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Johannes Weissensteiner führt die Bäckerei Weissensteiner in der dritten Generation und feiert heuer sein 40-jähriges Wirken als Geschäftsführer. © KW
Johannes Weissensteiner

Geheim­rezept:
Regio­na­lität

Zwölf Filialen, 100 Mitarbeitende und ein Sauerteig, der fast so alt ist wie das Unternehmen: die Bäckerei Weissensteiner lebt Tradition mit Zukunft.

21.01.2026 08:17 - Update am: 22.01.2026 10:43 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 6 Minuten

1926 eröffnete Johann Weissen­steiner im Keller eines ehema­ligen Kaufhauses in Bad Klein­kirchheim eine kleine Bäckerei. Was
als überschau­barer Handwerks­be­trieb begann, entwi­ckelte sich in den folgenden Jahren stetig weiter. 1928 erwarb er in Pater­gassen eine kleine Landwirt­schaft, 1931 übersie­delte die Familie samt Bäckerei dorthin.

Johannes Weissen­steiner ist aktueller Geschäfts­führer in dritter Generation. 1986 übernahm er den Betrieb von seinem Vater. „Damit begann auch die Filia­li­sierung – heute betreiben wir insgesamt zwölf Filialen in Kärnten“. Mittler­weile führt der 63-Jährige rund 100 Mitar­bei­tende und feiert im heurigen Jahr zwei Jubiläen: das 100-jährige Bestehen des Unter­nehmens sowie sein 40-jähriges Wirken als Inhaber. In all den Jahren habe sich einiges verändert – geblieben sei aber die Liebe zum Handwerk und zur Region. Weissen­steiner arbeite ausschließlich mit Weizen- und Roggenmehl aus Kärnten. Insgesamt werden etwa 95 Prozent der Waren bei öster­rei­chi­schen Produ­zenten und Liefe­ranten gekauft. Viele Teige werden auch nach wie vor von Hand geknetet und geformt. Der verwendete Sauerteig stamme noch aus der Zeit des Großvaters und werde seit knapp 100 Jahren stets weiter­ge­führt.

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Entschieden für Nachhal­tigkeit

Auch Nachhal­tigkeit spielt für Weissen­steiner eine wichtige Rolle. Semmeln und Weißbrot werden etwa zu Semmel­würfeln oder ‑bröseln verar­beitet. Reste mit tieri­schen Bestand­teilen gelangen in eine Biogas­anlage. Seit 2017 befindet sich eine 50-kWp-­Photo­vol­ta­ik­anlage auf dem Dach der Bäckerei, die im Durch­schnitt rund 24 Prozent des benötigten Stroms produ­ziert. Der Fuhrpark umfasst unter anderem vier Elektro­autos.

Vom Gebäck über den Gin zum Kaffee

Neben klassi­schem Gebäck und Frühstücks­an­gebot gehören zum Sortiment auch natür­liche Brotback­mi­schungen, Marme­laden, Granola sowie das „Holla“-Getränk, das aus Äpfeln und Holun­der­blü­ten­ex­trakt in Koope­ration mit der Firma Apo entwi­ckelt wurde. Aus Altbrot entsteht in Zusam­men­arbeit mit der Liquet Destil­lerie der hauseigene „Nock Gin“. In seinen Filialen überzeuge Weissen­steiner aber nicht nur mit Backwaren, sondern auch mit dem eigenen Kaffee. „Ein Kaffee­de­signer hat uns unseren persön­lichen Kaffee entworfen. Ich wollte einen Kaffee, der weder bitter noch säuerlich ist, sondern leicht und mit einer dezenten Schoko­la­dennote“, erklärt Weissen­steiner. Künftig soll der Kaffee auch zum Verkauf angeboten werden.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 1/26 erschienen.
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