Die Marcher Fleischwerke werden bereits von der dritten Generation geführt: Herfried, Norbert und Gernot Marcher.
Die Marcher Fleischwerke werden bereits von der dritten Generation geführt: Herfried, Norbert und Gernot Marcher. © Marcher Fleichwerke
Marcher Fleischwerke

96 Jahre
Leiden­schaft für Fleisch

Was 1929 als Viehhandelsbetrieb begann, sind heute die Marcher Fleischwerke – ein international tätiges Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 650 Millionen Euro.

06.11.2025 07:10 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 8 Minuten

Franz Marcher gründete im Jahr 1929 das gleich­namige Unter­nehmen. In den 1960er-Jahren übernahm Sohn Norbert gemeinsam mit seiner Frau Melitta Marcher die Leitung und wagte mit der Fleisch­zer­legung den Schritt in ein neues Geschäftsfeld. Ein Entschluss, der den Grund­stein für die heutige Marcher Gruppe legte.

Vierte Generation in den Start­lö­chern

1988, nach seinem Studium an der Wirtschafts­uni­ver­sität Wien, stieg Sohn Norbert Marcher junior in den Betrieb ein. „Meine Brüder und ich konnten uns gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen“, erzählt er. „Wir sind hier aufge­wachsen – der Betrieb war immer Teil unseres Lebens.“ Heute führt die dritte Generation die Geschäfte. Herfried Marcher leitet den Bereich Rind, Gernot Marcher verant­wortet den Bereich Schwein und Norbert Marcher leitet die Geschäfte. Auch die vierte Generation steht mit Georg und Anna-Maria Marcher bereits in den Start­lö­chern.

Primär
Sekundär
© Marcher Fleich­werke / © Marcher Fleich­werke

Zentrale in Villach

Von Villach aus steuert die Familie mittler­weile zehn Produk­ti­ons­standorte in ganz Öster­reich. Rund 1800 Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter sorgen dafür, dass jährlich etwa eine Million Schweine und 140.000 Rinder verar­beitet werden. Fleisch, das dann in über 40 Länder auf vier Konti­nenten expor­tiert wird. Auch die Zentrale in Villach, die sich in den vergan­genen Jahren einer Grund­sa­nierung unterzog und kürzlich gemeinsam mit dem neuen Abhol­markt eröffnet wurde, zählt 70 Mitar­bei­tende.

Fleisch­al­ter­na­tiven im Sortiment

In Villach allein werden pro Stunde 800 Schwei­ne­hälften zerlegt. Jährlich entstehen insgesamt 150 Millionen Burger­patties und Cevapcici sowie acht Millionen Selbst­be­die­nungs­pa­ckungen für den Lebens­mit­tel­handel. Zu den Produkten zählen Frisch­fleisch vom Rind und vom Schwein, Fleisch in Selbstbedienungs­packungen, Salami, Wurst und Schinken, sowie Conve­nience-Produkte. Doch Marcher stehe längst nicht mehr nur für Fleisch. „Neben klassi­schen Produkten entwi­ckeln wir auch vegane und vegeta­rische Alter­na­tiven – etwa Würstel, Aufschnitt und Conve­nience-Produkte.“

© Marcher Fleisch­werke (4)

Verant­wortung im Fokus

Bei all dem Wachstum sei eines geblieben: das Bewusstsein für Verant­wortung. Nachhal­tigkeit sei für die Familie kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis. Reste, die nicht als Lebens­mittel genutzt werden, finden ihren Weg in Tierfutter, Leder­pro­duktion oder Biodiesel. „Wir handeln ressour­cen­schonend, weil wir wissen, was wir der Natur verdanken“, betont Marcher.

Trans­parenz zum Tierwohl

Auch Trans­parenz werde großge­schrieben. Alle tierschutz-relevanten Bereiche sind video­über­wacht – nicht aus Misstrauen, sondern aus Überzeugung. „Wir wollen zeigen, was wir tun. Nur so können wir Vertrauen schaffen, in einer Branche, die oft mit Vorur­teilen zu kämpfen hat“, erklärt der Geschäfts­führer. Wenn Norbert Marcher nicht im Unter­nehmen ist, sucht er den Ausgleich bei seiner Familie, beim Radfahren oder beim Skitou­ren­gehen.

Aus der Chronik
  • 1929 gründete Franz Marcher den Viehhandel Marcher.
  • In den 60er- und 70er-Jahren entwi­ckelte Norbert sen. mit Melitta Marcher einen Fleisch­be­trieb daraus.
  • Mitte der 80er-Jahre traten die Söhne Norbert, Gernot und Herfired in den Betrieb ein.
  • 2021 begann die Sanierung der Produk­ti­ons­stätte und der Neubau des Büroge­bäudes sowie des Abhol­marktes in Villach.
  • Öster­reichweit hat Fleisch­werke Marcher elf Standorte, an denen 1800 Mitar­beiter beschäftigt sind.
  • In der Zentrale in Villach arbeiten 70 Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter in der Verwaltung sowie 580 in der Produktion.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 21/25 erschienen.
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