„Wir brauchen Macher“ lautet der Titel des sechsten Buches von Julien Backhaus.
„Wir brauchen Macher“ lautet der Titel des sechsten Buches von Julien Backhaus. © Michael Tinnefeld
Julien Backhaus

„Unter­nehmer werden
zu Helden der Zukunft“

Unternehmertum darf kein Schimpfwort sein, sondern muss als Motor für Wohlstand und Fortschritt verstanden werden, davon ist Julien Backhaus überzeugt.

18.05.2025 07:47 - Update am: 22.05.2025 07:40 von Claudia Blasi
Lesezeit 6 Minuten

Julien Backhaus, Verleger, Produzent und Autor, spricht im Interview über Unter­neh­me­rinnen und Unter­nehmer, die sich nicht bremsen lassen.

„Kärntner Wirtschaft“: In Ihrem aktuellen Buch sprechen Sie über den schlechten Ruf des Unter­neh­mertums. Was braucht es, um dieses Narrativ zu brechen?

Julien Backhaus: Wir brauchen Macher – Menschen, die mehr wollen und dafür auch bereit sind, mehr zu leisten, um über sich hinaus zu wachsen und ihre Ziele zu erreichen. Sie geben sich nicht mit dem Status-quo zufrieden, stehen für Fortschritt und werden so zu Helden­fi­guren. Bei anderen wird dadurch oft unbewusst Neid geschürt, aber niemand sieht, dass Unter­nehmer vor allem zu Beginn oft schlechter verdienen als Angestellte. Dennoch wollen sie mehr vom Leben, bleiben dran, gehen die Extrameile – und genau das wird in der Regel belohnt.

Bei der Recherche wurden zahlreiche Unter­nehmer und Millionäre befragt. Was eint erfolg­reiche Menschen?

Sie brechen herkömm­liche Regeln und hinter­fragen die Dinge. Sie haben den Mut, voran­zu­schreiten, weiter­zu­machen, auch wenn etwas schief­gehen könnte. Ob man als Unter­nehmen wächst oder schrumpft – man muss voran­gehen. Dabei riskieren sie nicht nur Geld, sondern auch ihren Ruf.

Überbor­dende Bürokratie, Rezession und Unsicherheit: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zu gründen?

Der beste Zeitpunkt, um zu gründen, ist in einer Krise. Wirtschaft bedeutet ja nichts anderes, als das Lösen von Problemen und davon hat man in schwie­rigen Zeiten bekanntlich mehr. Es bieten sich auch die meisten Chancen, als kleines Unter­nehmen die großen Monopole anzugreifen. Monopole haben immer ein Ablauf­datum und wie wir bei Kodak, Nokia und IBM gesehen haben, zerbrechen sie oft an ihrem eigenen Gewicht.

Julien-Backhaus-Macher-Buch-Verleger © Michael Tinnefeld

Wir brauchen Gründer, die sich weder von Bürokratie noch von Vorur­teilen bremsen lassen.Zitat Ende

Julien Backhaus

Autor, Produzent, Verleger

In welchen Bereichen brauchen wir jetzt vor allem Macher?

Beim Umwelt­schutz muss sich dringend etwas ändern. Der Staat mischt sich zu sehr ein. Regeln, Vorschriften, Quoten – es ist unattraktiv, auf einem überre­gu­lierten Markt zu arbeiten und es verhindert Innovation und Kreati­vität der Unter­nehmer. Flugtaxis sind etwa in Deutschland verboten, in China zugelassen, obwohl sie unumstritten funktio­nieren. Ich sehe das politische System Chinas durchaus kritisch, aber um wettbe­werbs­fähig zu bleiben, müssen wir schneller werden.

Politik und Staat versus Unter­nehmen: Wer soll für Wohlstand und Wachstum sorgen?

Der Staat sollte so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich eingreifen. Die Aufgabe des Staates sehe ich vielmehr beim Bereit­stellen der Infra­struktur und des Bildungs­systems. Hier wäre es viel wichtiger, dass Schüler lernen, wie Wirtschaft funktio­niert, wie man mit Geld umgeht und was es bedeutet, in ein eigen­stän­diges Arbeits­leben einzu­steigen.

Welche Rolle wird Künst­liche Intel­ligenz (KI) in Zukunft spielen?

Ich bin überzeugt davon, dass es eine Zeitrechnung vor und eine nach der KI geben wird. Vor allem das Zusam­men­spiel von KI und Robotik wird die Welt verändern und die Entwicklung künst­licher Arbeits­kräfte auf ein neues Level heben. Der Mensch war bislang die Grenze, diese fällt jetzt weg. Die KI kann sich selbst program­mieren und ihr Potenzial zu 100 Prozent ausschöpfen. Es werden zwei Wirtschafts­systeme entstehen, eines für künst­liche und eines für mensch­liche Arbeits­kräfte. Die Frage, die wir uns als Kunden dann stellen werden, ist, ob ich beim Friseur meine Haare von jemandem oder von etwas geschnitten haben möchte.

Das Buch schließt mit zehn Regeln zum Erfolg. Welche drei Regeln würden Sie Unter­nehmen besonders ans Herz legen?

Seien Sie leiden­schaftlich – nur wer mit seinem Herzen bei der Sache ist, kann seine beste Perfor­mance abrufen und und hat auch die Kraft, durch­zu­ziehen. Wer nur nach wirtschaft­lichem Erfolg strebt, ist am Ende ausge­brannt und unglücklich. Als zweiten Punkt würde ich dazu raten, Mut zu trainieren. Es befindet sich gerade alles im Umbruch, da darf man Neues wagen und es ist in Ordnung, wenn dabei Fehler passieren. Und letztlich geht es darum, Entschei­dungen zu treffen. Wer sich bewusst für den Erfolg entscheidet, wird seine ganze Energie in diesen einen Weg legen.

Zur Person
  • Julien Backhaus ist ein deutscher Zeitschrif­ten­ver­leger, Fernseh­pro­duzent und Bestsel­ler­autor.
  • Er wuchs auf einem Bauernhof in Nieder­sachsen auf. Mit 18 Jahren machte er sich selbst­ständig.
  • Durch sein Magazin „Erfolg“ trifft er regel­mäßig Promi­nente aus Politik und Wirtschaft.
  • Sein Buch „Wir brauchen Macher – Unter­nehmer retten die Welt“ ist im April 2025 erschienen.
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