Frank Rehme sprach beim Treffpunkt Kärntner Wirtschaft.
Frank Rehme sprach beim Treffpunkt Kärntner Wirtschaft. © WKK/Welisch
Treffpunkt Kärntner Wirtschaft

„Mut ist das
Kern-Gen eines Betriebes“

Die Zukunft im Handel wird aktiv gestaltet – durch Mut, Innovation, und eine konsequente Fokussierung auf die Bedürfnisse der Kunden.

28.01.2025 07:50 - Update am: 28.01.2025 08:16 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 5 Minuten

Die Sparte Handel machte sich beim Treff­punkt der Kärntner Wirtschaft „Shopping unlimited – Grenzen­loses Einkaufs­er­lebnis – die Zukunft des Einkaufens?“ zum Thema und holte sich den Handels­experten Frank Rehme mit dem Vortrag „Die 5 besten Strategien, um die Kunden von morgen effektiv zu vergraulen“ auf die Bühne. Rehme, der sich auf Innova­tionen im Handel und Einkaufs-Szenarien von morgen spezia­li­siert, demons­trierte humoris­tisch wie man vor allem junge Menschen vergraulen kann.

  1. Verhin­derung der Bedarfs­ent­stehung: Auf keinen Fall irgendwo online sichtbar sein, um in das Blickfeld der jungen Menschen zu gelangen.
  2. Verhin­derung der Infor­ma­ti­ons­findung: Keine konkreten Infor­ma­tionen im Internet zu dem Geschäft. Den Kunden maximal verwirren
  3. Aufent­halts­ver­miesung: Keine anspre­chenden Schau­fenster, schlechter Geruch im Geschäft und störende Musik tragen erfolg­reich dazu bei, den Kunden von morgen zu vergraulen. Schau­fenster sind die Visiten­karte eines Ladens, da müssen keine Produkte hinein, sondern der Grund, warum Menschen in den Laden und nicht in den Nachbar­laden kommen sollen.
  4. Unattrak­tives Sortiment: Das gleiche Sortiment zu führen wie bei der Eröffnung 1988. Auf keinen Fall auf Verkaufs­trends, neue Produkte oder die Bedürf­nisse der jungen Leute eingehen. Auch kein Storytelling betreiben, das könnte dazu führen, dass die Preis­sen­si­bi­lität sinkt.
  5. Keine Zufrie­denheit und Kunden­bindung herstellen: Kein Loyali­täts­pro­gramm, kein Gratu­lieren zum Geburtstag. Keine Kunden­daten sammeln.

Frank Rehme zur Ignoranz der Digita­li­sierung

„Die vergan­genen zehn Jahre waren die Jahre der Daten­sammlung. In den nächsten zehn Jahren wird aus den Daten der Mehrwert generiert. Das sind die Zeiten des Erntens. Wer keine Daten hat, wird auch nicht von der KI profi­tieren können“, betont Frank Rehme.

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Insgesamt steh der stationäre Handel vor Problemen wie Leerständen in Innen­städten, unzurei­chender Ansprache junger Zielgruppen und mangelnder Digita­li­sierung, meint Rehme. Junge Kunden erwarten moderne Zahlungs­me­thoden, digitale Präsenz und eine Thema­ti­sierung, die deren Bedürf­nissen entspricht.

Fehler gehören dazu

Deshalb brauche es Unter­nehmen mit der Kraft der Vision, Mutan­fällen und vor allem den Mut zum Auspro­bieren und Machen. Fehler gehören dazu, solange man daraus lernt. Unter­nehmen müssen bereit sein, tradi­tio­nelle Ansätze zu hinter­fragen, digitale Techno­logien einzu­setzen und kreative Wege zu gehen, um relevant zu bleiben. Die Digita­li­sierung schreite exponen­tiell voran, weshalb Daten­ma­nagement essen­ziell sei. Rehme erklärte, dass die Digita­li­sierung nie wieder so langsam sein werde wie heute. Ziel sei es, dass Unter­nehmen Fans ihrer Kunden werden, anstatt umgekehrt, und ihre Angebote emotional und kontext­be­zogen gestalten, um Preis­sen­si­bi­lität zu senken und Loyalität zu fördern.

Exper­tentalk: Online­markt­plätze als Chance

Den Branchen­nach­mittag rundete ein Exper­tentalk mit dem Online­markt­platz Experten Markus Miklautsch zum Thema: „Die besten Online-Markt­plätze in Zeiten von Temu und Shein“. Miklautsch erklärte, dass Online­markt­plätze wie Amazon nicht nur Risiken, sondern auch Chancen wie eine größere Auffind­barkeit und so auch ein größeres Publikum mit sich bringen. Jeder zweite kaufe nicht in einem Onlineshop, sondern auf einem Markt­platz, weshalb er dazu rät die Vielfalt der Markt­plätze zu nutzen.

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