Von der KI am Buffet über Weine zum Slow Food: Die Wirtshauskultur lud zur Alpen-Adria-Exkursion.
Von der KI am Buffet über Weine zum Slow Food: Die Wirtshauskultur lud zur Alpen-Adria-Exkursion. © Hannes Krainz
Wirtshauskultur

Wirte entdecken den
Geschmack von Alpen und Adria

Wirte unterwegs: Erste Fachexkursion für Gaumen und Wissen der Wirtshauskultur führte nach Slowenien und Friaul.

21.04.2026 08:30 von Elke Fertschey
Lesezeit 6 Minuten

„Der Austausch unter­ein­ander ist sehr wichtig“, waren sich die Obleute der Kärntner Wirts­haus­kultur, Kathrin Zollner und Gerfried Hopf, einig und hochzu­frieden, dass er bei der ersten Fachex­kursion für Gaumen und Wissen „Geschmack der Alpen Adria“ intensiv und herzlich gepflegt wurde. „Mitein­ander reden, vonein­ander lernen und sich gegen­seitig helfen“ formu­lierte Zollner ihren Wunsch, der in diesen zwei Tagen mit Leben erfüllt wurde. „Konkur­renz­denken und Berüh­rungs­ängste gibt es nicht mehr. Wir wollen uns gegen­seitig bestärken“.

Genuss­reise mit Blick hinter die Kulissen

Unter diesem Motto steuerte ein Bus voller Wirte von Obervellach bis Ludmannsdorf gut gelaunt und gut betreut von Guntram Jilka und Julia Stanitznig von der Fachgruppe Gastro­nomie, unter­stützt von Francesca Rosetto von Klagenfurt Tourismus, den Ort Sora in Slowenien an, wo das Famili­en­un­ter­nehmen Jezeršek, das mit Event-Catering zu den Top 10 Europas gehört, einen Blick hinter die Kulissen gestattete.

So wurde das neue, KI-gestützte ­System zur Verrin­gerung von Abfall, der meist 20 Prozent pro Person beträgt, präsen­tiert. Was am Teller übrig bleibt, wird gewogen und von der KI erfasst, die nach Daten­sammlung errechnet, was beim nächsten Mal einge­spart werden kann. Durch dieses „Smart Food Management“ sei in nur neun Monaten der Abfall um zehn Prozent zurück­ge­gangen, erzählte CEO Martin Jezeršek, stolz auf 2500 Events pro Jahr, darunter UEFA-Supercup- und Olympische Spiele. Jezeršek betreibt auch die Gastro­nomie auf den Burgen Bled, Laibach und nun auch Taggen­brunn, im Image­video eine „märchen­hafte“ Kärntner Location inmitten „smaragd­grüner Landschaften“, wo Geschichte auf Weinkunst trifft.

Regionale Spezia­li­täten und gelebte Tradition

Im Vipavatal verkostete man in Križ autochthone Weißweine wie den Pinella mit der feinen Mandelnote und Natural Wines wie Zelen mit seinem knackigen Geschmack. Im friula­ni­schen Casal Vena zeigte man in der histo­ri­schen Mühle Antico Molino F.lli Persello, wie man mit Nischen­pro­dukten wie nach alter Tradition gemah­lener Polenta und spezi­ellen Mehlen aus antiken Sorten wie Urweizen reüssieren kann. Die hölzerne Mühle, eine von acht übrig­ge­blie­benen der ehemals 800 Mühlen in Friaul gibt es seit 1928, der Motor funktio­niert seit 1938 einwandfrei. 

Im Hotel „Là di Moret“ in Tricesimo lernte man Alberto Tonizzo, den neuen Küchenchef des für seine typisch friula­nische Küche bekannten Restau­rants „Al Fogolar“ kennen und in Fagagna im „Al Castello“ die Brüder F.lli Negrini, die in gemüt­licher Wohnzim­mer­at­mo­sphäre Slow Food Presidi wie Cipolla di Cavasso, eine milde, rötliche Zwiebel, authochtone Apfel­sorten „Antiche mele dell‘Alto Friuli“, Ziegen­salami und „Pestat“, ein Pesto aus Gemüsen und Speck von spezi­ellen Schweinen, präsen­tierten, was Christian Tammegger von Slow Food Travel Markt­platz Mittel­kärnten besonders freute.

Auch die agnolotti, eine Art Schlick­krap­ferln, gefüllt mit „pitina“, einer typischen in Maismehl gewälzten, geräu­cherten Wurst­spe­zia­lität aus dem Tramontina-Tal, begeis­terte. „Bei uns wird alles selber gemacht und sparsam gewirt­schaftet“, meinte Stefano Negrini, der das Service leitet, während sein Bruder Angelo Negrini, „autodi­dak­ti­scher Koch mit Persön­lichkeit und Kreati­vität“ in der Küche werkt.

„Mit ehrlichen Grund­pro­dukten und drei einfachen Zutaten macht man in Italien ein gutes Gericht“, war Wirte-Obmann Hopf beein­druckt. „Wir sollten uns beim Essen mehr Zeit lassen und mehr kosten“, nahm er als Impuls von der Reise mit. Die Grenzen solle man kulina­risch viel mehr auflösen. „Die Liebe zum Essen und zur Gastfreund­schaft verbindet uns alle“.

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