Klaus Graf prägte die Entwicklung des Filmlandes maßgeblich in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Klaus Graf prägte die Entwicklung des Filmlandes maßgeblich in den vergangenen zwei Jahrzehnten. © Helga Rader
Filmland Kärnten

„Vielfalt
zeichnet uns aus“

Im Interview spricht er über internationale Erfolge und den Boom heimischer Produktionen.

07.05.2025 12:36 - Update am: 08.05.2025 07:31 von Anita Arneitz
Lesezeit 3 Minuten

Klaus Graf ist seit zwei Jahrzehnten als Funktionär und Produzent eine prägende Stimme der Filmwirt­schaft in Kärnten. Im Interview erklärt er, warum Filmför­derung nicht nur Kultur schafft, sondern auch Wirtschaft bewegt.

„Kärntner Wirtschaft“: Sie blicken auf 20 Jahre Funktio­närs­tä­tigkeit für die Filmwirt­schaft in Kärnten zurück. Was waren die größten Erfolge?

Klaus Graf: Im Laufe der Jahre ist in Kärnten eine Szene mit regem Austausch entstanden und das Angebot der Film- und Musik­wirt­schaft ist sehr vielfältig. Durch die Filmför­derung sind wir nun auch inter­na­tional auf der Landkarte für Filmpro­duk­tionen präsent und das ist ein großer Schritt. Aktuell werden in Öster­reich so viele Filme produ­ziert wie noch nie.

Was bringt die Filmför­derung Kärnten?

Jeder Euro, der für die Filmför­derung ausge­geben wird, kommt vielfach zurück. Auch kulturell und touris­tisch. Wir können damit Kärntner Produk­ti­ons­un­ter­nehmen Mut machen, hier ihre Projekte umzusetzen. Kärnten hat als Filmland eine lange Tradition und Vielfalt ist ­unsere Stärke. Allein schon landschaftlich. Unsere Betriebe sind inter­na­tional erfolg­reich und setzen unser Land besonders in Szene.

Was denken Sie über die Zukunft des Films?

Guter Film-Content wird immer benötigt. Verändert hat sich nur das Konsum­ver­halten. Die Jugend ist flexibler geworden, aber durch das Streaming ergeben sich auch neue Chancen. So kann eine Produktion aus Kärnten auf der ganzen Welt zu sehen sein. Der Markt ist größer geworden, für kleine Länder wie Öster­reich ist das toll. Und trotz der neuen Möglich­keiten hat auch das lineare Fernsehen weiterhin Zukunft.

Ein Highlight Ihres eigenen Filmschaffens?

Inter­na­tional gesehen war das sicher der Emmy Award für „Das Wunder von Kärnten“. Das ist in Öster­reich nach wie vor die einzige fiktionale Produktion, die diesen inter­na­tio­nalen Titel trägt. Das ist schon etwas Beson­deres. Und natürlich die Zusam­men­arbeit mit Udo Jürgens sowie die Ausein­an­der­setzung mit seiner Famili­en­ge­schichte. In Summe haben wir schon über 100 Filme produ­ziert. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele werden.

Worauf sind Sie stolz?

Dass uns im eigenen Betrieb die Nachfolge geglückt ist: Es ist schön zu sehen, wie meine Tochter das Unter­nehmen mit Engagement und Fachkenntnis weiter­führt. Ich bin jetzt gewis­ser­maßen ihre Karenz­ver­tretung.

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