backwaren, sondern auch mit dem eigenen Kaffee. „Ein Kaffeedesigner hat uns unseren persönlichen Kaffee entworfen. Ich wollte einen Kaffee, der weder bitter noch säuerlich ist, sondern leicht und mit einer dezenten Schokoladennote“, erklärt Weissensteiner. Künftig soll der Kaffee auch zum Verkauf angeboten werden.