Der Zwick
Sie machen Klangwelten erlebbar
Mit seinem Tonstudio in Klagenfurt sorgt Andreas Frei seit über 25 Jahren dafür, dass bewegte Bilder mit dem entsprechenden Hörerlebnis kombiniert werden.
Ein buntes Mischpult in einem akustisch abgeschirmten Raum, zwei Köpfe und jede Menge Begeisterung für auditive Erfahrungen. Im Tonstudio von Andreas und Lukas Frei im Zentrum der Landeshauptstadt werden neue Klangbilder Realität. „Die Bedeutung des Tons wird oft unterschätzt“, ist sich Andreas Frei dabei sicher. Für ihn wirkt eine Produktion erst professionell, wenn auch der Ton auf dem höchsten Level erzeugt, gemischt und geschnitten wurde.
Seit 1998 werden in seinem Studio die entsprechenden Audiospuren für Spielfilme, Dokumentation und vieles mehr produziert. „Wir sind spezialisiert auf die Produktion von Ton für Bildproduktionen“, erklärt der gebürtige Kärntner, dessen musikalisches Talent sich bereits früh zeigte. So bekam er bereits im Alter von fünf Jahren Klavierunterricht und intensivierte seine Ausbildung später auch am Konservatorium am klassischen Klavier.
Als Keyboarder in diversen Bands entdeckte er seine Leidenschaft für Tontechnik und machte in Wien die Ausbildung zum Tonmeister: „Von Live-Konzerten über Postproduktion bis hin zum Mischen von großen Produktionen wie der Opern-Aufführung von Turandot in Peking oder dem Eurovision Song Contest in Wien 2015 durfte ich auch große Events als Tonmeister begleiten.“
Teil der Entwicklung
Zurück in Kärnten ergab sich bereits Ende der 90er Jahre die Zusammenarbeit mit den lokalen Filmproduzenten Gerald Salmina und Mario Kreuzer, welche bis heute anhält. „Die Kärntner Filmproduzenten waren von Beginn ein großer Motor für mein Unternehmen und ich bin in gewisser Weise auch mit ihnen gewachsen“, erzählt der 59-Jährige, dem die Steigerung des Selbstbewusstseins der kreativen Szene in den Bundesländern ein Anliegen ist: „Egal ob im Film oder in der Musik – in den Regionen steckt enorm viel kreatives Potenzial, entsprechend wichtig sind gute Bedingungen um sich zu entfalten.“
In seinen Funktionen in der Wirtschaftskammer sowie im Fachverband der Film- und Musikwirtschaft Österreichs setzt er darauf, die Fühler auch international auszustrecken und sich auf Auslandsmärkten zu präsentieren. Seine Kreativität lebt der Musiker auch beim Komponieren von Filmmusik aus – ein weiteres Service, das er im Repertoire hat. Fixer Bestandteil im Studio ist Sohn Lukas Frei. „Ich habe in Wien bereits als DJ gearbeitet und war Music Producer für das Red Bull Mediahouse“, so Frei. Er ist vor gut zwei Jahren mit seiner Ehefrau, der Künstlerin Katya Frei, nach Kärnten zurückgekehrt.
Meister ihres Faches
Im Regieraum, in dem auch dreidimensionale Dolby-Atmos-Produktionen gemischt werden, zaubern Andreas und Lukas Frei die Geräuschkulisse für so manchen abendfüllenden Kinofilm. Ob „Harri Pinter, Drecksau“ oder „Streif – One Hell of a Ride“, ob „Rubikon“ oder „Bauer Unser“ – der gute Ton kam aus dem Studio Frei.
Vor kurzem fand im Wiener Gartenbaukino die Premiere des Streifens „Downhill Skiers“ statt, der seit 23. Oktober Besucher österreichweit in die Kinos lockt. Die Dokumentation über Abfahrtsläufer im alpinen Ski-Weltcup stellte Frei und sein Team vor besondere Herausforderungen. „Gedreht wurde über zwei Saisonen, Schnitt und Ton Postproduktion liefen aufgrund des straffen Zeitplans über viele Wochen parallel. Dementsprechend war die Filmpremiere im Oktober ein sportliches Ziel für alle Beteiligten“, erklärt Frei, der je nach Produktionen bis zu fünf Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.
Das Damoklesschwert künstliche Intelligenz, das über der gesamten Branche schwebt, sieht er differenziert: „Einfache Produkte werden wohl in Zukunft von der KI erledigt werden. Wenn es darum geht Emotionen beim Publikum zu erzeugen, wird KI scheitern. Ich hoffe auf eine neue Wertschätzung des „vom Menschen Erschaffenen“.
- 1998 begründet Andreas Frei sein Tonstudio in Klagenfurt.
- 2008 Musik und Ton für ersten Lang-Kinofilm „Mount St. Elias“ (Planet Watch).
- 2014 wird der Ton für „Streif – One Hell Of A Ride“ (Planet Watch) produziert.
- 2017: Die ORF-Stadtkomödie „Harri Pinter – Drecksau“ (Graf Film) ist ein weiteres Highlight.
- 2023 tritt Sohn Lukas Frei in das Unternehmen ein. Auszeichnung mit dem Österreichischen Filmpreis für den SciFi-Film „Rubikon“ (Graf Film).
- Seit 23. Oktober läuft der Film „Downhill Skiers – Ain’t No Mountain Steep Enough“ (Blue Bird Motionpictures).