96 Jahre
Leidenschaft für Fleisch
Was 1929 als Viehhandelsbetrieb begann, sind heute die Marcher Fleischwerke – ein international tätiges Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 650 Millionen Euro.
Franz Marcher gründete im Jahr 1929 das gleichnamige Unternehmen. In den 1960er-Jahren übernahm Sohn Norbert gemeinsam mit seiner Frau Melitta Marcher die Leitung und wagte mit der Fleischzerlegung den Schritt in ein neues Geschäftsfeld. Ein Entschluss, der den Grundstein für die heutige Marcher Gruppe legte.
Vierte Generation in den Startlöchern
1988, nach seinem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien, stieg Sohn Norbert Marcher junior in den Betrieb ein. „Meine Brüder und ich konnten uns gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen“, erzählt er. „Wir sind hier aufgewachsen – der Betrieb war immer Teil unseres Lebens.“ Heute führt die dritte Generation die Geschäfte. Herfried Marcher leitet den Bereich Rind, Gernot Marcher verantwortet den Bereich Schwein und Norbert Marcher leitet die Geschäfte. Auch die vierte Generation steht mit Georg und Anna-Maria Marcher bereits in den Startlöchern.
Zentrale in Villach
Von Villach aus steuert die Familie mittlerweile zehn Produktionsstandorte in ganz Österreich. Rund 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass jährlich etwa eine Million Schweine und 140.000 Rinder verarbeitet werden. Fleisch, das dann in über 40 Länder auf vier Kontinenten exportiert wird. Auch die Zentrale in Villach, die sich in den vergangenen Jahren einer Grundsanierung unterzog und kürzlich gemeinsam mit dem neuen Abholmarkt eröffnet wurde, zählt 70 Mitarbeitende.
Fleischalternativen im Sortiment
In Villach allein werden pro Stunde 800 Schweinehälften zerlegt. Jährlich entstehen insgesamt 150 Millionen Burgerpatties und Cevapcici sowie acht Millionen Selbstbedienungspackungen für den Lebensmittelhandel. Zu den Produkten zählen Frischfleisch vom Rind und vom Schwein, Fleisch in Selbstbedienungspackungen, Salami, Wurst und Schinken, sowie Convenience-Produkte. Doch Marcher stehe längst nicht mehr nur für Fleisch. „Neben klassischen Produkten entwickeln wir auch vegane und vegetarische Alternativen – etwa Würstel, Aufschnitt und Convenience-Produkte.“
Verantwortung im Fokus
Bei all dem Wachstum sei eines geblieben: das Bewusstsein für Verantwortung. Nachhaltigkeit sei für die Familie kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis. Reste, die nicht als Lebensmittel genutzt werden, finden ihren Weg in Tierfutter, Lederproduktion oder Biodiesel. „Wir handeln ressourcenschonend, weil wir wissen, was wir der Natur verdanken“, betont Marcher.
Transparenz zum Tierwohl
Auch Transparenz werde großgeschrieben. Alle tierschutz-relevanten Bereiche sind videoüberwacht – nicht aus Misstrauen, sondern aus Überzeugung. „Wir wollen zeigen, was wir tun. Nur so können wir Vertrauen schaffen, in einer Branche, die oft mit Vorurteilen zu kämpfen hat“, erklärt der Geschäftsführer. Wenn Norbert Marcher nicht im Unternehmen ist, sucht er den Ausgleich bei seiner Familie, beim Radfahren oder beim Skitourengehen.
- 1929 gründete Franz Marcher den Viehhandel Marcher.
- In den 60er- und 70er-Jahren entwickelte Norbert sen. mit Melitta Marcher einen Fleischbetrieb daraus.
- Mitte der 80er-Jahre traten die Söhne Norbert, Gernot und Herfired in den Betrieb ein.
- 2021 begann die Sanierung der Produktionsstätte und der Neubau des Bürogebäudes sowie des Abholmarktes in Villach.
- Österreichweit hat Fleischwerke Marcher elf Standorte, an denen 1800 Mitarbeiter beschäftigt sind.
- In der Zentrale in Villach arbeiten 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung sowie 580 in der Produktion.