Fabian Gutbrod „motzt“ seit zwölf Jahren Fahrräder zu E-Bikes auf
Fabian Gutbrod „motzt“ seit zwölf Jahren Fahrräder zu E-Bikes auf © Martin Hofmann
add-e

Mehr Power
für das Rad

Das eigene Fahrrad ganz einfach in ein E-Bike verwandeln: add-e aus Villach macht das möglich und fertigt den E-Nachrüstsatz komplett in Kärnten.

09.05.2025 09:58 von Anita Arneitz
Lesezeit 4 Minuten

Unzählige Fahrräder lagern ungebraucht in Kellern oder landen auf dem Müll, nur weil sie nicht mehr gebraucht werden und ihre Besitzer lieber mit einem E‑Bike unterwegs sind. „Dabei lassen sich auch normale Räder ganz einfach aufbessern und so weiter verwenden“, sagt Fabian Gutbrod. Mit add‑e hat er gemeinsam mit Thomas Pucher schon vor zwölf Jahren mit der Entwicklung eines E‑Nachrüstsatzes für Fahrräder begonnen. Seitdem hat sich das Produkt weiter­ent­wi­ckelt. „Wir versuchen laufend nachhal­tiger und besser zu werden“, sagt der gelernte Kfz-Elektriker und studierte Mecha­tro­niker mit Schwer­punkt Energie und Antriebs­technik. So gebe es jetzt verschiedene Größen von Akkus und das System sei im Vergleich zu den Anfängen leiser und drehmo­ment­stärker geworden.

E‑Bike ganz regional

Heute werde der Nachrüstsatz direkt in Villach gefertigt und über die Webseite sowie Händler im deutsch­spra­chigen Raum verkauft. „Wir fertigen alles in Kärnten und sind damit ein regio­nales Produkt. Die gesamte Wertschöp­fungs­kette ist in Kärnten, wir kaufen nur die Akkuzelle zu. Der Rest wird alles von uns gemacht, von der Elektronik bis zu den Fräs­teilen auf den CNC-Maschinen.“

© KK/add‑e


Der E‑Nachrüstsatz ist für alle ideal, die nur zeitweise elektrische Unter­stützung beim Rad dazuschalten möchten – zum Beispiel wenn es bergauf geht oder Gegenwind weht. Die restliche Zeit kann aufgrund des geringen Gewichtes „normal“ getreten werden. Das mache es für die tägliche Mobilität, zum Beispiel die Fahrt ins Büro, attraktiv. Jedes Rad, vom Liegerad über Faltrad bis hin zum Rennrad, Mountainbike oder klassi­schen Cityflitzer, könne elektrisch aufge­rüstet werden. Die Montage ist einfach. Eine gute Beratung für das Nischen­produkt sei das Um und Auf.

Zurück zu den Wurzeln

Während add‑e in der Anfangszeit sehr export­orientiert war und inter­na­tional mit tausenden Verkäufen auf der ganzen Welt gestartet ist, geht es jetzt zurück auf die heimi­schen Kernmärkte. „Händler­netze, Versi­che­rungen, verschie­denste Sprachen und Marke­ting­ma­terial für unter­schied­lichste Länder, Gefah­ren­gut­sen­dungen, globale Verän­de­rungen und vieles mehr, für unser kleines Team war der inter­na­tionale Auftritt fast ein wenig zu viel. Nach dem großem E‑Bike-Boom sind jetzt die Verkaufs­zahlen dras­tisch zurück­ge­gangen. Deshalb konzen­trieren wir uns jetzt auf Öster­reich und Deutschland.“ Vor allem auch, weil das Unter­nehmen breit aufge­stellt sei: Neben der Fertigung des E‑Nachrüstsatzes werden in Villach auch Sofort­mon­tagen und Direkt­verkauf ab Werk angeboten sowie der eigene Onlineshop betreut. „Wenn jemand ein Produkt von uns kauft, hat er langfristig einen Ansprech­partner mit Support und Garan­tie­leistung. Das schätzen unsere Kunden, genauso wie eine gute Beratung.“

© KK/add‑e

Für die Zukunft wünscht sich Gutbrod ein stärkeres Umdenken beim Konsum­ver­halten. „Billig einkaufen und dann wegwerfen, kann nicht der richtige Weg sein. Wer sich für uns entscheidet, nimmt vielleicht ein bisschen mehr Geld in die Hand, aber dafür hat er lange Freude mit dem Produkt und handelt nachhaltig.“

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 9/25 erschienen.
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