Frau im Herbst
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Gesund im Herbst

Gesund in den
Herbst starten

Der Sommer geht zu Ende. Der Terminkalender füllt sich und das letzte Quartal rückt näher. Für viele beginnt im September eine Phase, in der das Arbeitstempo spürbar anzieht. Doch gerade jetzt kann es sinnvoll sein, nicht einfach dort weiterzumachen, wo man vor dem Sommer aufgehört hat. .

28.09.2026 07:48 von Anita Arneitz
Lesezeit 7 Minuten

Zeitdruck raus, Zufrie­denheit an. Dass die Erholung aus dem Sommer­urlaub nicht automa­tisch bis zum Jahresende reicht, ist wissen­schaftlich belegt. Studien zeigen: Erschöpfung kehrt teilweise schon nach drei Tagen und spätestens nach drei Wochen wieder auf das Vorur­laubs­niveau zurück, unabhängig davon, wie lange der Urlaub gedauert hat. Auch die deutsche Urlaubs­for­scherin Jessica de Bloom hat heraus­ge­funden, dass der ideale Urlaub maximal 14 Tage dauern sollte: Die Stimmung steigt bis zum achten Urlaubstag, stagniert dann aber. Ein längerer Urlaub bringt also nicht mehr Erholung.

„Ferien und Urlaub brauchen wir vor allem für den Kopf“, erklärt Chris­tiane Eberwein, Psycho­the­ra­peutin und Arbeits­psy­cho­login aus Klagenfurt. „Gemeint sind damit Auszeiten, in denen wir nicht unter Termin- und Leistungs­druck stehen und es für unsere fünf Sinne Eindrücke gibt, die sich von unserem Alltag unter­scheiden.“ Diese Unter­schiede bilden neue Synapsen im Gehirn und erhöhen so die Kreati­vität. Ebenso wichtig sind laut Eberwein aber auch Auszeiten, in denen man einfach mal nichts tut, tagträumt oder sich „im positiven Sinne langweilen darf“.


Wer sich darauf verlässt, dass zwei oder drei Wochen Sommer­urlaub die Energie automa­tisch bis Weihnachten tragen, überschätzt die Wirkung der großen Auszeit und unter­schätzt die Bedeutung kleiner, regel­mä­ßiger Erholungs­rou­tinen. „Deshalb ist es ratsam, das Arbeitsjahr durch mehrere Auszeiten oder Lieblings­ak­ti­vi­täten zu unter­brechen“, sagt Eberwein.

Wie stark Tempo und Termin­druck die Arbeits­zu­frie­denheit tatsächlich beein­flussen, zeigt der Öster­rei­chische Arbeits­klima Index. Unter Zeitdruck sind nur 67 Prozent der Beschäf­tigten mit ihrem Job zufrieden, ohne Zeitdruck steigt dieser Wert auf 78 Prozent. Insgesamt bewerten rund 80 Prozent der Befragten ihr Leben als zufrie­den­stellend, drei Viertel sind mit ihrer beruf­lichen Tätigkeit zufrieden. Zeitdruck ist damit eine der stärksten Stell­schrauben für Zufrie­denheit, die Betriebe selbst beein­flussen können.

Wie ein Team den Herbst­start erlebt, ist kein rein persön­liches Thema Einzelner, sondern hat direkt mit dem Arbeits­tempo zu tun, das im Unter­nehmen vorge­geben wird. Es geht darum, einen Arbeits­rhythmus zu finden, der sich auch die nächsten Monate durch­halten lässt. Dabei helfen gesunde Ernährung, Bewegung an der frischen Luft oder ein Tapeten­wechsel.

Wie sich die Erholung in den Herbst mitnehmen lässt, weiß Eberwein: „Unser Geruchssinn ist der kürzeste und direk­teste Weg zu unseren Emotionen und Erinne­rungen.“ Sie rät deshalb, einen Duft, den man mit einem schönen Ort verbindet in den Alltag einzu­bauen. Außerdem wichtig: ausrei­chend Schlaf und sich in der ersten Arbeits­woche nicht gleich mit den schwie­rigsten Themen zu beschäf­tigen.

Stimmen aus der Wirtschaft

„Für mehr gesunde Routinen und Bewegung nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten. Ich weiß selbst, wie voll ein Alltag sein kann. Gleich­zeitig merke ich immer wieder, wie gut mir die Zeit beim Sport tut, nicht nur körperlich, auch mental. Danach bin ich ausge­gli­chener und habe den Kopf wieder frei. Deshalb lieber kleine, realis­tische Bewegungs­ein­heiten einbauen, anstatt auf die große freie Stunde zu warten. Heute gibt es so viele Möglich­keiten: Gruppen­kurse, Fitness­studio, zu Hause oder einfach Bewegung an der frischen Luft. Wichtig ist, etwas zu finden, das zu einem selbst und zum eigenen Alltag passt und vor allem Spaß macht.“

Sabine Tempel

„Fehler nach der Sommer­pause: Viele Betriebe neigen dazu, nach der Sommer­pause sofort auf Vollgas zu schalten, was häufig zu Stress und Überlastung führt. Eine schritt­weise Rückkehr in den Arbeits­rhythmus ist ratsam. Maßnahmen wie regel­mäßige Bewegungs­pausen, gesunde Snacks sowie Ausgleichs‑, Dehnungs- und Mobili­sa­ti­ons­übungen sind hilfreich, um das Wohlbe­finden zu fördern und Dysba­lancen, insbe­sondere bei einsei­tigen Tätig­keiten, auszu­gleichen. Ich plane bewusst Pausen ein und nutze die Herbstzeit für Aktivi­täten im Freien, um frische Luft und Bewegung zu integrieren.“

Jürgen Seifried
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„Im Herbst habe ich noch keine Auszeit für mich geplant, weil wir auch noch jetzt viele Radfahrer aus der ganzen Welt als Gäste haben. Bei uns schätzen die Radfahrer die Service­an­gebote der Drauradweg-Wirte, weil die Betriebe auf die Bedürf­nisse der Radaus­flügler einge­stellt sind und es immer wieder neue Angebote gibt, wie die Seiten­sprünge entlang des Draurad­weges.“

Tina Mosser
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Dieser Artikel ist in Ausgabe 18/26 erschienen.
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