Zwei Generationen am Mischpult: Andreas und Lukas Frei.
Zwei Generationen am Mischpult: Andreas und Lukas Frei. © Peter Just
Frei Audio

Sie machen Klang­welten erlebbar

Mit seinem Tonstudio in Klagenfurt sorgt Andreas Frei seit über 25 Jahren dafür, dass bewegte Bilder mit dem entsprechenden Hörerlebnis kombiniert werden.

24.10.2025 07:10 von Johannes Moser
Lesezeit 6 Minuten

Ein buntes Mischpult in einem akustisch abgeschirmten Raum, zwei Köpfe und jede Menge Begeis­terung für auditive Erfah­rungen. Im Tonstudio von Andreas und Lukas Frei im Zentrum der Landes­haupt­stadt werden neue Klang­bilder Realität. „Die Bedeutung des Tons wird oft unter­schätzt“, ist sich Andreas Frei dabei sicher. Für ihn wirkt eine Produktion erst profes­sionell, wenn auch der Ton auf dem höchsten Level erzeugt, gemischt und geschnitten wurde.

Seit 1998 werden in seinem Studio die entspre­chenden Audio­spuren für Spiel­filme, Dokumen­tation und vieles mehr produ­ziert. „Wir sind spezia­li­siert auf die Produktion von Ton für Bildpro­duk­tionen“, erklärt der gebürtige Kärntner, dessen musika­li­sches Talent sich bereits früh zeigte. So bekam er bereits im Alter von fünf Jahren Klavier­un­ter­richt und inten­si­vierte seine Ausbildung später auch am Konser­va­torium am klassi­schen Klavier.

Als Keyboarder in diversen Bands entdeckte er seine Leiden­schaft für Tontechnik und machte in Wien die Ausbildung zum Tonmeister: „Von Live-Konzerten über Postpro­duktion bis hin zum Mischen von großen Produk­tionen wie der Opern-Aufführung von Turandot in Peking oder dem Eurovision Song Contest in Wien 2015 durfte ich auch große Events als Tonmeister begleiten.“

Teil der Entwicklung

Zurück in Kärnten ergab sich bereits Ende der 90er Jahre die Zusam­men­arbeit mit den lokalen Filmpro­du­zenten Gerald Salmina und Mario Kreuzer, welche bis heute anhält. „Die Kärntner Filmpro­du­zenten waren von Beginn ein großer Motor für mein Unter­nehmen und ich bin in gewisser Weise auch mit ihnen gewachsen“, erzählt der 59-Jährige, dem die Steigerung des Selbst­be­wusst­seins der kreativen Szene in den Bundes­ländern ein Anliegen ist: „Egal ob im Film oder in der Musik – in den Regionen steckt enorm viel kreatives Potenzial, entspre­chend wichtig sind gute Bedin­gungen um sich zu entfalten.“

In seinen Funktionen in der Wirtschafts­kammer sowie im Fachverband der Film- und Musik­wirt­schaft Öster­reichs setzt er darauf, die Fühler auch inter­na­tional auszu­strecken und sich auf Auslands­märkten zu präsen­tieren. Seine Kreati­vität lebt der Musiker auch beim Kompo­nieren von Filmmusik aus – ein weiteres Service, das er im Reper­toire hat. Fixer Bestandteil im Studio ist Sohn Lukas Frei. „Ich habe in Wien bereits als DJ gearbeitet und war Music Producer für das Red Bull Media­house“, so Frei. Er ist vor gut zwei Jahren mit seiner Ehefrau, der Künst­lerin Katya Frei, nach Kärnten zurück­ge­kehrt.

© Peter Just (4)

Meister ihres Faches

Im Regieraum, in dem auch dreidi­men­sionale Dolby-Atmos-Produk­tionen gemischt werden, zaubern Andreas und Lukas Frei die Geräusch­ku­lisse für so manchen abend­fül­lenden Kinofilm. Ob „Harri Pinter, Drecksau“ oder „Streif – One Hell of a Ride“, ob „Rubikon“ oder „Bauer Unser“ – der gute Ton kam aus dem Studio Frei.

Vor kurzem fand im Wiener Garten­baukino die Premiere des Streifens „Downhill Skiers“ statt, der seit 23. Oktober Besucher öster­reichweit in die Kinos lockt. Die Dokumen­tation über Abfahrts­läufer im alpinen Ski-Weltcup stellte Frei und sein Team vor besondere Heraus­for­de­rungen. „Gedreht wurde über zwei Saisonen, Schnitt und Ton Postpro­duktion liefen aufgrund des straffen Zeitplans über viele Wochen parallel. Dementspre­chend war die Filmpre­miere im Oktober ein sport­liches Ziel für alle Betei­ligten“, erklärt Frei, der je nach Produk­tionen bis zu fünf Mitar­beiter im Unter­nehmen beschäftigt.

Das Damokles­schwert künst­liche Intel­ligenz, das über der gesamten Branche schwebt, sieht er diffe­ren­ziert: „Einfache Produkte werden wohl in Zukunft von der KI erledigt werden. Wenn es darum geht Emotionen beim Publikum zu erzeugen, wird KI scheitern. Ich hoffe auf eine neue Wertschätzung des „vom Menschen Erschaf­fenen“.

Aus der Chronik
  • 1998 begründet Andreas Frei sein Tonstudio in Klagenfurt.
  • 2008 Musik und Ton für ers­ten Lang-Kinofilm „Mount St. Elias“ (Planet Watch).
  • 2014 wird der Ton für „Streif – One Hell Of A Ride“ (Planet Watch) produ­ziert.
  • 2017: Die ORF-Stadt­ko­mödie „Harri Pinter – Drecksau“ (Graf Film) ist ein weiteres Highlight.
  • 2023 tritt Sohn Lukas Frei in das Unter­nehmen ein. Auszeichnung mit dem Öster­rei­chi­schen Filmpreis für den SciFi-Film „Rubikon“ (Graf Film).
  • Seit 23. Oktober läuft der Film „Downhill Skiers – Ain’t No Mountain Steep Enough“ (Blue Bird Motionpic­tures).
Zum Unter­nehmen
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 20/25 erschienen.
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