Der Zwick
Wenn Kärntner
Töne um die Welt reisen
Anton Possegger ist eine Anlaufstelle für Musikerinnen und Musiker aus aller Welt. Sein Erfolgsrezept: Handarbeit, Präzision und ein feines Gespür für den richtigen Ton.
Was in einem kleinen Raum über einer Garage begann, hat sich zu einer Werkstatt mit internationalem Ruf entwickelt. In Dellach am Millstätter See baut Anton Possegger Blasinstrumente, die von Musikern aus nah und fern gespielt werden. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist der heute 54-Jährige eine feste Größe in der Blasmusikszene. Als Musiker, aber vor allem als Meister seines Handwerks. Bereits im Alter von 14 Jahren begann er sich für den Bau von Instrumenten zu interessieren. 1994 war er mit 22 Jahren der jüngste Instrumentenbau-Meister Österreichs und gründete noch im selben Jahr „Musik Possegger“. „Angefangen hat es wie bei Apple, oberhalb der Garage – nur nicht so groß“, scherzt er. Damals wie heute befindet sich der Standort in seinem Elternhaus in Dellach.
Zu Beginn konzentrierte sich der Betrieb auf Reparaturen und den Verkauf von Blasinstrumenten. Rund zwei Jahre nach der Gründung entstanden die ersten Eigenbauten. Der Durchbruch kam 1999 mit einem Großauftrag der Militärmusik. „Von da an ging es bergauf“, erzählt der Musiker. Ab diesem Zeitpunkt stieg die Nachfrage stetig, auch international.
Schau- und Verkaufsraum
Vom kleinen Ort in die große weite Welt
Heute beliefert er mit seinen selbst gebauten Trompeten, Flügelhörner und Posaunen fast den ganzen Globus. „Der einzige Kontinent, der noch fehlt, ist Afrika.“ So zählen unter anderem Bandmitglieder von Bon Jovi, die Canadian Brass sowie eines der größten Musikgeschäfte in Manhatten zu seinen Kunden.
Neben den Reparaturen jeglicher Instrumente entstehen in Posseggers Werkstatt jährlich 60 bis 70 Instrumente. Jedes davon ist ein Unikat und auch mit individueller Gravur möglich. Rund 50 Stunden stecken in jedem Stück, das viele Stationen durchläuft, bevor es spielbereit ist. Das Besondere: Possegger verwendet statt Blei ein eigens entwickeltes Material zum Biegen und setzt, als einer von wenigen, ein spezielles Messprogramm der Universität Wien ein. Damit lassen sich sämtliche Blechblasinstrumente präzise analysieren. „Vor allem Kunden aus Asien stehen auf solche Prüfberichte“, ergänzt er.
Werkstatt
Possegger spielt selbst Trompete und war vor der Firmengründung Mitglied bei der Militärmusik. Neben der Musik entdeckte er seine zweite Leidenschaft: die Fotografie. „Das kam eigentlich auch durch die Instrumente. Ich brauchte Produktfotos und wollte sie selbst machen.“
Unterstützt wird er von seiner Mitarbeiterin Jasmin Ziller. Und: „Die Familie darf auch mithelfen.“ So greifen ihm Frau und Kinder ebenfalls unter die Arme. Einer seiner Söhne tritt sogar in seine Fußstapfen und absolviert derzeit eine Fachschule für Instrumentenbau in Deutschland. Für die Zukunft hat Possegger klare Vorstellungen. Statt Massenproduktion setzt er weiterhin auf handwerkliche Präzision und individuelle Fertigung.
- Anton Possegger machte eine Ausbildung zum Instrumentenbauer in Seeham bei Salzburg und schloss mit der Gesellenprüfung ab.
- 1994 absolvierte er mit 22 Jahren die Meisterprüfung als jüngster Meister Österreichs.
- Im selben Jahr gründete der Trompetenspieler die Meisterwerkstätte Possegger in Dellach am Millstätter See.
- Der Durchbruch: Durch einen Großauftrag der Militärmusik im Jahr 1999 stieg die Nachfrage stetig.
- Außer in Afrika werden seine Instrumente heute auf allen Kontinenten gespielt.
- „Musik Possegger“ beschäftigt eine Mitarbeiterin.