Anton Possegger gründete 1994 „Musik Possegger“ in Dellach am Millstätter See.
Anton Possegger gründete 1994 „Musik Possegger“ in Dellach am Millstätter See. © PSB Media
Musik Possegger

Wenn Kärntner
Töne um die Welt reisen

Anton Possegger ist eine Anlaufstelle für Musikerinnen und Musiker aus aller Welt. Sein Erfolgsrezept: Handarbeit, Präzision und ein feines Gespür für den richtigen Ton.

28.08.2025 10:09 von Christina Scherzer
Lesezeit 7 Minuten

Was in einem kleinen Raum über einer Garage begann, hat sich zu einer Werkstatt mit inter­na­tio­nalem Ruf entwi­ckelt. In Dellach am Millstätter See baut Anton Poss­egger Blasin­stru­mente, die von Musikern aus nah und fern gespielt werden. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist der heute 54-Jährige eine feste Größe in der Blasmu­sik­szene. Als Musiker, aber vor allem als Meister seines Handwerks. Bereits im Alter von 14 Jahren begann er sich für den Bau von Instru­menten zu inter­es­sieren. 1994 war er mit 22 Jahren der jüngste Instru­men­tenbau-Meis­ter Öster­reichs und gründete noch im selben Jahr „Musik Possegger“. „Angefangen hat es wie bei Apple, oberhalb der Garage – nur nicht so groß“, scherzt er. Damals wie heute befindet sich der Standort in seinem Elternhaus in Dellach.

Zu Beginn konzen­trierte sich der Betrieb auf Repara­turen und den Verkauf von Blasin­stru­menten. Rund zwei Jahre nach der Gründung entstanden die ers­ten Eigen­bauten. Der Durch­bruch kam 1999 mit einem Großauftrag der Militär­musik. „Von da an ging es bergauf“, erzählt der Musiker. Ab diesem Zeitpunkt stieg die Nachfrage stetig, auch inter­na­tional.

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Vom kleinen Ort in die große weite Welt

Heute beliefert er mit seinen selbst gebauten Trompeten, Flügel­hörner und Posaunen fast den ganzen Globus. „Der einzige Kontinent, der noch fehlt, ist Afrika.“ So zählen unter anderem Bandmit­glieder von Bon Jovi, die Canadian Brass sowie eines der größten Musik­ge­schäfte in Manhatten zu seinen Kunden.

Neben den Repara­turen jeglicher Instru­mente entstehen in Posseggers Werkstatt jährlich 60 bis 70 Instru­mente. Jedes davon ist ein Unikat und auch mit indivi­du­eller Gravur möglich. Rund 50 Stunden stecken in jedem Stück, das viele Stationen durch­läuft, bevor es spiel­bereit ist. Das Besondere: Possegger verwendet statt Blei ein eigens entwi­ckeltes Material zum Biegen und setzt, als einer von wenigen, ein spezi­elles Mess­programm der Univer­sität Wien ein. Damit lassen sich sämtliche Blech­blas­in­stru­mente präzise analy­sieren. „Vor allem Kunden aus Asien stehen auf solche Prüfbe­richte“, ergänzt er.

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Possegger spielt selbst Trompete und war vor der Firmen­gründung Mitglied bei der Militär­musik. Neben der Musik entdeckte er seine zweite Leiden­schaft: die Fotografie. „Das kam eigentlich auch durch die Instru­mente. Ich brauchte Produkt­fotos und wollte sie selbst machen.“

Unter­stützt wird er von seiner Mitar­bei­terin Jasmin Ziller. Und: „Die Familie darf auch mithelfen.“ So greifen ihm Frau und Kinder ebenfalls unter die Arme. Einer seiner Söhne tritt sogar in seine Fußstapfen und absol­viert derzeit eine Fachschule für Instru­men­tenbau in Deutschland. Für die Zukunft hat Possegger klare Vorstel­lungen. Statt Massen­pro­duktion setzt er weiterhin auf handwerk­liche Präzision und indivi­duelle Fertigung.

Aus der Chronik
  • Anton Possegger machte eine Ausbildung zum Instru­men­ten­bauer in Seeham bei Salzburg und schloss mit der Gesel­len­prüfung ab.
  • 1994 absol­vierte er mit 22 Jahren die Meister­prüfung als jüngster Meister Öster­reichs.
  • Im selben Jahr gründete der Trompe­ten­spieler die Meis­terwerkstätte Possegger in Dellach am Millstätter See.
  • Der Durch­bruch: Durch einen Großauftrag der Militär­musik im Jahr 1999 stieg die Nachfrage stetig.
  • Außer in Afrika werden seine Instru­mente heute auf allen Konti­nenten gespielt.
  • „Musik Possegger“ beschäftigt eine Mitar­bei­terin.
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 15/16/25 erschienen.
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