Der Manager des Waldes
Mit der „Waldagentur“ ist Matthias Granitzer Ansprechpartner für wirtschaftliche, ökologische und soziale Anliegen rund um Wald, Holz und Jagd.
Eine Armbanduhr aus Holz zeigt Matthias Granitzer (46) aus Stockenboi die Zeit an. Sinnbildlich für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Rohstoffes, aber auch als Erinnerung an den Gedanken der Nachhaltigkeit. Der Begriff wurde vor über 300 Jahren geprägt und stammt aus der Forstwirtschaft. Hier wird in langen Zeiträumen von 100 Jahren gedacht und geplant. Es gehe stets darum, nicht mehr zu entnehmen, als nachwachsen kann und dabei alle in der Wertschöpfungskette gleichermaßen zu berücksichtigen. „Eine Prämisse, die in der schnelllebigen Zeit leider an Wert verloren hat“, erzählt der Naturliebhaber. „Kurzfristig angelegte Projekte, die maximale Profite versprechen sollen, haben mit Nachhaltigkeit nämlich nichts zu tun.“
Unterstützt mit Fachwissen
Daher setzt Granitzer seit Herbst 2020 mit der „Waldagentur“ auf Beratung. Er moderiert Stakeholder-Dialoge, begleitet Projekte etwa für PEFC Austria oder den Holzcluster Steiermark, erstellt Sachverständigengutachten und unterstützt in der Unternehmensführung mit seinem Fachwissen.
Das hat er sich bereits in jungen Jahren in der HBLA für Forstwirtschaft in Bruck/Mur angeeignet. Ein Studium der Angewandten BWL in Klagenfurt folgte. Schon neben dem Studium hat ihn sein Weg zum Waldverband Kärnten geführt, bei dem er jahrelang als Geschäftsführer und Obmann fungierte. Kürzlich wählte man ihn zum Obmann des Österreichischen Waldverbandes.
100 Hektar Wald
Geprägt hat ihn das Aufwachsen am elterlichen Betrieb, den er 2014 übernommen hat und seither gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern bewirtschaftet. Dazu zählen etwa 100 Hektar Wald in unwegsamen Gelände „die gepflegt werden dürfen“. Keine einfache, aber wichtige Aufgabe. Denn das kontinuierliche Arbeiten am Wald sei entscheidend, um ihn als Lebensraum, Klimaschützer und Wirtschaftsraum gesund zu halten. Die größten Hürden dabei seien der Klimawandel, Schädlinge, die Bürokratie und fehlende Arbeitskräfte. „Den klassischen Holzknecht gibt es nicht mehr, heute sprechen wir vom Forsttechniker“, klärt Granitzer auf.
Sein Appell richtet sich an alle Unternehmen: Mehr auf das PEFC-Siegel zu achten – dass eine lückenlose Kette vom Wald zum Produkt garantiert – und generell bewusster über den Einsatz von heimischem Holz nachzudenken: sei es beim Einsatz von Papier, dem Bau von Gebäuden bis hin
zur Inneneinrichtung.