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Thema der Woche

Neues
Jahr, neuer Weg

Selbst wenn sich alles ändert, können Unternehmen immer auf eine wichtige Ressource zurückgreifen: den eigenen Mut, um neue Wege zu gehen.

16.01.2026 09:40 von Anita Arneitz
Lesezeit 6 Minuten

Branche wechseln. Betrieb übernehmen. Ein zusätz­liches Standbein aufbauen. Die Pension als Chance für neue Ideen sehen. Im unter­neh­me­ri­schen Leben kann es viele Wende­punkte geben und gerade jetzt stehen viele Betriebe vor einer struk­tu­rellen Neuaus­richtung. Sie hoffen nicht auf einen konjunk­tu­rellen Aufschwung oder bessere Zeiten, sondern hinter­fragen aktiv ihre Geschäfts­mo­delle und probieren Neues aus. Das geht über reine Gewinn­ma­xi­mierung hinaus.

Vielmehr geht es laut verschie­denen Leadership-Studien darum, sein persön­liches „Warum“ im Unter­neh­mertum zu leben und einen positiven gesell­schaft­lichen Beitrag zu leisten. Das gelingt mit Klarheit und richtiger Führung, einer durch­dachten Strategie und einer konse­quenten Umsetzung. Damit das auch wirklich klappt, können Impulse von außen helfen. Denn oft ist man selbst betriebs­blind für die eigenen Chancen im Betrieb.

Coach Ed Wohlfahrt unter­stützt auf dem Weg zur Klarheit: „In den Coachings geht es oft um Wachs­tums­hürden oder limitie­rende Glaubens­sätze, die in Kombi­nation mit dem heraus­for­dernden Alltag als Selbst­stän­diger als belastend wahrge­nommen werden.“ Was helfe, sei wieder freizu­legen, was die Gründe dafür waren, als Selbst­stän­diger zu starten und sich die ursprüng­liche Passion wieder vor Augen zu führen, was den Reiz davon ausmacht oder einmal ausge­macht hat. Damit komme auch die Motivation wieder, neue Wege zu gehen. Egal ob im Kleinen oder Großen.

Stimmen aus der Wirtschaft

Tiebel­druck

© Tiebel­druck

„Prozesse neu zu denken, ist eine Chance“

„Wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen, muss man auch bereit sein, sich auf Neues einzu­lassen und genau das zählt zu den größten unter­neh­me­ri­schen Heraus­for­de­rungen. Tiebel­druck war über 35 Jahre so struk­tu­riert, dass mit hoher Effizienz und geringem Aufwand eine Vielzahl an Druck­auf­trägen und Aufgaben erfolg­reich umgesetzt werden konnten. Gleich­zeitig erkennen wir jetzt, dass sich Markt­an­for­de­rungen, Kunden­be­dürf­nisse und techno­lo­gische Möglich­keiten rasant weiter­ent­wi­ckeln. Durch Pensio­nierung und Schließung der Druckerei haben wir die Chance und die Möglichkeit, Arbeits­pro­zesse neu zu denken und innovative Anwen­dungen gezielt zu integrieren. Insbe­sondere KI-gestützte Techno­logien verstehen wir nicht als Gegensatz zu Erfahrung und Qualität, sondern als sinnvolle Ergänzung. In Zukunft wollen wir Kunden weiter beraten.“

Johanna Bürger

Famili­en­pa­radies Reichen­hauser

„Flexi­bi­lität durch mehrere Stand­beine“

„Die größte Verän­derung war die Schließung des Zauber­waldes, ausgehend vom Perso­nal­mangel. Der Zauberwald kann jetzt nur mehr von unseren Hotel­gästen oder für gebuchte Feiern und Kinder­ge­burtstage besucht werden. Für uns war es das Beste, was wir gemacht haben, weil wir dadurch wieder mehr Zeit für unsere Gäste haben. Wir haben unser Hotel jetzt von April bis Oktober offen. Zusätzlich bieten wir ‚Essen auf Rädern‘ an und ich nehme mit unseren Mehlspeisen auf den Märkten in Maria Wörth und Schiefling teil. Regel­mäßig beliefere ich damit auch den Ortsladen in Schiefling. Mir macht das großen Spaß und ich schätze den direkten Kontakt mit den Menschen. Als Unter­nehmer muss man einfach flexibel sein. Mehrere Stand­beine können dabei helfen.“

Barbara Reichen­hauser

Die Teedose

„Entschlos­senheit und Mut lohnen sich“

„Wir haben vor über einem Jahr die Teedose übernommen, weil wir gemeinsam als Paar etwas Neues machen wollten. Ich selbst komme eigentlich aus dem Bau und war entschlossen, die Idee umzusetzen. Für unseren Mut wurden wir belohnt. Es macht uns sehr viel Spaß und wir haben im ersten Jahr alle unsere Ziele erreicht. Natürlich ist es viel Arbeit und wir lernen immer wieder Neues dazu. Trans­parenz und Ehrlichkeit sind uns wichtig, genauso wie die persön­liche Beziehung zu unseren Kunden – zu jenen, die zu uns ins Geschäft kommen, aber auch größere Hotels und Cafés. Aktuell haben wir über 300 offene Teesorten und auch der Onlineshop läuft gut an.“

Josua Osinger
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 1/26 erschienen.
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