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Rad-Reparaturen
Wenn der Fahrradtechniker zweimal klingelt, dann ist es bald an der Zeit für die erste Ausfahrt im Frühling. Hermann-Günther Bittesnich aus St. Andrä hat mit seiner Selbstständigkeit seinen Traumberuf verwirklicht.
Zwei Jahrzehnte hat Hermann-Günther Bittesnich (47) in einer ganz anderen Branche gearbeitet. Vor rund fünf Jahren entschloss er sich, seinen eigentlichen Traumberuf – Fahrradmechatroniker – zu erlernen. Diese Möglichkeit hatte er in jungen Jahren nicht. Denn in den 1980er-Jahren wurde der Lehrberuf abgeschafft und erst wieder 2019 in neuer Form eingeführt. „Das war für mich wie ein Wink des Schicksals“, erinnert sich der Unternehmer.
Reparatur bei Kunden vor Ort
Er sattelte um: Drei Jahre dauerte die Ausbildung mit Praktikum in Wien. Das nahm er in Kauf: „Ich wollte mein eigener Chef sein und die Idee mit dem mobilen Reparaturbus kam mir dann während der Ausbildung“, erzählt der Lavanttaler. Heute ist er im dritten Jahr mit seiner Fahrrad-Ambulanz selbstständig und bereut seine Entscheidung, trotz einiger Investitionen in Bus und Werkstatt, nicht. Reparaturen, Wartung, Service, ergonomische Anpassungen – Kunden schätzen sein Know-how. „Ich fahre mit meinem Bus auch direkt zu den Kunden, so brauchen sie mit dem Rad nicht zu mir kommen. Gerade ältere Menschen tun sich mit dem Transport von E‑Bikes schwer und schätzen das mobile Service“, erzählt Bittesnich. E‑Bikes sind unter anderem eines seiner Spezialgebiete.
Mut zusprechen
Förderungen und Beratungen – in der Gründungsphase hat er alles genutzt und wurde von allen Seiten positiv unterstützt. „Zum einem muss man sich einfach was trauen, zum anderen ist es aber auch wichtig, gut vorbereitet in die Selbstständigkeit zu starten.“ Bittesnich hatte seinen eigenen Masterplan, an den er sich hielt. Zudem seien eine gute Ausbildung, Erfahrung und Begeisterung für das, was man tut wichtig, um Erfolg zu haben. „Ich kann jungen Gründern nur Mut zusprechen. Es ist nicht immer einfach, aber es ist schön, wenn der eigene Plan aufgeht und die Kunden zufrieden sind.“
Mit der Entwicklung seines Betriebes ist der Fahrradmechaniker sehr zufrieden. Wenn es weiter gut läuft, kann er sich vorstellen, später einmal selbst einen Lehrling aufzunehmen.
Radfahren als Ausgleich zum Alltag
Durch die Koralmbahn könnten auch weitere Radtouristen ins Lavanttal kommen. „Und auch der Radweg auf der alten Bahntrasse nach Klagenfurt wäre eine tolle Geschichte.“ Schließlich fährt er selbst leidenschaftlich gerne Rad – abends eine kleine Runde am Radweg oder am Wochenende mit dem Gravelbike auf den Berg.