Was ein
Garten alles kann
Ein klimafitter Garten sieht nicht nur toll aus, sondern spart auch Ressourcen. Landschaftsplanerin Lena Uedl-Kerschbaumer hat sich darauf spezialisiert.
Klimafit und naturnah? Viele denken jetzt vielleicht an einen grünen Dschungel, unaufgräumt und wild. Aber heute können Grünflächen schick aussehen und gleichzeitig nachhaltig sein. Das bestätigt Lena Uedl-Kerschbaumer, Ingenieurbüro für Landschaftsplanung. Mit ihrem Unternehmen „lenaplant“ arbeitet sie in Afritz und Klagenfurt. Bereits seit 16 Jahren ist sie selbstständig und studierte Landschaftsplanung an der Universität für Bodenkultur in Wien. „Ich bin dann nach Kärnten gezogen und habe mein drittes Kind bekommen. Weil ich keine Anstellung fand, machte ich mich selbstständig. Damals fing ich bei Null an, jetzt habe ich drei Mitarbeiterinnen.“
Umdenken in der Grünraum-Gestaltung
Heute plant Uedl-Kerschbaumer vorwiegend Projekte für Gemeinden wie Grünflächen, Spielplätze oder Parkanlagen. Aber auch Privatgärten, touristische Projekte, Grünflächen für Kindergärten oder Pflegeheime setzt sie um. Weiters betreut sie Mobilitätsprojekte. „Ich begleite Auftraggeber von Idee über die Förderungen bis hin zu Beteiligungsverfahren, wo wir alle einbinden, auch Kinder und Jugendliche.“
Wer selbst einen Betrieb hat und für Mitarbeiter oder Gäste Grünraum öffnet, klage oft über viel Arbeit. Diese könne mit der richtigen Baumauswahl reduziert werden. Zum Beispiel eignen sich Feldahorn, der keinen Honig abwirft, oder Hainbuchen gut für Parkplätze. „Ein großes Problem ist nach wie vor die Bodenversiegelung“, sagt Uedl-Kerschbaumer und motiviert zum Umdenken: „In gewissen Bereichen geht es nicht ohne, aber in sehr vielen Bereichen schon.“
Es gebe viele nachhaltige Lösungen. So können Sickerflächen rund um ein Gebäude zu einem Garten- und Entspannungsbereich für Mitarbeiter oder Kunden umgestaltet werden. Solche Flächen finden sich vielfach bei Supermärkten und Parkplätzen, liegen etwas tiefer und wirken häufig verwahrlost. Die Landschaftsplanerin sieht darin Potenzial.
Heimische Pflanzen für klimafitten Garten
Uedl-Kerschbaumer ist überzeugt davon, dass es nicht exotische Schönheiten für eine attraktive Gartengestaltung braucht. „Unsere heimischen Naturlandschaften und unsere traditionelle Gartenkultur ist schön.“ Beispiele sind Schilf, Schwarzerlen und weiße Wege am Seespitz in Pörtschach, blühende Bauerngärten oder die Parks der klassischen Wörtherseearchitektur. Eines ist ihr wichtig: „Die nachhaltige Bepflanzung sollte zum Gebäude passen und Qualität geht vor Quantität.“ Das heißt, ein paar gut gepflegte Blickfänge sind besser als viele Beete und Tröge, mit deren Pflege man nicht nachkommt.
Ein Garten darf bei ihr charmant und gepflegt altern. „Zwischendrin lässt sich ab und zu etwas Neues gestalten.“ So bleibe das Grün rund ums Gebäude lebendig und abwechslungsreich. Gerade jetzt in den kalten Monaten sei die beste Zeit, um das nächste Gartenprojekt zu planen oder einen klimafitten Grünraum im neuen Jahr umzusetzen.
- Grünschnitt nicht wegwerfen, sondern selbst kompostieren. Das produziert Erde und Dünger und es ist genau das drin, was die Pflanzen brauchen. Mit Kompost kann alles gedüngt werden, auch der Rasen. Ein Kilo Kunstdünger braucht zwei Liter Erdöl.
- Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten. Diese kosten Geld und sind für Anwender mitunter gesundheitsgefährdend.
- Mit Kompost gedüngte Flächen können mehr Wasser speichern. Das spart Gießwasser.
- Trockenheitsverträgliche mehrjährige Pflanzen statt Wegwerfpflanzen verwenden. Ein attraktives Blühstaudenbeet kann von März bis November Freude bereiten und hält bis zu zehn Jahre.
- Schnittblumen säen oder pflanzen, diese liefern auch Schmuck für die Vase in Gasträumen oder im Empfangsbereich.
- Rasenflächen sind die teuersten Flächen im Garten, was Maschinenpark, Zeit, Düngemittel, Nachsaat und Pflege betrifft.