Vom Schlüssel bis zur Sicherheitstechnik: Petra Gärtner mit einem Teil ihres Teams von „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“ aus Klagenfurt. © KW/Didi Wajand
Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen

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Türen, Tore und Tresore

Hinter jedem noch so kleinen Schlüssel stecken Herzblut und Wissen. Zumindest im Familienbetrieb Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen in Klagenfurt. Seit über 40 Jahren setzt das Team auf Handwerk und Service.

09.07.2026 12:14 - Update am: 09.07.2026 12:39 von Anita Arneitz
Lesezeit 8 Minuten

Tausende Schlüssel, die Schränke voll mit Zylin­der­teilen, alte Tresore neben modernen Alarm­sys­temen und Sicher­heits­an­lagen. Obwohl bei „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicher­heits­an­lagen“ das alte Handwerk hoch gehalten wird, ist der Famili­en­be­trieb längst nicht in der Vergan­genheit stehen geblieben.

In der zweiten Generation hat Petra Gärtner den Betrieb durch schwierige Zeiten wie die Pandemie geführt und erfolg­reich den Genera­ti­ons­wechsel gemeistert. Mitge­tragen hat die Entwicklung die ganze Familie, angefangen von ihrem Vater und seiner Frau, die die Betriebe für Schlüssel und Sicher­heits­an­lagen gründeten, bis hin zum ersten Mitar­beiter, der noch heute aktiv ist, und ihrem Onkel, der auch in der Pension gerne vorbei schaut. „Ohne mein tolles Team wäre das alles nicht möglich gewesen“, erzählt Gärtner. Heute ist sie in der Schlüs­sel­pro­duktion händisch und mit compu­ter­ge­steu­erten Fräsen tätig, macht Schließ­an­lagen, Hausbrief­an­lagen, Tresore, Alarm­an­lagen und Service, unter anderem für Hausver­wal­tungen und Banken.

Fachwissen wächst über Jahre

Jeder Mitar­beiter ist für sie wertvoll und wenn jemand in Pension geht, ist das in einem so spezia­li­sierten Bereich stark zu spüren. „Das Wissen lässt sich nicht einfach nachkaufen. Manchmal kommt es innerhalb von zehn Jahren nur einmal zu einem bestimmten Schlüs­sel­problem. Deshalb fängt bei uns jeder neue Mitar­beiter ganz von vorne an, ganz egal über welche handwerk­liche Ausbildung jemand verfügt.“ Wer in so einer Nische arbeitet, ist auf Erfahrung und Praxis­wissen angewiesen. Daher macht sich Gärtner bereits jetzt Gedanken um die Zukunft: „Wenn ein Mitar­beiter in Pension geht, muss ich das Jahre vorher planen, sonst fehlt im Betrieb das Know-how.“ Ihre jungen Fachkräfte können Kurse bei der Akademie des Fachver­bands OES besuchen und sich in ihrem Inter­es­sen­gebiet Exper­ten­wissen aufbauen. Der Genera­ti­ons­wechsel ist eine der großen Heraus­for­de­rungen.

Im Notfall lieber regional

Vieles hat Gärtner an die Bedürf­nisse der heutigen Zeit angepasst. Zum Beispiel den Notdienst. „Während unserer Öffnungs­zeiten bieten wir den Notdienst an und sind bei einem Problem sehr schnell beim Kunden und lösen dieses, aber die Bereitschafts­diens­te in der Nacht haben wir einge­stellt.“ Zum einen möchte sie ihren Mitar­beitern attraktive Arbeits­zeiten bieten, zum anderen bezahlen viele Kunden Notein­sätze im Nachhinein häufig nicht – weil sie sich oft nicht daran erinnern können. Gärtners Tipp: „Ein Noteinsatz in der Nacht kostet immer Geld. Wer sich dieses sparen will, schläft bis zum nächsten Werktag woanders.“ Von 0800-­ Nummern aus dem Internet rät sie ab: „Das ist reine Abzocke. Wenn es wirklich ein Notfall ist, dann lieber auf einen regio­nalen Schlüs­sel­dienst zurück­greifen.“

Eine Nische mit Zukunft

Einige Leute fragen sich, warum ein Schlüssel so teuer ist. „Dahinter steckt eine Maschine, die viel Geld kostet, ein Lager, das über Jahrzehnte gepflegt werden muss und Programme, die ständig aktua­li­siert werden müssen“, erklärt die Unter­neh­merin. Selbst für alte Schließ­an­lagen gibt es bei ihr noch Teile: „Ganz bewusst verrechne ich dafür keine Aufschläge auf den Listen­preis, obwohl das woanders üblich ist. Ich könnte damit gutes Geld verdienen. Mache ich aber nicht, weil ich will, dass die Kunden immer wieder zu uns kommen und zufrieden sind.“ Trotz aller Heraus­for­de­rungen, dazu gehöre auch die stagnie­rende Bauwirt­schaft, blickt sie positiv in die Zukunft: „Wir haben eine gute Nische, weil irgendwo geht immer irgend­etwas kaputt.“ Auch das Thema Nachfolge kann sie entspannt angehen: „Es sind zwar noch ein paar Jahre Zeit, aber ich habe bereits ein paar Optionen, wer den Betrieb weiter­führen könnte.“ Vielleicht sogar ihre Tochter.

Aus der Chronik
  • 1984 gründet Peter Pierzl mit seiner Frau Waltraud das Unter­nehmen in der St. Ruprechter Straße.
  • 1989 steigt seine Tochter Petra Gärtner nach der Matura in die Firma ein. 2009 übernimmt sie nach dem Tod des Vaters die beiden Betriebe für Schlüssel und Sicher­heits­an­lagen.
  • 2012 übersiedelt der Betrieb an den heutigen Standort in der Rosen­taler Straße.
  • 2026 verschmilzt die Unter­neh­merin die zwei Gesell­schaften, den auf Banken- und Sicher­heits­an­lagen spezia­li­sierten Betrieb und das Stamm­un­ter­nehmen zu einer gemein­samen Firma unter dem Namen „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicher­heits­an­lagen“.
  • Heute sind im Betrieb sieben Mitar­beiter und eine externe Buchhal­terin beschäftigt. Hündin Lola teilt sich das Büro mit der Chefin.
  • Im Lager warten rund 15.000 Schlüssel und Zylin­der­teile darauf, auch für jahrzehn­tealte Schließ­an­lagen noch zum Einsatz zu kommen.
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 13/26 erschienen.
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