„Verlässlichkeit, Handschlagqualität und Transparenz“
Norbert Marcher spricht über die Werte seines Betriebes und die größten Gefahren für das Unternehmertum.
Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?
Verantwortung zu übernehmen. Für Mitarbeitende, für Kundinnen und Kunden, für unsere bäuerlichen Lieferanten und für die Gesellschaft. Für einen Lebensmittelbetrieb trifft dies im besonderen Maße zu, wir sehen uns auch verantwortlich für die uneingeschränkte Integrität unserer wertvollen Produkte.
Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für das Land?
Unternehmer treiben den Wandel voran. Das ist eine wichtige Eigenschaft in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft. Die Risikobereitschaft, die Unternehmer mitbringen, schafft Gestaltungswillen. Dieser ist wichtiger denn je, um den Wohlstand zu sichern.
Für welche Werte hat ein gestandenes Unternehmen zu stehen?
Diese Frage möchte ich nur für unseren Betrieb beantworten. Wir stehen für Verlässlichkeit, Qualität, Handschlagqualität, Transparenz und Fairness im Umgang mit Partnern und Mitarbeitenden.
Wie bringen Sie sich in der Region ein?
Wir haben 11 Standorte in Österreich. Unsere Unternehmenszentrale und zugleich auch unser größter Betrieb befindet sich in Villach. Wir schätzen die regionale Vernetzung an allen Standorten und suchen den offenen Dialog mit den Gemeinden.
Werden Rolle und Bedeutung des Unternehmertums auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen?
Ich denke, hier ist noch Luft nach oben.
Mein Wunsch an die politischen Entscheidungsträger…?
Maßnahmen in der Ausbildung der nächsten Generationen. Der Lehrlingsberuf könnte attraktiver werden und in der Schulausbildung wäre ein wirtschaftliches Grundwissen wünschenswert. Jeder Schulabgänger sollte den Unterschied zwischen brutto und netto, Umsatz und Gewinn, Selbstständigkeit oder Anstellung kennen.
Im nächsten Unternehmerleben würde ich…
…vieles gleich machen…
Was sind die größten Gefahren für das Unternehmertum?
Unternehmer brauchen ein Umfeld, in dem sie sich entfalten können. Es ist nichts motivierender als die Aussicht etwas schaffen zu können. Überbordernde Bürokratie oder unverständliche Vorgaben können hier hinderlich sein.
- 1929 gründete Franz Marcher den Viehhandel Marcher.
- In den 60er- und 70er-Jahren entwickelte Norbert sen. mit Melitta Marcher einen Fleischbetrieb daraus.
- Mitte der 80er-Jahre traten die Söhne Norbert, Gernot und Herfired in den Betrieb ein.
- 2021 begann die Sanierung der Produktionsstätte und der Neubau des Bürogebäudes sowie des Abholmarktes in Villach.
- Österreichweit hat Fleischwerke Marcher elf Standorte, an denen 1800 Mitarbeiter beschäftigt sind.
- In der Zentrale in Villach arbeiten 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung sowie 580 in der Produktion.