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Türen, Tore und Tresore
Hinter jedem noch so kleinen Schlüssel stecken Herzblut und Wissen. Zumindest im Familienbetrieb Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen in Klagenfurt. Seit über 40 Jahren setzt das Team auf Handwerk und Service.
Tausende Schlüssel, die Schränke voll mit Zylinderteilen, alte Tresore neben modernen Alarmsystemen und Sicherheitsanlagen. Obwohl bei „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“ das alte Handwerk hoch gehalten wird, ist der Familienbetrieb längst nicht in der Vergangenheit stehen geblieben.
In der zweiten Generation hat Petra Gärtner den Betrieb durch schwierige Zeiten wie die Pandemie geführt und erfolgreich den Generationswechsel gemeistert. Mitgetragen hat die Entwicklung die ganze Familie, angefangen von ihrem Vater und seiner Frau, die die Betriebe für Schlüssel und Sicherheitsanlagen gründeten, bis hin zum ersten Mitarbeiter, der noch heute aktiv ist, und ihrem Onkel, der auch in der Pension gerne vorbei schaut. „Ohne mein tolles Team wäre das alles nicht möglich gewesen“, erzählt Gärtner. Heute ist sie in der Schlüsselproduktion händisch und mit computergesteuerten Fräsen tätig, macht Schließanlagen, Hausbriefanlagen, Tresore, Alarmanlagen und Service, unter anderem für Hausverwaltungen und Banken.
Fachwissen wächst über Jahre
Jeder Mitarbeiter ist für sie wertvoll und wenn jemand in Pension geht, ist das in einem so spezialisierten Bereich stark zu spüren. „Das Wissen lässt sich nicht einfach nachkaufen. Manchmal kommt es innerhalb von zehn Jahren nur einmal zu einem bestimmten Schlüsselproblem. Deshalb fängt bei uns jeder neue Mitarbeiter ganz von vorne an, ganz egal über welche handwerkliche Ausbildung jemand verfügt.“ Wer in so einer Nische arbeitet, ist auf Erfahrung und Praxiswissen angewiesen. Daher macht sich Gärtner bereits jetzt Gedanken um die Zukunft: „Wenn ein Mitarbeiter in Pension geht, muss ich das Jahre vorher planen, sonst fehlt im Betrieb das Know-how.“ Ihre jungen Fachkräfte können Kurse bei der Akademie des Fachverbands OES besuchen und sich in ihrem Interessengebiet Expertenwissen aufbauen. Der Generationswechsel ist eine der großen Herausforderungen.
Im Notfall lieber regional
Vieles hat Gärtner an die Bedürfnisse der heutigen Zeit angepasst. Zum Beispiel den Notdienst. „Während unserer Öffnungszeiten bieten wir den Notdienst an und sind bei einem Problem sehr schnell beim Kunden und lösen dieses, aber die Bereitschaftsdienste in der Nacht haben wir eingestellt.“ Zum einen möchte sie ihren Mitarbeitern attraktive Arbeitszeiten bieten, zum anderen bezahlen viele Kunden Noteinsätze im Nachhinein häufig nicht – weil sie sich oft nicht daran erinnern können. Gärtners Tipp: „Ein Noteinsatz in der Nacht kostet immer Geld. Wer sich dieses sparen will, schläft bis zum nächsten Werktag woanders.“ Von 0800- Nummern aus dem Internet rät sie ab: „Das ist reine Abzocke. Wenn es wirklich ein Notfall ist, dann lieber auf einen regionalen Schlüsseldienst zurückgreifen.“
Eine Nische mit Zukunft
Einige Leute fragen sich, warum ein Schlüssel so teuer ist. „Dahinter steckt eine Maschine, die viel Geld kostet, ein Lager, das über Jahrzehnte gepflegt werden muss und Programme, die ständig aktualisiert werden müssen“, erklärt die Unternehmerin. Selbst für alte Schließanlagen gibt es bei ihr noch Teile: „Ganz bewusst verrechne ich dafür keine Aufschläge auf den Listenpreis, obwohl das woanders üblich ist. Ich könnte damit gutes Geld verdienen. Mache ich aber nicht, weil ich will, dass die Kunden immer wieder zu uns kommen und zufrieden sind.“ Trotz aller Herausforderungen, dazu gehöre auch die stagnierende Bauwirtschaft, blickt sie positiv in die Zukunft: „Wir haben eine gute Nische, weil irgendwo geht immer irgendetwas kaputt.“ Auch das Thema Nachfolge kann sie entspannt angehen: „Es sind zwar noch ein paar Jahre Zeit, aber ich habe bereits ein paar Optionen, wer den Betrieb weiterführen könnte.“ Vielleicht sogar ihre Tochter.
- 1984 gründet Peter Pierzl mit seiner Frau Waltraud das Unternehmen in der St. Ruprechter Straße.
- 1989 steigt seine Tochter Petra Gärtner nach der Matura in die Firma ein. 2009 übernimmt sie nach dem Tod des Vaters die beiden Betriebe für Schlüssel und Sicherheitsanlagen.
- 2012 übersiedelt der Betrieb an den heutigen Standort in der Rosentaler Straße.
- 2026 verschmilzt die Unternehmerin die zwei Gesellschaften, den auf Banken- und Sicherheitsanlagen spezialisierten Betrieb und das Stammunternehmen zu einer gemeinsamen Firma unter dem Namen „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“.
- Heute sind im Betrieb sieben Mitarbeiter und eine externe Buchhalterin beschäftigt. Hündin Lola teilt sich das Büro mit der Chefin.
- Im Lager warten rund 15.000 Schlüssel und Zylinderteile darauf, auch für jahrzehntealte Schließanlagen noch zum Einsatz zu kommen.