Katharina Schneider kennt die Höhen und Tiefen der Selbstständigkeit.
Katharina Schneider kennt die Höhen und Tiefen der Selbstständigkeit. © KK/Christopher Tarkus
Katharina Schneider

„Im Tun nicht auf
die Kunden vergessen“

Katharina Schneider spricht im Interview über die Fähigkeiten, die man als Unternehmer braucht.

28.11.2024 10:44 von Anita Arneitz
Lesezeit 4 Minuten

Kunden, Fokus, Auszeit. Inves­torin und Buchau­torin Katharina Schneider ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Unter­neh­merin. Ein Gespräch über Erfolgs­fak­toren.

„Kärntner Wirtschaft“: Welche Fähig­keiten braucht es heute als Unter­nehmer?

Katharina Schneider: Im Unter­neh­mertum stellen Vielfäl­tigkeit und Komple­xität eine heraus­ra­gende Doppel­her­aus­for­derung dar, die zugleich den größten Wettbe­werbs­vorteil bietet. Ein erfolg­reicher Unter­nehmer muss sein Geschäft und Geschäfts­modell in- und auswendig kennen, wobei kaufmän­ni­sches Geschick sowie wirtschaft­liche Stärke ebenso unerlässlich sind wie Führungs­kom­petenz und die Affinität zur ständigen Weiter­ent­wicklung und Lernbe­reit­schaft.

Was können sich etablierte Unter­nehmen von Start-ups abschauen?

Start-ups gleichen Schnell­booten, denn ihre Fähigkeit, rasch auf Verän­de­rungen zu reagieren, verschafft ihnen einen bedeu­tenden Wettbe­werbs­vorteil. Der Kunde steht im Mittel­punkt des Geschäfts­mo­delles, das wird im Laufe der Zeit leider manchmal vergessen. Durch die gegebene Ressour­cen­knappheit von Start-ups ist eine Fokus­sierung wesentlich, die in vielen Betrieben im Laufe der Zeit verloren geht und für Ineffi­zienz sorgt.

Wie hält man auch nach Jahren den frischen Schwung im Betrieb aufrecht?

Ständiges Weiter­ent­wi­ckeln und Lernen sind die neue Super­kom­petenz. Wir leben in einer Zeit, in der Wandel an der Tages­ordnung steht. Da ist es unumgänglich, sich, seine Mitar­beiter und das Unter­nehmen ständig weiter­zu­ent­wi­ckeln. Das ist letzt­endlich auch das, was es inter­essant macht. Wahrscheinlich hat da jeder seine eigenen Methoden, wie man das aufrecht­erhält, bei mir liegt es glaube ich in der DNA.

Ständiges Weiter­ent­wi­ckeln und Lernen bilden die neue Super­kom­petenz.Zitat Ende

Katharina Schneider

Buchau­torin und Mediashop-Gründerin

Wie schaffen Sie Auszeiten, um Kraft zu tanken?

Auch hier hat jeder unter­schied­liche Methoden, weil wir Menschen ja sehr unter­schiedlich sind. Auszeiten und Ausgleich sind wesent­liche Faktoren, um erfolg­reich zu sein, seinen Kopf wieder freizu­be­kommen und neue Energie zu tanken. Die optimale Balance zwischen inten­sivem Einsatz und Ruhe ist wichtig. Ich finde meinen Ausgleich im Sport, in der Natur und ich mache gerne Yoga und meditiere.

Ihr Tipp für Jungun­ter­nehmen in schwie­rigen Zeiten?

Wichtig ist, Überblick zu behalten, Ruhe zu bewahren und eine Strategie zu entwi­ckeln, die immer wieder nachge­schärft wird, während das Ziel stets im Blick bleibt. Ein proak­tives Handeln hilft da enorm, sehr oft fällt man in ein reaktives Verhalten und dadurch verliert man den Überblick und wird in die Enge getrieben. Krisen und schwierige Zeiten gibt es mehrere in unserem Leben, das ist Teil unseres Lebens und betrifft uns alle, da gibt es keine Ausnahmen.

Worauf kommt es heute im Handel an?

Durch Corona hat sich das Kaufver­halten stark verändert, egal über welchen Kanal einge­kauft wird, letzt­endlich geht es immer um die Wünsche und „needs“ der Kunden. Wenn ich meine Kunden kenne, dann kann ich diese Wünsche erfüllen, egal über welchen Kanal. Wir beschäf­tigen uns oft zu viel mit uns selbst und vergessen dabei unsere Kunden.

Was bedeutet Ihnen die Selbst­stän­digkeit?

Selbst­stän­digkeit ist eine Art von Freiheit, die ich sehr schätze und pflege.

Zur Person
  • Katharina Schneider ist den meisten als Inves­torin aus der TV-Show „2 Minuten, 2 Millionen“ bekannt und lebt in Öster­reich.
  • Vor mehr als 20 Jahren gründete sie ihr eigenes Start-up, das floppte.
  • Zwei Jahre später startete sie mit Shopify durch und erfand das Teleshopping mit „Mediashop“ neu.
  • Heute gibt sie ihr Wissen als Unter­neh­merin als Mentorin weiter. In ihrem Buch „Raus aus dem Hams­terrad“ schreibt Schneider über das Verwirk­lichen der eigenen Träume.
  • In ihrer Freizeit genießt sie die Natur, macht Sport und verbringt Zeit mit ihrer Familie.
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