Ein
Rohstoff aus Abfall
Bei PreZero in Haimburg bei Völkermarkt wird aus dem, was andernorts im Müll landet, ein neuer Rohstoff.
„Bei Nachhaltigkeit denkt man oft an grüne Wiesen, Natur und Blumen. Dass auch wir unseren Teil dazu beitragen, dass diese Wiesen grün bleiben, wird oft vergessen“, sagt Monika Töffele, Geschäftsführerin von PreZero in Haimburg. Genau darum geht es am Standort: PreZero verarbeitet Plastikmüll aus den gelben Säcken. Der Abfall wird sortiert und zu Plastikgranulat aus Polypropylen verarbeitet, aus dem anschließend verschiedene Produkte entstehen.
Den Plastikmüll liefern Gelber-Sack-Sortieranlagen wie PreZero in Sollenau sowie Partner aus Deutschland und Italien. „In Österreich fällt schlicht zu wenig Plastikmüll für unsere Produktion an. Auch weil vieles im Restmüll landet statt im gelben Sack. Dabei gilt Plastik durchaus als nachhaltiger Rohstoff, aber eben nur, wenn man ihn auch wirklich recycelt“, erklärt Töffele. Das Granulat aus Haimburg steckt in mehr Dingen, als man vermuten würde. Viele namhafte Firmen führen Kleiderbügel, Waschmaschinenteile, Wäschekörbe, Kübel oder Rasierer, die aus Granulat von PreZero bestehen.
Vom Joghurtbecher zum Koffer
Auch Teile eines Samsonite-Koffers werden hergestellt. Zwei Jahre vergingen von der ersten Idee bis zum fertigen Koffer, den PreZero gemeinsam mit Samsonite entworfen hat. Er besteht zu über 80 Prozent aus recyceltem Plastik, genauer gesagt aus Post-Consumer-Recyclingmaterial aus haushaltsnahen Sammlungen. „Das Schwierige an dem Projekt war, das Material so zu entwerfen, dass es alle Bedingungen wie Schlag- und Stoßfestigkeit erfüllt sowie den Temperaturunterschieden standhält, denen ein Koffer ausgesetzt ist.“ Das Ergebnis überzeugt auch in puncto Klimaschutz: In der Produktion lassen sich bis zu 80 Prozent der CO₂-Emissionen einsparen. Erhältlich ist der Koffer in Grün, Gelb und Schwarz.
Einfach sei das Geschäft mit dem Recycling trotzdem nicht. „Wir befinden uns gerade in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der es günstiger ist, neues Plastik zu produzieren, als bereits vorhandene Rohstoffe zu recyceln. Trotzdem spielt hier der Gedanke der Nachhaltigkeit die tragende Rolle. Unsere Ressourcen sind begrenzt, und wir wollen auch, dass unsere Enkel und Urenkel einen Planeten vorfinden, wie wir ihn kennen“, bekräftigt Töffele.
Prezero beschäftigt 100 Mitarbeitende, wovon 60 auf die Produktion entfallen und 40 auf Forschung und Verwaltung. Die Firma gehört zur Schwarz-Gruppe.