Matthias Granitzer, Forst- und Landwirt, Obmann des Waldverbandes Österreich, Inhaber der „Waldagentur“, erholt sich beim Jagen, Singen und Wandern.
Matthias Granitzer, Forst- und Landwirt, Obmann des Waldverbandes Österreich, Inhaber der „Waldagentur“, erholt sich beim Jagen, Singen und Wandern. © KK/Sigrid Burger
Matthias Granitzer

Der Manager des Waldes

Mit der „Waldagentur“ ist Matthias Granitzer Ansprechpartner für wirtschaftliche, ökologische und soziale Anliegen rund um Wald, Holz und Jagd.

20.11.2025 07:31 von Claudia Blasi
Lesezeit 3 Minuten

Eine Armbanduhr aus Holz zeigt Matthias Granitzer (46) aus Stockenboi die Zeit an. Sinnbildlich für die vielfäl­tigen Einsatz­mög­lich­keiten des Rohstoffes, aber auch als Erinnerung an den Gedanken der Nachhal­tigkeit. Der Begriff wurde vor über 300 Jahren geprägt und stammt aus der Forst­wirt­schaft. Hier wird in langen Zeiträumen von 100 Jahren gedacht und geplant. Es gehe stets darum, nicht mehr zu entnehmen, als nachwachsen kann und dabei alle in der Wertschöp­fungs­kette gleicher­maßen zu berück­sich­tigen. „Eine Prämisse, die in der schnell­le­bigen Zeit leider an Wert verloren hat“, erzählt der Natur­lieb­haber. „Kurzfristig angelegte Projekte, die maximale Profite versprechen sollen, haben mit Nachhal­tigkeit nämlich nichts zu tun.“

Unter­stützt mit Fachwissen

Daher setzt Granitzer seit Herbst 2020 mit der „Waldagentur“ auf Beratung. Er moderiert Stake­holder-Dialoge, begleitet Projekte etwa für PEFC Austria oder den Holzcluster Steiermark, erstellt Sachver­stän­di­gen­gut­achten und unter­stützt in der Unter­neh­mens­führung mit seinem Fachwissen.

Das hat er sich bereits in jungen Jahren in der HBLA für Forst­wirt­schaft in Bruck/Mur angeeignet. Ein Studium der Angewandten BWL in Klagenfurt folgte. Schon neben dem Studium hat ihn sein Weg zum Waldverband Kärnten geführt, bei dem er jahrelang als Geschäfts­führer und Obmann fungierte. Kürzlich wählte man ihn zum Obmann des Öster­rei­chi­schen Waldver­bandes.

100 Hektar Wald

Geprägt hat ihn das Aufwachsen am elter­lichen Betrieb, den er 2014 übernommen hat und seither gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern bewirt­schaftet. Dazu zählen etwa 100 Hektar Wald in unweg­samen Gelände „die gepflegt werden dürfen“. Keine einfache, aber wichtige Aufgabe. Denn das konti­nu­ier­liche Arbeiten am Wald sei entscheidend, um ihn als Lebensraum, Klima­schützer und Wirtschaftsraum gesund zu halten. Die größten Hürden dabei seien der Klima­wandel, Schäd­linge, die Bürokratie und fehlende Arbeits­kräfte. „Den klassi­schen Holzknecht gibt es nicht mehr, heute sprechen wir vom Forst­tech­niker“, klärt Granitzer auf.

Sein Appell richtet sich an alle Unter­nehmen: Mehr auf das PEFC-Siegel zu achten – dass eine lückenlose Kette vom Wald zum Produkt garan­tiert – und generell bewusster über den Einsatz von heimi­schem Holz nachzu­denken: sei es beim Einsatz von Papier, dem Bau von Gebäuden bis hin
zur Innen­ein­richtung.

Info-Icon
Dieser Artikel ist in Ausgabe 22/25 erschienen.
Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Kärnten Nachhaltig