Hermann-Günther Bittesnich ist als mobiler Fahrradmechatroniker im Bezirk Wolfsberg unterwegs.
Hermann-Günther Bittesnich ist als mobiler Fahrradmechatroniker im Bezirk Wolfsberg unterwegs. © KK/Kump Photography
Hermann-Günther Bittesnich

Mobile
Rad-Repara­turen

Wenn der Fahrradtechniker zweimal klingelt, dann ist es bald an der Zeit für die erste Ausfahrt im Frühling. Hermann-Günther Bittesnich aus St. Andrä hat mit seiner Selbstständigkeit seinen Traumberuf verwirklicht.

05.04.2025 07:07 von Anita Arneitz
Lesezeit 4 Minuten

Zwei Jahrzehnte hat Hermann-Günther Bittesnich (47) in einer ganz anderen Branche gearbeitet. Vor rund fünf Jahren entschloss er sich, seinen eigent­lichen Traum­beruf – Fahrrad­me­cha­tro­niker – zu erlernen. Diese Möglichkeit hatte er in jungen Jahren nicht. Denn in den 1980er-Jahren wurde der Lehrberuf abgeschafft und erst wieder 2019 in neuer Form einge­führt. „Das war für mich wie ein Wink des Schicksals“, erinnert sich der Unter­nehmer.

Reparatur bei Kunden vor Ort

Er sattelte um: Drei Jahre dauerte die Ausbildung mit Praktikum in Wien. Das nahm er in Kauf: „Ich wollte mein eigener Chef sein und die Idee mit dem mobilen Repara­turbus kam mir dann während der Ausbildung“, erzählt der Lavant­taler. Heute ist er im dritten Jahr mit seiner Fahrrad-Ambulanz selbst­ständig und bereut seine Entscheidung, trotz einiger Inves­ti­tionen in Bus und Werkstatt, nicht. Repara­turen, Wartung, Service, ergono­mische Anpas­sungen – Kunden schätzen sein Know-how. „Ich fahre mit meinem Bus auch direkt zu den Kunden, so brauchen sie mit dem Rad nicht zu mir kommen. Gerade ältere Menschen tun sich mit dem Transport von E‑Bikes schwer und schätzen das mobile Service“, erzählt Bittesnich. E‑Bikes sind unter anderem eines seiner Spezi­al­ge­biete.

Mut zusprechen

Förde­rungen und Beratungen – in der Gründungs­phase hat er alles genutzt und wurde von allen Seiten positiv unter­stützt. „Zum einem muss man sich einfach was trauen, zum anderen ist es aber auch wichtig, gut vorbe­reitet in die Selbst­stän­digkeit zu starten.“ Bittesnich hatte seinen eigenen Mas­terplan, an den er sich hielt. Zudem seien eine gute Ausbildung, Erfahrung und Begeis­terung für das, was man tut wichtig, um Erfolg zu haben. „Ich kann jungen Gründern nur Mut zusprechen. Es ist nicht immer einfach, aber es ist schön, wenn der eigene Plan aufgeht und die Kunden zufrieden sind.“

Mit der Entwicklung seines Betriebes ist der Fahrrad­me­cha­niker sehr zufrieden. Wenn es weiter gut läuft, kann er sich vorstellen, später einmal selbst einen Lehrling aufzu­nehmen.

Radfahren als Ausgleich zum Alltag

Durch die Koralmbahn könnten auch weitere Radtou­risten ins Lavanttal kommen. „Und auch der Radweg auf der alten Bahntrasse nach Klagenfurt wäre eine tolle Geschichte.“ Schließlich fährt er selbst leiden­schaftlich gerne Rad – abends eine kleine Runde am Radweg oder am Wochenende mit dem Gravelbike auf den Berg.

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Dieser Artikel ist in Ausgabe 7/25 erschienen.
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