Monika Töffele führt das Kunststoff-Recyclingunternehmen 
PreZero in Haimburg bei Völkermarkt.
Monika Töffele führt das Kunststoff-Recyclingunternehmen PreZero in Haimburg bei Völkermarkt. © KK/PreZero
PreZero

Ein
Rohstoff aus Abfall

Bei PreZero in Haimburg bei Völkermarkt wird aus dem, was andernorts im Müll landet, ein neuer Rohstoff.

29.10.2026 08:46 von Sarah Aichwalder
Lesezeit 4 Minuten

„Bei Nachhal­tigkeit denkt man oft an grüne Wiesen, Natur und Blumen. Dass auch wir unseren Teil dazu beitragen, dass diese Wiesen grün bleiben, wird oft vergessen“, sagt Monika Töffele, Geschäfts­füh­rerin von PreZero in Haimburg. Genau darum geht es am Standort: PreZero verar­beitet Plas­tikmüll aus den gelben Sä­cken. Der Abfall wird sortiert und zu Plastik­gra­nulat aus Polypro­pylen verar­beitet, aus dem anschließend verschiedene Produkte entstehen.

Den Plastikmüll liefern Gelber-Sack-Sortier­an­lagen wie PreZero in Sollenau sowie Partner aus Deutschland und Italien. „In Öster­reich fällt schlicht zu wenig Plastikmüll für unsere Produktion an. Auch weil vieles im Restmüll landet statt im gelben Sack. Dabei gilt Plastik durchaus als nachhal­tiger Rohstoff, aber eben nur, wenn man ihn auch wirklich recycelt“, erklärt Töffele. Das Granulat aus Haimburg steckt in mehr Dingen, als man vermuten würde. Viele namhafte Firmen führen Kleider­bügel, Wasch­ma­schi­nen­teile, Wäsche­körbe, Kübel oder Rasierer, die aus Granulat von PreZero bestehen.

Vom Joghurt­becher zum Koffer

Auch Teile eines Samsonite-Koffers werden herge­stellt. Zwei Jahre vergingen von der ersten Idee bis zum fertigen Koffer, den PreZero gemeinsam mit Samsonite entworfen hat. Er besteht zu über 80 Prozent aus recyceltem Plastik, genauer gesagt aus Post-Consumer-Recycling­ma­terial aus haushalts­nahen Sammlungen. „Das Schwierige an dem Projekt war, das Material so zu entwerfen, dass es alle Bedin­gungen wie Schlag- und Stoßfes­tigkeit erfüllt sowie den Tempe­ra­tur­un­ter­schieden standhält, denen ein Koffer ausge­setzt ist.“ Das Ergebnis überzeugt auch in puncto Klima­schutz: In der Produktion lassen sich bis zu 80 Prozent der CO₂-Emissionen einsparen. Erhältlich ist der Koffer in Grün, Gelb und Schwarz.

© KW/Aichwalder

Einfach sei das Geschäft mit dem Recycling trotzdem nicht. „Wir befinden uns gerade in einer schwie­rigen wirtschaft­lichen Lage, in der es günstiger ist, neues Plastik zu produ­zieren, als bereits vorhandene Rohstoffe zu recyceln. Trotzdem spielt hier der Gedanke der Nachhal­tigkeit die tragende Rolle. Unsere Ressourcen sind begrenzt, und wir wollen auch, dass unsere Enkel und Urenkel einen Planeten vorfinden, wie wir ihn kennen“, bekräftigt Töffele.

Prezero beschäftigt 100 Mitar­bei­tende, wovon 60 auf die Produktion entfallen und 40 auf Forschung und Verwaltung. Die Firma gehört zur Schwarz-Gruppe.

© KK/Prezero (2)
Info-Icon
Dieser Artikel ist in Ausgabe 20/26 erschienen.
Info-Icon
Ähnliche Artikel finden Sie in der Kategorie: Kärnten nachhaltig