Raul Galindo baut mit Galindo Shapes neben Websiten auch bindungslose Snowboards aus Holz.
Raul Galindo baut mit Galindo Shapes neben Websiten auch bindungslose Snowboards aus Holz. © Hannes Mautner
Raul Galindo

Von Null
auf Neunhundert

Raul Galindo tauschte das Meer gegen die Berge und fertigt Snowboards ohne Bindung aus Holz.

27.02.2026 09:02 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 6 Minuten

Surfen und Skate­boarden begleiten Raul Galindo, seit er denken kann. Der heutige Wolfs­berger entdeckte schon als Kind seine Leiden­schaft für den Brett­sport. Galindo wuchs in Venezuela auf. Seinen Master­ab­schluss in Compu­ter­wis­sen­schaften machte er später in Barcelona. Dort lernte er eine Erasmus-Studentin aus Wolfsberg kennen – heute seine Ehefrau. Der Liebe wegen zog er nach Öster­reich und begann, sich hier als Software­ent­wickler eine Existenz aufzu­bauen. Trotzdem vermisste er ein Stück seines früheren Lebens. Um dem Brett­sport treu zu bleiben, begann er mit dem Snowboarden. Der entschei­dende Impuls für sein heutiges Unter­nehmen kam durch einen Freund, der ein Snowboard ohne Bindung aus den USA impor­tiert hatte. Begeistert erklärt er, „das ist wie surfen nur auf Schnee.“ Galindo, der bereits Erfahrung in der Herstellung und Reparatur von Surfboards gesammelt hatte, entwi­ckelte und baute daraufhin eigene bindungslose Snowboards aus Holz.

Zwischen Code und Holzbrett

Die Corona-Pandemie war für ihn eine besonders kreative Zeit. Wenn er nicht gerade eine Software für den Online-Unter­richt program­mierte, tüftelte er in seiner Werkstatt an neuen Board-Designs. Zunächst fertigte er die Snowboards nur für sich selbst und Freunde an. Mittler­weile beliefert er Kundinnen und Kunden in Öster­reich, Deutschland, Spanien, Schweden, Slowenien und Italien. Als wichtigste Werbe­platt­formen dienen ihm Instagram und sein Webshop. Die Nachfrage nach seinen Boards sei stark vom Winter abhängig. „Startet die Saison früh mit viel Schnee, ist auch die Nachfrage größer.“

Da er bereits ein sicheres Standbein als Software­ent­wickler hatte, konnte er sein Herzens­projekt ohne finan­zi­ellen Druck aufbauen. „Meine Selbst­stän­digkeit hat sich eigentlich ergeben“, erzählt Galindo. „Mit den Boards schaffe ich eine Verbindung zu meiner Heimat und lebe meine Leiden­schaft.“

Jungen Gründe­rinnen und Gründern rät er deshalb, einen guten Mittelweg zu finden und „nicht gleich alle Eier in einen Korb zu legen“. Heute lebt Galindo auf 900 Metern Seehöhe in Wolfsberg – weit entfernt vom Meer, aber seiner Leiden­schaft so nah wie eh und je.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 4/26 erschienen.
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