Matthias und Daniel Woschitz führen bereits in der vierten Generation die Zirbenwelt Woschitz.
Matthias und Daniel Woschitz führen bereits in der vierten Generation die Zirbenwelt Woschitz. © Zirbenwelt Woschitz
Zirbenwelt Woschitz

Hundert
Jahre für ein Bett

In der Zirbenwelt Woschitz werden aus langsam gewachsenem Naturmaterial metallfreie Zirbenbetten, gefertigt in vierter Generation.

04.03.2026 08:42 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 5 Minuten

Hundert Jahre wächst eine Zirbe, langsam und wider­stands­fähig in den Bergen. Erst dann ist ihr Holz bereit für die Weiter­ver­ar­beitung. Genau mit diesem wertvollen Natur­ma­terial arbeiten Matthias und Daniel Woschitz in ihrer Zirbenwelt in Sittersdorf.

Die Tisch­lerei wurde 1930 vom Urgroß­vater gegründet. Nach dem Großvater und der Mutter, die 1983 Kärntens erste Tisch­ler­meis­terin war, führen Matthias und Daniel die Zirbenwelt Woschitz nun seit 2022 in vierter Generation.

Handwerk mit System

Seit 2008 konzen­triert sich der Betrieb auf die Arbeit mit Zirbenholz – insbe­sondere auf Zirben­betten. Gemeinsam mit fünf Mitar­beitern fertigen sie rund 400 indivi­duelle Betten pro Jahr. Die Betten sind komplett metallfrei und lassen sich dank eines paten­tierten Steck­systems ganz ohne Werkzeug aufbauen. „Durch unser paten­tiertes Steck­system wird auch das Quiet­schen und Knarren des Bettes vermieden“, erklärt Daniel Woschitz. „Zudem senkt das Schlafen in einem Zirbenbett nachweislich den Herzschlag“, so Woschitz.

Zu den Betten können auch die passende Kommode oder Nacht­kästchen angefertigt werden. Die passende Matratze wird von der Firma Elki aus St. Michael ob Bleiburg herge­stellt.

© Zirbenwelt Woschitz (5)

Natür­lichkeit als Prinzip

Die Möbel bleiben bewusst natur­be­lassen: Sie werden weder lackiert noch chemisch behandelt. So kann das Holz „atmen“ und der angenehme Zirbenduft bleibt lange im Schlaf­zimmer erhalten. Der Verkauf erfolgt zu 95 Prozent über den eigenen Webshop. Mehr als die Hälfte der Betten geht ins Ausland, vor allem nach Deutschland und in die Schweiz, aber auch nach London, Chicago, New York oder Zypern. Das Marketing setzt das Unter­nehmen vor allem über Social Media um.

Nachhal­tigkeit spielt eine große Rolle: Der Betrieb gilt als CO₂-Senke und speichert insgesamt mehr CO₂ als er verbraucht. Holz­reste werden in der haus­eigenen Hackschnit­zel­anlage verwertet, Sägespäne weiter­ver­kauft. Die Auslie­ferung der Betten erfolgt gebündelt als Sammel­transport. Das Holz für die Betten wächst in den Nockbergen und wird in regio­nalen Sägewerken für den Transport ins Jauntal vorbe­reitet. So wird aus hundert Jahren Wachstum ein Bett.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 4/26 erschienen.
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