Hundert
Jahre für ein Bett
In der Zirbenwelt Woschitz werden aus langsam gewachsenem Naturmaterial metallfreie Zirbenbetten, gefertigt in vierter Generation.
Hundert Jahre wächst eine Zirbe, langsam und widerstandsfähig in den Bergen. Erst dann ist ihr Holz bereit für die Weiterverarbeitung. Genau mit diesem wertvollen Naturmaterial arbeiten Matthias und Daniel Woschitz in ihrer Zirbenwelt in Sittersdorf.
Die Tischlerei wurde 1930 vom Urgroßvater gegründet. Nach dem Großvater und der Mutter, die 1983 Kärntens erste Tischlermeisterin war, führen Matthias und Daniel die Zirbenwelt Woschitz nun seit 2022 in vierter Generation.
Handwerk mit System
Seit 2008 konzentriert sich der Betrieb auf die Arbeit mit Zirbenholz – insbesondere auf Zirbenbetten. Gemeinsam mit fünf Mitarbeitern fertigen sie rund 400 individuelle Betten pro Jahr. Die Betten sind komplett metallfrei und lassen sich dank eines patentierten Stecksystems ganz ohne Werkzeug aufbauen. „Durch unser patentiertes Stecksystem wird auch das Quietschen und Knarren des Bettes vermieden“, erklärt Daniel Woschitz. „Zudem senkt das Schlafen in einem Zirbenbett nachweislich den Herzschlag“, so Woschitz.
Zu den Betten können auch die passende Kommode oder Nachtkästchen angefertigt werden. Die passende Matratze wird von der Firma Elki aus St. Michael ob Bleiburg hergestellt.
Natürlichkeit als Prinzip
Die Möbel bleiben bewusst naturbelassen: Sie werden weder lackiert noch chemisch behandelt. So kann das Holz „atmen“ und der angenehme Zirbenduft bleibt lange im Schlafzimmer erhalten. Der Verkauf erfolgt zu 95 Prozent über den eigenen Webshop. Mehr als die Hälfte der Betten geht ins Ausland, vor allem nach Deutschland und in die Schweiz, aber auch nach London, Chicago, New York oder Zypern. Das Marketing setzt das Unternehmen vor allem über Social Media um.
Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle: Der Betrieb gilt als CO₂-Senke und speichert insgesamt mehr CO₂ als er verbraucht. Holzreste werden in der hauseigenen Hackschnitzelanlage verwertet, Sägespäne weiterverkauft. Die Auslieferung der Betten erfolgt gebündelt als Sammeltransport. Das Holz für die Betten wächst in den Nockbergen und wird in regionalen Sägewerken für den Transport ins Jauntal vorbereitet. So wird aus hundert Jahren Wachstum ein Bett.
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