Die
„Könige“ der Kokoskuppel
Anton und Christoph Lukic aus St. Andrä produzieren in zweiter Generation süße Leckereien in ihrer Backstube und punkten dabei mit Frische, Vielfalt und Gefühl für das Marktgeschäft.
Der Duft von frischen Schaumrollen liegt in der Luft, während am Marktstand bereits die ersten Kunden stehen. Ein kurzer Schmäh, ein paar Geschichten – und schon wechselt das nächste Sackerl mit Schaumrollen oder Kokoskuppeln den Besitzer. Für Familie Lukic aus St. Andrä ist genau diese Mischung aus Handwerk und persönlichem Kontakt der Kern ihres Geschäfts. Seit Jahrzehnten versorgt das Familienunternehmen Märkte und Veranstaltungen in Kärnten und der Steiermark mit frisch produzierten Süßwaren.
Bereits der Ursprung des Betriebs liegt im Marktgeschäft. Schon der Vater war als Marktfierant unterwegs – allerdings zunächst mit Textilien. Erst als ein Süßwarenlieferant, der auf den Märkten verkaufte, sein Geschäft aufgab, änderte sich die Richtung. „Mein Vater hat die Ware einfach übernommen und damit begonnen, selbst Süßwaren zu erzeugen“, erinnert sich Anton Lukic, der gemeinsam mit Bruder Christoph das Unternehmen führt. Der Bau einer eigenen Backstube direkt anschließend an das Elternhaus war 1980 der nächste logische Schritt für das Familienunternehmen, in dem auch Christine Lessiak, die Schwester, beschäftigt ist. Eine weitere Mitarbeiterin unterstützt in der Backstube.
Markenzeichen: Frische
Die Produktion beginnt in der Nacht: „Meistens starten wir um zwei oder drei Uhr in der Früh“, erzählt der 52-jährige Anton Lukic, der auch Vater von vier Kindern ist. Gebacken wird bis Mittag, danach folgen Auslieferungen oder die Vorbereitung für Märkte und Veranstaltungen. Gerade an Wochenenden ist die Arbeit intensiv: „Samstags und sonntags stehen Kirchtage, Märkte und Feste am Programm.“ Frische ist dabei ein entscheidender Faktor. Rund 30 verschiedene Produkte umfasst das Sortiment – von Schaumrollen über Kokoskuppeln bis zu klassischen Süßwaren.
Produziert wird möglichst „just in time“: „Wenn wir am Wochenende Schaumrollen verkaufen, werden sie erst am Freitag oder Samstag gemacht“, sagt Christoph Lukic. Kein Produkt am Stand ist älter als drei Tage. Auch Lebensmittelverschwendung ist kein Thema: „Wir produzieren nicht im Übermaß vor – wenn beispielsweise die Kokoskuppeln aus sind, gibt es sie halt an diesem Tag nicht mehr.“
Die Märkte sind für Süßwaren Lukic weit mehr als Verkaufsorte. Sie sind Treffpunkt, Bühne und Teil regionaler Tradition. Ob Schönsonntag- oder Kolomonimarkt in Wolfsberg, das Schinkenfest in Bleiburg oder zahlreiche Kirchtage – das Unternehmen ist mit Verkaufsanhänger und Marktstand in einem Umkreis von rund 80 Kilometern unterwegs. „Der persönliche Kontakt ist uns ganz wichtig“, betont Anton Lukic. Am Markt geht es nicht nur ums Verkaufen. „Man muss auch mit den Menschen können.“
Viele Besucher kommen gezielt zu den Ständen von Lukic, weil sie wissen, dass sie dort frische Ware aus eigener Produktion bekommen. „Besonders in Kärnten merken wir, dass es immer weniger Produzenten gibt, die als Marktfieranten auftreten wollen. Wir sind also als Standler sehr begehrt und bekommen auch Einladungen von Veranstaltern.“ Neben den Märkten beliefert das Unternehmen regionale Partner. Auch direkt in der Backstube sind die Süßwaren erhältlich.
Patent auf „Prominzen“
Eine besondere Geschichte verbirgt sich hinter den sogenannten „Prominzen“, einer Pfefferminz-Zuckerl-Spezialität. Das Patent dafür wurde einst vom Unternehmen Kindler aus Villach übernommen. Bis heute gehören die kleinen Zuckerl zum Sortiment. Bei den Rohstoffen setzt der Betrieb möglichst auf regionale Partner. Gleichzeitig bleibt die Struktur bewusst schlank. Zusatzstoffe oder künstliche Zutaten kommen nicht in die Produktion. „Wir arbeiten ohne Chemie“, lautet die klare Philosophie. Das persönliche Herzensprodukt der Brüder ist und bleibt aber die Kokoskuppel!
- 1979 gründet Anton Lukic senior in St. Andrä im Lavanttal den Familienbetrieb und beginnt als Marktfahrer mit dem Handel auf regionalen Märkten.
- 1980 entsteht im Elternhaus eine eigene Backstube, die Süßwaren werden seither selbst produziert.
- 1996 übernimmt Anton Lukic junior den Betrieb, 2002 steigt Bruder Christoph ein.
- Heute ist Süßwaren Lukic mit rund 30 Produkten auf Märkten und Veranstaltungen in Kärnten und der Steiermark vertreten.