Lena Uedl-Kerschbaumer, Ingenieurbüro für Landschaftsplanung.
Lena Uedl-Kerschbaumer, Ingenieurbüro für Landschaftsplanung. © KK/Helga Rader
Lena Uedl-Kerschbaumer

Was ein
Garten alles kann

Ein klimafitter Garten sieht nicht nur toll aus, sondern spart auch Ressourcen. Landschafts­planerin Lena Uedl-Kerschbaumer hat sich darauf spezialisiert.

23.10.2025 07:54 - Update am: 23.10.2025 07:54 von Anita Arneitz
Lesezeit 4 Minuten

Klimafit und naturnah? Viele denken jetzt vielleicht an einen grünen Dschungel, unauf­gräumt und wild. Aber heute können Grünflächen schick aussehen und gleich­zeitig nachhaltig sein. Das bestätigt Lena Uedl-Kersch­baumer, Ingenieurbüro für Landschafts­planung. Mit ihrem Unter­nehmen „lenaplant“ arbeitet sie in Afritz und Klagenfurt. Bereits seit 16 Jahren ist sie selbst­ständig und studierte Landschafts­planung an der Univer­sität für Boden­kultur in Wien. „Ich bin dann nach Kärnten gezogen und habe mein drittes Kind bekommen. Weil ich keine Anstellung fand, machte ich mich selbst­ständig. Damals fing ich bei Null an, jetzt habe ich drei Mitar­bei­te­rinnen.“

Umdenken in der Grünraum-Gestaltung

Heute plant Uedl-Kersch­baumer vorwiegend Projekte für Gemeinden wie Grünflächen, Spiel­plätze oder Parkan­lagen. Aber auch Privat­gärten, touris­tische Projekte, Grünflächen für Kinder­gärten oder Pflege­heime setzt sie um. Weiters betreut sie Mobili­täts­pro­jekte. „Ich begleite Auftrag­geber von Idee über die Förde­rungen bis hin zu Betei­li­gungs­ver­fahren, wo wir alle einbinden, auch Kinder und Jugend­liche.“

Wer selbst einen Betrieb hat und für Mitar­beiter oder Gäste Grünraum öffnet, klage oft über viel Arbeit. Diese könne mit der richtigen Baumauswahl reduziert werden. Zum Beispiel eignen sich Feldahorn, der keinen Honig abwirft, oder Hainbuchen gut für Parkplätze. „Ein großes Problem ist nach wie vor die Boden­ver­sie­gelung“, sagt Uedl-Kersch­baumer und motiviert zum Umdenken: „In gewissen Bereichen geht es nicht ohne, aber in sehr vielen Bereichen schon.“

Es gebe viele nachhaltige Lösungen. So können Sicker­flächen rund um ein Gebäude zu einem Garten- und Entspan­nungs­be­reich für Mitar­beiter oder Kunden umgestaltet werden. Solche Flächen finden sich vielfach bei Super­märkten und Parkplätzen, liegen etwas tiefer und wirken häufig verwahrlost. Die Landschafts­pla­nerin sieht darin Potenzial.

Heimische Pflanzen für klima­fitten Garten

Uedl-Kersch­baumer ist überzeugt davon, dass es nicht exotische Schön­heiten für eine attraktive Garten­ge­staltung braucht. „Unsere heimi­schen Natur­land­schaften und unsere tradi­tio­nelle Garten­kultur ist schön.“ Beispiele sind Schilf, Schwarz­erlen und weiße Wege am Seespitz in Pörtschach, blühende Bauern­gärten oder die Parks der klassi­schen Wörther­see­ar­chi­tektur. Eines ist ihr wichtig: „Die nachhaltige Bepflanzung sollte zum Gebäude passen und Qualität geht vor Quantität.“ Das heißt, ein paar gut gepflegte Blick­fänge sind besser als viele Beete und Tröge, mit deren Pflege man nicht nachkommt.

Ein Garten darf bei ihr charmant und gepflegt altern. „Zwischendrin lässt sich ab und zu etwas Neues gestalten.“ So bleibe das Grün rund ums Gebäude lebendig und abwechs­lungs­reich. Gerade jetzt in den kalten Monaten sei die beste Zeit, um das nächste Garten­projekt zu planen oder einen klima­fitten Grünraum im neuen Jahr umzusetzen.

Tipps für den Garten
  • Grünschnitt nicht wegwerfen, sondern selbst kompos­tieren. Das produ­ziert Erde und Dünger und es ist genau das drin, was die Pflanzen brauchen. Mit Kompost kann alles gedüngt werden, auch der Rasen. Ein Kilo Kunst­dünger braucht zwei Liter Erdöl.
  • Auf chemisch-synthe­tische Pflan­zen­schutz­mittel verzichten. Diese kosten Geld und sind für Anwender mitunter gesund­heits­ge­fährdend.
  • Mit Kompost gedüngte Flächen können mehr Wasser speichern. Das spart Gießwasser.
  • Trocken­heits­ver­träg­liche mehrjährige Pflanzen statt Wegwerf­pflanzen verwenden. Ein attrak­tives Blühstau­denbeet kann von März bis November Freude bereiten und hält bis zu zehn Jahre.
  • Schnitt­blumen säen oder pflanzen, diese liefern auch Schmuck für die Vase in Gasträumen oder im Empfangs­be­reich.
  • Rasen­flächen sind die teuersten Flächen im Garten, was Maschi­nenpark, Zeit, Dünge­mittel, Nachsaat und Pflege betrifft.
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 20/25 erschienen.
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