1988 stieg Norbert Marcher ins Familienunternehmen Fleischwerke Marcher ein.
1988 stieg Norbert Marcher ins Familienunternehmen Fleischwerke Marcher ein. © Fleischwerke Marcher
Norbert Marcher

„Verläss­lichkeit, Handschlag­qua­lität und Trans­parenz“

Norbert Marcher spricht über die Werte seines Betriebes und die größten Gefahren für das Unternehmertum.

10.11.2025 12:27 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 3 Minuten

Was macht erfolg­reich gelebtes Unter­neh­mertum aus?

Verant­wortung zu übernehmen. Für Mitar­bei­tende, für Kundinnen und Kunden, für unsere bäuer­lichen Liefe­ranten und für die Gesell­schaft. Für einen Lebens­mit­tel­be­trieb trifft dies im beson­deren Maße zu, wir sehen uns auch verant­wortlich für die unein­ge­schränkte Integrität unserer wertvollen Produkte.

Warum sind Unter­neh­mer­per­sön­lich­keiten wichtig für das Land?

Unter­nehmer treiben den Wandel voran. Das ist eine wichtige Eigen­schaft in einer sich immer schneller verän­dernden Gesell­schaft. Die Risiko­be­reit­schaft, die Unter­nehmer mitbringen, schafft Gestal­tungs­willen. Dieser ist wichtiger denn je, um den Wohlstand zu sichern.

Für welche Werte hat ein gestan­denes Unter­nehmen zu stehen?

Diese Frage möchte ich nur für unseren Betrieb beant­worten. Wir stehen für Verläss­lichkeit, Qualität, Handschlag­qua­lität, Trans­parenz und Fairness im Umgang mit Partnern und Mitar­bei­tenden. 

Wie bringen Sie sich in der Region ein?

Wir haben 11 Standorte in Öster­reich. Unsere Unter­neh­mens­zen­trale und zugleich auch unser größter Betrieb befindet sich in Villach. Wir schätzen die regionale Vernetzung an allen Stand­orten und suchen den offenen Dialog mit den Gemeinden.

Werden Rolle und Bedeutung des Unter­neh­mertums auch in der breiten Öffent­lichkeit wahrge­nommen?

Ich denke, hier ist noch Luft nach oben.

Mein Wunsch an die politi­schen Entschei­dungs­träger…?

Maßnahmen in der Ausbildung der nächsten Genera­tionen. Der Lehrlings­beruf könnte attrak­tiver werden und in der Schul­aus­bildung wäre ein wirtschaft­liches Grund­wissen wünschenswert. Jeder Schul­ab­gänger sollte den Unter­schied zwischen brutto und netto, Umsatz und Gewinn, Selbst­stän­digkeit oder Anstellung kennen.

Im nächsten Unter­neh­mer­leben würde ich…

…vieles gleich machen…

Was sind die größten Gefahren für das Unter­neh­mertum?

Unter­nehmer brauchen ein Umfeld, in dem sie sich entfalten können. Es ist nichts motivie­render als die Aussicht etwas schaffen zu können. Überbor­dernde Bürokratie oder unver­ständ­liche Vorgaben können hier hinderlich sein. 

Aus der Chronik
  • 1929 gründete Franz Marcher den Viehhandel Marcher.
  • In den 60er- und 70er-Jahren entwi­ckelte Norbert sen. mit Melitta Marcher einen Fleisch­be­trieb daraus.
  • Mitte der 80er-Jahre traten die Söhne Norbert, Gernot und Herfired in den Betrieb ein.
  • 2021 begann die Sanierung der Produk­ti­ons­stätte und der Neubau des Büroge­bäudes sowie des Abhol­marktes in Villach.
  • Öster­reichweit hat Fleisch­werke Marcher elf Standorte, an denen 1800 Mitar­beiter beschäftigt sind.
  • In der Zentrale in Villach arbeiten 70 Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter in der Verwaltung sowie 580 in der Produktion.
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 21/25 erschienen.
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